The God Of Storms awaits us… Interview mit Torian aus Paderborn

Interview Torian

Am Freitag, den 09.03.2018, besuchten die Power Metal Band Torian und der Comedian Micha-El Goehre das Osnabrücker Whisky’s, um eine Melange aus akustischen Klängen und einer Portion Humor dar zu bieten. Ich schnappte mir die Jungs vor dem Auftritt und schleppte sie ins Separee, um sie mit ein paar Fragen zu löchern. Bereitwillig folgten mir Marc (Vocals), Carl (Gitarre) und Alexander (Gitarre).

 

HSF: Demnächst erscheint euer neues Album mit dem Titel „God Of Storms“. Bei den vorherigen Alben hattet ihr immer einen ungefähren Rhythmus von 3 Jahren. Nach „Dawn“ im Jahr 2012 kam dann jedoch 2015 lediglich eine EP, „Phantoms Of The Past“, die 2 neue Songs, sowie 2 Neueinspielungen enthielt. Zu dem Zeitpunkt hieß es auch noch das nächste vollständige Album sollte bald folgen. Wieso wurde es erst jetzt was?

Marc: Carl schreibt ja hauptsächlich die Songs und es gibt Zeiten da ist Carl sehr produktiv und es gibt Zeiten, da spielen wir mehr live und proben dann auch nur die alten Songs, damit wir sie live ordentlich rüberbringen. Neue Songs sollen natürlich auch richtig gut sein und nicht so nach dem Motto, wir müssen mal eben nen neues Album schreiben auch wenn wir nicht hundertprozentig davon überzeugt sind. Deswegen dauert das manchmal halt ein wenig länger. Und ich glaube, es war auch anders geplant. Wir wollten die Platte schon ein bisschen eher herausbringen, da hast du wohl recht, aber so isses halt machmal.

Carl: Die Sache ist auch die, dass ich nach unserem letzten Album „Dawn“ erst einmal total platt war. Die Scheibe war ja ein Konzeptalbum und der Produktionsprozess war nicht zuletzt wegen des des Produzentenwechsels extrem nervenaufreibend. Das war wirklich große Scheiße. Dann wurde das Album über ein kleines Underground-Label veröffentlicht und erst im Folgejahr 2013 bzw. 2014 sind wir dann die Live-Geschichte angegangen. In dem Zuge haben wir dann natürlich unglaublich viel live gespielt. Danach haben wir uns eine Pause gegönnt um wieder Zeit und Muße für das Schreiben neuer Songs zu finden. Wir haben uns dann irgendwann gesagt: „Hey, wir müssen jetzt auch mal wieder was Gescheites bringen; auch mit ner geilen Produktion.“ Und dann kam also die EP, die wir dann auch mit nem richtig geilen Produzenten, also dem Seeb von Orden Ogan, den ich außerdem gut kenne, aufnahmen. Das war für uns so etwas wie ein „Test-Ding“ um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das eigentlich ist, mal so richtig gut aufzunehmen.

 

HSF: Wer ist denn der namensgebende „God Of Storms“ von eurem bald erscheinenden neuen Album?

Carl: Der „God of Storm“ steht bei uns für Zerstörung und unbändige Power. Es ist quasi ein Symbol. Das hat in dem Sinne nichts mit „Thor“ oder so zu tun. Der Titel kam uns einfach in den Sinn, als wir alle Songs zum ersten Mal durchgespielt haben. Und der Titel kommt auch in der Textzeile einer der Songs vor.

 

HSF: „Dawn“ war ja insgesamt etwas düsterer, was mir persönlich fantastisch gefallen hat, und auch die EP, Phantoms Of The Past“, ging ja in diese Richtung. Wie sieht es denn mit dem neuen Album „God Of Storms“ aus? In welche Richtung geht es und hattet ihr da vorher einen Plan?

Marc: Der Plan war eigentlich, dass wir keinen Plan haben. „Dawn“ ist ja aus einem ganz losen textlichen Konzept entstanden. Das war vielleicht von uns auch ein bisschen verkopft. Bei dem neuen Album haben wir gesagt, wir machen das einfach Song für Song ohne Überbau, ohne alles, einfach nur gescheite Metal Songs. Ich glaube auch, dass ein paar Songs dabei sind, bei denen sich die Leute umhören werden. Das haben wir tatsächlich noch nie gemacht, so zwei, drei stilistische Ausreißer. Es bleibt natürlich Metal, aber es geht ein bisschen in eine andere Richtung als das, was wir vorher gemacht haben. Ansonsten versuchen wir einfach den Stil zu verfeinern den wir uns über die letzten Alben draufgeschafft haben. Also ich finde alle Songs, und das würd ich nicht sagen wenns nicht so ist, vom neuen Album richtig gut. Von daher glaube ich das wird was für die Fans.

