Schrat – Alptraumgänger VÖ: 20.04.18, Folter Records, Black Metal

Schrat - Alptraumgänger

Heute geht es mal wieder in den Untergrund. Schrat ist ein Trio aus Bayern, das sich dem Oldschool widmet, wobei es aber auch melodisch sein darf. Ihr eiskalter Sound ist schon aus den beiden Vorgängeralben gut bekannt und kam mit den üblichen Ecken und Kanten, die Oldschool Black Metal so mit sich bringt. Nach sieben Jahren zum letzten Album wird es allerhöchste Eisenbahn für neuen Stoff, der da heißt: Alptraumgänger. Aber eins kann man vorab schon ankündigen: Schrat überzeugen mit eiskalten Klängen.

OK, das „Intro“ ist etwas gewöhnungsbedürftig, da es sich dabei um ein komisches, gruseliges Lachen handelt. Irgendwie springt da der Funke nicht so über, es hat eher was von einem schlechten Gruselhörspiel. Nichtsdestotrotz ballert der erste richtige Song ordentlich rein. Dieser ist auch der Namensgeber des Albums. Die Gitarren schreddern, was das Zeug hält, das Schlagzeug hämmert und die Vocals sind wie eben schon beschrieben – eiskalt. Ein Zustand, der sich auch beim anschließenden Track „Masken des Schweigens“ hält. Doch dieser hier ist wirklich viel melodiöser und lässt auch das Tanzbein finsterer Gesellen schwingen. Das „Gräberland“ geht ordentlich nach vorne. Ein Nackenbrecher der feinsten Sorte, und so endet das Werk in einem grandiosen Blastbeatgewitter.

Der fünfte Titel „Wolf Ist Erwacht – Adams Sohn Zerfetzt“ knüpft hier perfekt an und schafft einen Titel für die Fans des wirklich, wirklich harten Black Metals. Ohne aber an melodischen Klangfiguren zu verlieren, werden die Instrumente gequält. Erst der „Taumel“ bringt ein bisschen Ruhe ins Dunkel. Ein weiterer Instrumentaltrack, der sehr verstörend wirkt. Ganz deuten kann ich es nicht, doch hört es sich nach einer Mischung aus Streichern und einem Kinderchor an, der leicht verzerrt wurde. Ein leichtes Gefühl von Gänsehaut macht sich breit. Ebenso zeigt sich „Rausch“, das hingegen mit elektrischen Gitarren einher geht. Der Titel erzeugt allerdings eher das Gefühl, Schrat haben sich den Spaß erlaubt, diesen Track rückwärts auf die Platte zu packen.

Wie ein Faustschlag beginnt der „Knochenkult“. Hier ist eher wenig mit Melodie, sondern mehr mit „Voll  aufs Fressbrett“. Die Bayern geben ein Tempo vor, dem es nur schwer zu folgen gilt. Die Frequenz der Blastbeats gleicht einem Sturmgewehr. Mit diesem Druck, der hier erzeugt wird, kann man Tote wieder zum Leben erwecken. „Kriegsgericht“ geht dann wieder den melodischen Weg, ohne dabei an Aggressivität zu verlieren. Doch am Tempo wurde wieder herunter geschraubt, dafür ist dieser Track deutlich atmosphärischer. Und wenn wir schon bei Atmosphäre sind, folgt schon der passende Titel dazu. „Endzeitphilosophie“, so heißt das gute Stück. Es passt einfach zu dem Endzeitthema – roh, kaputt, aggressiv, aber doch leicht melancholisch.
Mit „Eruption“ beenden die Drei ihr Werk. Auch hier wieder ein etwas schnelleres Stück, das aber leider weniger hervorsticht. Aber das Album hat mit dem Titel ein gutes Ende gefunden.

Viel bleibt dabei nicht mehr zu sagen. „Albtraumfänger“ überzeugt in ganzer Linie. Aber die Musik von Schrat ist nichts für jedermann. Schrat gehören einfach in den Underground, was sie mit diesem Album  wieder bewiesen haben.

Homepage: https://www.facebook.com/Schratstahl

Tracklist
01. Intro
02. Alptraumgänger
03. Masken des Schweigens
04. Gräberland
05. Wolf ist erwacht – Adams Sohn zerfetzt
06. Taumel
07. Rausch
08. Knochenkult
09. Kriegsgericht
10. Endzeitphilosophie
11. Eruption

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