Ancst / King Apathy – Split-EP

Release: 22.09.17
Genre: Black Metal
Label: Supreme Chaos Records
Homepage Ancst: https://www.facebook.com/angstnoise/
Homepage King Apathy: https://www.facebook.com/KingApathyMetal/

Nachdenklich, aber dennoch kraftvoll, gar brutal. Passende Worte für die Split-EP der deutschen Bands Ancst und King Apathy. Zeigen sich die Tracks der Bands oft in melancholischem Gewand, fehlt es doch nicht an Brutalität, so dass wir auf ihrem gemeinsamen Werk vier wirklich beachtliche Songs haben, die eine Spannbreite besitzen, welche einige Bands nicht einmal auf ein Album bannen können.

Ancst begannen 2011 als ein Zwei-Mann-Studioprojekt, das sich mittlerweile mit einigen EPs, Split-Scheiben und Alben zu einer beliebten und bekannten Größe etablierte. Stilistisch bewegen sie sich in einer Mischung aus Black Metal, Hardcore und Crust. So könnte man jetzt denken, es gibt voll was auf die Zwölf, jedoch wird man bei ihrem ersten Song der EP überrascht sein. „Gehenna Of Fire“ bietet ein melodisch sphärisches Intro, das in sanfte Gitarrenklänge übergeht, und diese brechen dann plötzlich wie Wellen über einen herein. Die Musik wirkt immer noch sanft, aber immens kraftvoll. Erst dann gibt es auf die Zwölf, als der Gesang beginnt. Punktgenaue Stärke trifft auf melodisches Geballer, das ein gewisses depressives Gefühl erzeugt. Geht ihr Song „King Apathy“ allerdings eher auf die Hardcore-Schiene, kommen hier die Hartgesottenen auf ihre Kosten. Fette Riffs ballern dir direkt ins Fressbrett, aber dennoch hat die Musik von Ancst diesen kleinen nachdenklichen Hauch in sich.

Die Bandmitglieder von King Apathy sind auch alte Bekannte. Mit ihrem Album aus dem letzten Jahr haben Thränenkind ihre Umbenennung vollzogen. Der neue Name King Apathy soll an den Konflikt in der sterbenden Welt erinnern, in der Menschen, Tiere und die Natur selbst ausgerottet werden. Klingt dies auch schon sehr melancholisch, wird die These bei „Disguise“ unter Beweis gestellt. Der Song bietet unter gekonnter Stärke und harten Klängen, melodische Passagen, die den Song zu einem harten Kunstwerk machen, aber den Hörer auch zum Nachdenken animiert. Hingegen geht „Entropie“ ähnlich wie bei den vorher genannten Kollegen Ancst als zweiter Song mit deutlich mehr Schmackes voran. Was den Song aber nicht weniger nachdenklich stimmen lässt, dafür aber mehr in die Vollen geht. Wobei ich persönlich doch eher ein Fan von den ruhigeren Songs der Band bin.

Wer neu in der Materie dieser Musikrichtungen ist, dem würde ich die Split-EP sehr ans Herz legen, da wir hier zwei Bands haben, die sich stilistisch vielleicht ähneln, doch auf ihre eigene Art und Weise sehr unterschiedlich sind. Zudem gibt es von jeder Band einen harten und einen etwas ruhigeren Song, was die Abwechslung wirklich grandios macht. Hier ist ein kleines Stück Kunst entstanden, das uns wirklich zum Nachdenken animieren sollte.

Tracklist
Ancst
1. Gehenna Of Fire
2. King Apathy

King Apathy
3. Disguise
4. Entropie

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