Carl: Sogar unser Produzent Seeb (Levermann/Orden Ogan) sagt, so geile Songs habe er noch nie von uns gehört und die Platte sei ein Quantensprung für uns, selbst zu unserer EP „Phantoms Of the Past“. Ich will jetzt selber gar nicht sagen wie geil das ist, das müssen letztendlich andere entscheiden.

 

HSF: Ich bin allerdings der Meinung, dass ihr mit jedem Album einen großen Schritt vorwärts gemacht habt, gerade mit „Dawn“. Das klang von mal zu mal reifer, auch von der Produktion her.

Marc: Ich hab auch auf jedem Album nach wie vor Songs, die ich gerne höre und die wir gerne Live spielen. Letztens im Urlaub erst habe ich mal wieder in die „Thunder Times“, welche ich zwei Jahre lang nicht mehr gehört habe reingehört und gleich, aus Versehen (Lacher in der Runde), komplett durchgehört. Da waren echt gute Songs drauf.

 

HSF: Ihr seit ja im Prinzip eine Hobby Band. Was wünscht ihr euch mit dem neuen Album? Habt ihr vor noch einmal groß anzugreifen, vielleicht auch eine richtige Tour zu fahren oder bleibt es bei Einzelgigs? Was ist da geplant?

Carl: Also Hobby Band ist jetzt vielleicht nicht ganz der richtige Begriff. Das ist eher so das Ding, die Blues-Opas treffen sich und spielen dreimal im Jahr in der städtischen Stammkneipe. Es ist bei uns durchaus schon ein bisschen professionell, vor allem da ja auch einige Sachen finanziert werden müssen.  Also was wir uns erhoffen…. ne Tournee wäre schon geil. Wir standen in der letzten Zeit schon immer kurz davor, dass wir mal irgendwo mitfahren könnten. Das klappte allerdings aus verschiedenen Gründen nicht. Grundsätzlich ist es so, dass wenn wir das irgendwie einrichten könnten, würden wir das auf jeden Fall machen. Und ansonsten wollen wir uns noch ein bisschen besser aufstellen für die größeren Festivals, um da noch einmal einen Sprung zu machen. Auch nach der „Dawn“ war schon ein spürbarer Sprung erkennbar, mit bessern Slots, besseren Shows, besseren Gagen usw. Das ist auf jeden Fall passiert. Vorher war das alles wirklich durchaus Undergroundig. Also wenn’s ne Tournee ist oder Festivals, da sind wir auf jeden Fall am Start. Wir haben ja auch sonst nichts anderes vor, bzw. zu tun (großes Gelächter).

 

HSF: Habt ihr euch denn da schon einmal mehr erwartet, vielleicht noch einen größeren Sprung mit der „Dawn“ beispielsweise?

Carl: Eigentlich passte das schon so. Wir dachten okay…vielleicht ist es das dritte Album, Make It Or Break It, aber nachdem die Platte dann fertig war wusste ich, es ist nen cooles Album. Zumindest wird es uns einen Schritt weiter bringen, keinen Schritt zurück. Aber, dass es die ganz große Nummer wird hatte ich auch damals nicht gedacht. Da sind meine Erwartungen beim neuen Album aber schon ein bisschen anders.

 

HSF: Was meint ihr denn woran das liegen könnte? Ihr macht ja auch nicht diesen klassischen Euro Power Metal, mit großer Show und tragt auch keine Verkleidungen auf der Bühne, wie einige andere Bands (Marc: Nein Nein, auf gar keinen Fall!), die damit ja schon in Teilbereichen der Szene recht angesagt sind. Ihr habt aber auch noch nie darüber nachgedacht, dass ihr da euer „Konzept“ mal verändern müsst?

Marc: Nee, ich glaube auch, dass die Leute das sofort merken würden, wenn wir das gar nicht gut finden würden. Und wir würden es nicht gut finden. Also wenn ich mir irgendwie so ein Utensil auf der Bühne überstreifen würde, nur weil wir denken, wir verkaufen damit 100 CD’s mehr oder so, dann würden die Leute merken, dass ich das eigentlich scheiße finde. Und deswegen machen wir das auch nicht. Wenn man authentisch ist, kommt man am besten rüber und das ist bei uns halt so wie wir es am Liebsten mögen, schwarzes T-Shirt, Hose, Feierabend. Wenn man das mit sich vereinbaren kann ist das ok, aber für uns kommt das halt nicht in Frage.

