Deinonychus – Ode To Acts Of Murder, Dystopia And Suicide VÖ: 01.12.17, My Kingdom Music, Black Metal

Deinonychus – Ode To Acts Of Murder, Dystopia And Suicide
Deinonychus – Ode To Acts Of Murder, Dystopia And Suicide

Markus Stock und Steve Wolz sind keine unbekannten Namen in der deutschen Black-Metal-Szene. Ist vor allem Markus Stock durch seine Arbeit in der Klangschmiede E bekannt, spielte letzterer unter anderem bei Bethlehem oder Imperia. Zusammen mit Marco Kehren, der im Line-Up Bass, Gesang und Gitarren besetzt, bringen sie unter dem Pseudonym Deinonychus ihr achtes Album heraus. War es ganze zehn Jahre still um das Projekt, sollte es umso düsterer werden.

Und so beginnt auch schon „Life Taker“. Ohne schäbiges Stimmungsintro werden hier gleich die Messer gewetzt und im Bereich des schnelleren Mid-Tempos zum Angriff angesetzt. Der erste Track überzeugt schon mal ganz gut. Da ist es herzerwärmend, dass die zweite Nummer zwar die Bremse zieht, aber mit einer doomigen, satanischen Aura überzeugt. „For This I Silence You“, so der Name des zweiten fulminanten Songs, geht zwar nicht unbedingt nach vorne, aber seine Atmosphäre stärkt das Lied so deutlich mehr. Nach dieser starken Nummer wird der Tempomat eingeschaltet, denn „The Weak Have Taken The Earth“ verändert sich zum vorherigen Song so gar nicht. Lediglich der Song an sich wirkt flehender, wehleidiger. Zwar nimmt er im Gesamtbild des Albums eine etwas schwächere Position ein, so ist es doch ein guter, ambitionierter Suicide-Song.

In scheppernd schleppenden Takt führt uns „Buried Under The Frangipanis“ schon mit seinem Namen sechs Fuß tiefer. Doch das ist hier keinesfalls sarkastisch zu verstehen. Was als trauriger Vorbote beginnt, entwickelt immer weiter in den Song hereinwachsend sein volles Potential. Die Keyboardklänge werden hier das erste Mal (bewusst) wahrgenommen und verleihen dem sehr tristen Ambiente seine Würze.

Leider überzeugt der Anfang des Folgetracks „Dead Horse“ nicht. Eine leichte Gitarre unter wehleidigem Gesang ziehen sich bis fast über die Hälfte des Liedes, und danach kommt der Titel so gerade in Fahrt. Oder auf gut Deutsch: Das Pferd ist tot. Da versucht „Dusk“ dann doch wieder eher in die Satanic-Sparte einzustechen, was ihm nur mäßig gelingt, da das Werk mit seinen Suicide-Einflüssen einfach kollidiert, und wir hier somit irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes haben, mündet es doch einfach in plattem Lärm. „There Is No Eden“ verlangsamt das Tempo wieder deutlicher, was mir hier eindeutig besser gefällt, denn die langsamen Songs der Combo überzeugen doch mehr. Allerdings findet „There Is No Eden“ nicht so richtig den treffenden Nerv, um sagen zu können, der Song fetzt. Zu guter Letzt haben wir mit „Silhouette“ den letzten Song der Platte. Man löst die Bremse und geht etwas schneller vorwärts, allerdings würde ich nicht behaupten, dass man den Midtempo-Bereich deckt. Das macht den Song leider etwas schwammig und lässt das Album meiner Meinung nach nicht gebührend ausklingen.

Fing die Combo zwar stark an, enttäuschte die zweite Hälfte des Albums doch ein wenig. Die erste Hälfte würde ich teilweise gar als Must-Have bezeichnen, wenn auch die zweite Hälfte eher das Flair einer B-Seite hat. Das ist echt schade, aber vielleicht müssen die drei Musiker erst wieder den Rost abschrubben.

Homepage: https://www.facebook.com/deinonychusofficial/

Tracklist:
1. Life Taker
2. For This I Silence You
3. The Weak Have Taken The Earth
4. Buried Under The Frangipanis
5. Dead Horse
6. Dusk
7. There Is No Eden
8. Silhouette

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*