Black Trip – Shadowline Tour 2015

Grund für diese spontane Konzertreise nach Rheine in das gemütliche Hypothalamus war meine workaholisierte Freundin, die nicht rechtzeitig von der Arbeit zurück war, für das Konzert von Axxis in Bremen. Da lob‘ ich mir doch das alte Sprichwort: Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah. In Rheine angekommen, bekam ich sofort das Bericherstatter-Hütchen aufgesetzt von einem „Heavy Music Supporter“. Dieses Vereinsmitglied sorgte dann später dafür, dass der Sänger durch die Zurufe stark gefordert wurde. Wir von den „Heavy Music Supporters“ sind eben nicht nur mittendrin, sondern auch dabei!

Die Band Reds’cool aus St. Petersburg in Russland betrat als Vorband die Bühne. Für meinen Geschmack war die Musik eine Spur zu seicht und poplastig, vergleichbar mit Bon Jovi. Die Band war gut drauf und bemühte sich redlich. Der Auftritt war tadellos, aber der Funke zum Publikum sprang leider nicht über.

Als Black Trip die Bühne betraten äußerte der Sänger eine etwas merkwürdigen Satz an dessem Ende „… die with me tonight.“ stand. Es bezog sich natürlich auf das erste Lied des neuen Albums, aber das kam für mich, weil ich die Band nicht so gut kenne, etwas anders rüber. Ich dachte nur, das kann ja noch interessant werden. Nach einem überlangen Intro startete die Band wesentlich versierter und härter als die Vorband. Mit den melodischen Gitarren ging die Musik sofort ins Blut. In den vorderen Reihen wurde auch sofort kräftig mitgesungen. Womöglich meinte der Sänger auch diese Die-hard-Fans mit seiner Ansage. Aber nach dem ersten Lied sagte er dann: „This was the last song. Good night.“ Nun, er hatte da noch nicht damit spekuliert, dass es im Publikum auch so einige biergeschwängerte Fans gab, die imstande waren, mindestens genau so dämliche Ansagen zu produzieren. Ab dem Titellied zum neuen Album „Shadowline“ wurde die Musik noch zwingender, und man konnte sich schon in diesen eingängigen Liedern der Band völlig verlieren. Unverkennbar sind hier auch die starken Einflüsse von Iron Maiden zu spüren. Als der Sänger dann fragte, ob wir Iron Maiden mögen, kam natürlich der oben erwähnte Konterzuruf: „Judas Priest“ . Zum Ende des Sets hin war der Sänger dann mit den Ansagen völlig überfordert. Beherzt ging der Lead-Gitarrist zur Mitte und ergriff das Wort. Selbst für jemanden wie mich, der nicht gut Englisch versteht, wurde sofort klar, dass die Wörter „fucking“, „rock“ und „heavy metal“ zum Basiswortschaft einer Hard Rock Band gehören und damit die Grundvoraussetzungen für eine gelungene Ansage erfüllt sind. So erntete der Lead-Gitarrist einen tosenden Applaus vom Publikum.
Für eine Überraschung sorgte die Band mit einer Zugabe, die nicht auf der Setlist stand. Das Lied „Outlaw“ aus dem Album „Fire Down Under“ der Band Riot sorgte für Begeisterung vor und auf der Bühne.

Alles in allem zeigte die technisch einwandfreie Band eine hervorragende Darbietung des klassischen Heavy Metal, woran von Anfang an auch keine Zweifel bestanden, da alle Bandmitglieder bereits in namhaften Bands gedient haben. Nur etwas mehr Besucher hätte diese Veranstaltung verdient gehabt. Mit dem Auftritt von Enforcer am 21.10.2015 im Bastard Club werden wir schon bald einzelne Bandmitglieder wiedersehen. Wir freuen uns darauf!

Setlist Black Trip:
Intro
Die With Me
Danger
The Bells
Berlin Model 32
Goin‘ Under
Tvář Ďábla
Shadowline
Rooms
Subvisual Sleep
Putting Out The Fire
The Storm
Radar
No Tomorrow
Vodoo Queen
Outlaw (Riot Cover)

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Bericht/Fotos: Dark Angel

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