Carl:  Wir ham halt auch irgendwann spaßeshalber drüber nachgedacht, aber mehr als schwarze Bühnenklamotten, Para (Marc) in Kutte und nen cooles Bühnenbild mit nem Backdrop… und ich wüsste auch nicht als was wir uns verkleiden sollten (lautes Gelächter).

Marc: Wir sind ja auch Ostwestfalen, wir verkleiden uns nicht.

Es folgen ein paar lustige Ideen über Elfenohren und dergleichen die für weitere Erheiterung sorgen…

 

Torian im Interview

HSF: Im Moment sorgt ja die Stellungnahme einer hartmetallischen Band im Internet für Aufsehen. Die Band prangert an, dass die Leute kein Geld mehr für Tonträger ausgeben und keine Tickets für Konzerte im Vorverkauf erwerben und drohen gleichzeitig quasi mit der Auflösung der Band, wenn sich das beim aktuellen Album, sowie der Tour nicht ändert. Jetzt ist besagte Band vielleicht auch eher ne Band, die ein wenig mehr darauf angewiesen ist als ihr, mit der Band ihr Brötchen zu verdienen, denn sonst leuchtet es mir nicht ganz ein warum man sich so äußert. Wie seht ihr das?

Marc: Ich hab das mitbekommen und verfolgt. Grundsätzlich kann ich das schon verstehen das sie ein bischen sauer sind, dass 50000 Leute das Album bei Spotify streamen und kaum einer 10-15 Euro in der Tasche hat, um sich dann den Tonträger zu kaufen. Aber der Ton macht die Musik. Wie die geschrieben haben: „Wenn ihr jetzt nicht mal den Arsch hochkriegt und nen paar CD’s von uns kauft müssen wir jetzt unsere Tour absagen.“ Dann würde ich sagen ok, macht das.

 

HSF: Ich muss sagen da klang für mich auch schon etwas Verzweiflung mit durch. Die Band gibt es ja nun auch schon eine ganze Weile und hat in den 90ern große Erfolge gefeiert. Wenn die eigene Band dann langsam unpopulärer wird ist das schwer zu verdauen.

Carl: Also es gibt ja auch jüngere Bands die sich mittlerweile nen Namen erspielt haben und die können so eine Tour spielen. Es gibt ja Tourneen, es geht ja irgendwie.

 

HSF: Wenn dann eine Band die es solange gibt vielleicht nicht mehr so angenommen wird wie es einmal war, dann liegt das ja auch irgendwo am Zeitgeist oder dann ist es auch so, dass eine gewisse Art von Musik einfach nicht mehr populär ist. Vielleicht hören dann viele alte Fans, aufgrund der Tatsache, dass es die Band ja auch schon so lange gibt, mal bei Spotify rein und sagen sich – das ist es nicht mehr für mich. Worauf ich eigentlich hinaus will… verteufelt ihr Streamingdienste auch so, oder ist euch das relativ Wurscht.

Marc:  Bei uns hört ja gar keiner bei Spotify! (Lacht) Aber vielleicht ändert sich das ja mit dem nächsten Album. Also ich finde Spotify überhaupt nicht schlimm. Ich habe selber auch einen Premium Account, einfach nur um mir viel Musik anhören zu können und dann zu entscheiden ob es sich für mich persönlich lohnt den Tonträger zu kaufen oder nicht. Praktisch als Entscheidungshilfe und um Geld zu sparen. Denn bei der Masse an Veröffentlichungen würde dann bestimmt auch einiges dabei sein, was mir nicht gefällt. So kann ich vorher reinhören. Ich glaube aber auch, der Metal Fan an sich ist wirklich der, der sich noch Alben kauft. Und auch die, die Spotify oder Deezer haben, kaufen sich noch Alben. Natürlich verdienen wir damit so gut wie nix aber wir verdienen damit auch nicht unsere Brötchen.

Carl: Ich finde das auch echt ein bisschen komisch. Andere Bands können eben auch touren, da werden halt genügend Tonträger gekauft. Und wenn dann nicht genügend gekauft werden, dann kann so eine Band nicht mehr touren. Das ist nun mal so. Andere schaffen das ja und können sich das finanzieren. Ja der Zeitgeist, da ist schon was dran.

