Moribund Oblivion – Endless European Tour 2018 13.04.2018 - Osnabrück - Bastard Club

Black Metal an einem Freitag, dem 13. Besser passen kann es wohl nicht. Die Türken Moribund Oblivion spielen ihre erste Headliner Show im Osnabrücker Bastard Club und auch ihre Vorband hat es in sich.

Und genau mit der beginnen wir jetzt. Pankration bezeichnen ihre Musik als Bare Knuckel Rock ’n‘ Roll. So steht es zumindest auf ihrem Backdrop. Es ist schon Death Metal, den die Jungs spielen, aber eine gewissen Rock ’n‘ Roll-Note ist tatsächlich vorhanden. Ihr Frontmann klingt bei seinen Ansagen stimmlich ein wenig nach Tom Angelripper und hat optisch mit seiner grauen Mähne etwas von Martin Van Drunen. Musikalisch sind die Jungs mehr als solide, aber was sie sich als Gimmick ausgedacht haben, ist der Hammer. Ihre Setlist haben sie auf DVD´s verteilt. Mit Kreppband wurde der Originaltitel überklebt und der Songname drüber geschrieben. Anschließend wurden die Filme, die aus der Kategorie Schlefaz zu sein scheinen, nach Lust und Laune ans Publikum verteilt. So bekam meine Begleitung etwa den Trash-Horrorstreifen „Frankenfish“, der für den Song „Doris“ stand und ich selber für den Song „Hit By A Truck“ das Zombiedesaster „Children Of The Living Dead“. Für das Stück „Terror“ musste dann noch „Turm der Schreienden Frauen“ herhalten. Alles in allem ein cooler Auftritt, und wer seine Sammlung von Trashfilmen aufstocken möchte, sollte Ausschau nach Pankration-Konzerten halten.

Moribund Oblivion aus Istanbul spielen ihren ersten Headliner Gig im Bastard Club. Dass sie hier allerdings zum ersten Mal spielen, wie es angekündigt wurde, stimmt so nicht. Bereits im Jahr 2012 waren sie als Vorband von Negura Bunget schon einmal hier. Damals ist ihnen aber während der laufenden Tour der Schlagzeuger abgesprungen, und so liehen sie sich für lediglich einen oder zwei Songs den damaligen Schlagzeuger der zweiten Vorband Agamendon aus. Aufgrund des schleppenden Vorverkaufs findet das Konzert nicht wie gewohnt im Keller, sondern auf der kleinen Bühne im Mutti’s, der Bar des Bastard Clubs, statt. Mit neuem Drummer legen sie gut los. Zwar sind die Titel der Songs auf Englisch, aber aufgrund des starken Akzents kann ich diese leider kaum verstehen, und wegen Ermangelung einer Setlist kann ich hier leider nicht auf die Songs eingehen. Der Sound ist super und zweifelsohne hat die Band auch einen harten Fan-Kern, wie die deutsch-türkische Delegation, die aus dem Ruhrpott angereist ist, beweist. Zwischen den Songs kommunizieren die Bandmitglieder in ihrer Muttersprache miteinander, was dem Auftritt eine gewisse Proberaumatmosphäre verleiht. Alles wirkt ein wenig improvisiert, was aber nicht negativ ins Gewicht fällt. Die türkischen Fans feiern sich und ihre Landsleute, als hätten sie gerade die Fußball-WM gewonnen und gerade weil so wenige Zuschauer gekommen sind, wirkt der Gig intimer. Schade nur, dass die Band kein Merch dabei hat, denn allzu häufig bekommt man sie hierzulande nicht zu sehen, was einem T-Shirt dieser Band eine gewisse Exklusivität verleiht.

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