 

HSF: Früher war es doch eigentlich ähnlich. Ich hab stundenlang im örtlichen Plattenladen rumgelungert, mir zehn Alben am Stück angehört und dann doch nur eine oder zwei gekauft. Vielleicht landeten davon noch welche auf der Einkaufsliste aber im Grunde läufts heute ja ähnlich, zumal wir ja nun auch nicht von einer Szene reden die gar keine Tonträger mehr kauft.

Carl: Das haben wir ja alle so gemacht.

Marc: Und jetzt ist es halt viel bequemer, das man mal eben Zack, Zack, 1, 2, 3.

Carl: Und dann kauft man sich die CD.

Marc: Also ich traue dem Metal Fan auch durchaus zu, dass er weiß was er da tut und die Szene unterstützt. Es gibt ganz Wenige die das nicht tun.

 

Torian

HSF: Habt ihr Bock auf die Heavy Stage Night am 14.04.18 im Osnabrücker Westwerk? (Torian: Ja klar, auf jeden Fall!) Was erwartet ihr euch von dem Abend und was erwartet die Fans? Welche Erinnerungen habt ihr ans Westwerk?

Marc: Also im Westwerk haben wir ja schonmal gespielt, mit Mercenary. Das war auch gut, wenn auch nicht ganz soviel los war. Ich war da auch mal beim Amon Amarth Konzert als die wirklich noch kaum einer kannte. Vomitory waren da glaub ich Vorband. Das ganze vor 200 Leuten. Das erinnert mich immer ans Westwerk. Von daher freuen wir uns da zu spielen! Wir hoffen natürlich auf eine volle Bude, damit wir mit Savage Blood und den anderen Bands da ordentlich einen losreißen. Carl ist großer Fan von Enola Gay...

Carl: Also ich hab Enola Gay mit 17 oder 18 Jahren auf Tour mit Iced Earth und Nevermore gesehen und fand das total geil. Das hat uns damals als Kiddies total geflasht und ich hab direkt ne CD gekauft und danach mit den Jungs noch gequatscht. Das waren damals Idole. Und ich hoffe, dass ich dran denke eine alte Enola Gay CD mitbzubringen um sie mir von Peter unterschreiben zu lassen. Ich fand die halt Mega fett. Das war eine der wenigen Power Metal Bands, die auch ordentlich in die Fresse getreten haben und ich finde auch das Savage Blood sehr ähnlich klingen. Ich freue mich total, dass wir zusammen mit denen auftreten.

 

HSF: Kann man denn neue Songs von euch erwarten und kommt das neue Album „God Of Storms“ vielleicht noch vorher raus?

Carl: Ich glaube raus wird’s noch nicht sein. Es kommt jetzt auf den Mix an und welches Label den Zuschlag erhält. Aber wir spielen auch schon neue Songs.

Marc: Also wir haben auf jeden Fall 3 neue Songs dabei, Tendenz nach oben.

 

HSF: Wollt ihr sonst noch etwas loswerden?

Carl: Ich hoffe, dass wird ne geile Nummer bei der Heavy Stage Night und ich hoffe vor allem auf viele alte bekannte Gesichter. Früher haben wir ja öfter in Osnabrück gespielt. Geil, dass wir in diesem Rahmen wieder nach Osnabrück kommen.

 

HSF: Vielen Dank für das angenehme Gespräch und bis zum 14.04.2018!

 

Der Abend im Whisky’s zeigte übrigens deutlich, dass viele Songs von Torian absolut für eine Akustik-Session geeignet sind. Die Songs selber erstrahlen dabei in ganz neuem, eigenen Licht und vielleicht kann man so eine Version ja auch mal als Bonustrack für eine VÖ aufnehmen. Der Comedian Micha-El Goehre soll hier nicht unerwähnt bleiben. In seinen lustigen Texten aus dem Heavy Metal Universum findet man sich oft genug wieder und so wurde im Publikum viel geschmunzelt und gelacht. Insgesamt ein toller Abend, das sei denen gesagt sein die zu Hause geblieben sind!

Vielen Dank an Oliver Kleibrink für das bereitstellen der Fotos.

Wenn Torian euer Interesse geweckt haben findet ihr ihre Homepage unter http://www.torian-legion.de/ oder die Facebook-Seite unter https://www.facebook.com/torianlegion/. Einen separaten Online-Shop der Band findet ihr hier.

Weitere Infos zu unserer Heavy Stage Night am 14.04.2018 im Osnabrücker Westwerk findet ihr hier oder auf der Veranstaltungsseite bei Facebook.

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