Festivalbericht-NeckFracture Festival 7 10.02.2018, Sputnikcafe, Münster

Neck Fracture 2018

Bereits zum siebten Mal fand am 10.02.2018 im Sputnikcafe das Neck Fracture Festival statt, welches über die Jahre zu einer kleinen Tradition im Underground Festival Kalender geworden ist. Dieses Jahr luden die Jungs der Münsteraner Melodic Death Metal Truppe Invictum als Gastgeber zum kollektiven moshen ein ohne dabei selbst als Band auf der Bühne in Erscheinung zu treten.

Der faire Eintrittspreis von sechs Euro für sechs Bands (Ab 18:30 Uhr dann acht Euro) lockt viele Leute frühzeitig in die Halle. Gut für die Bands, denn schon beim Opener Shapes In The Mirror ist es vor der Bühne gut gefüllt. Die Münsteraner Band spielt zum großen Teil sehr Melodic Death Metal lastig und Bassist und Gitarrist teilen die Vocals unter sich auf. Dabei ist Letzterer für den cleanen Gesang und sein Partner am Tieftöner für die Growls zuständig. Ihr halbstündiger Gig markiert für mich persönlich schon das erste Highlight des Abends und endet leider viel zu früh. Als besonderes Gimmick gibt es ihre EP „Waters Rising“ für Umme am Merchstand.

Danach heißt es Jacken an, es wird thrashig. Methhead aus Haltern am See setzen zum Abriss an und das so richtig. Ihr schneller Thrash Metal kratzt schon gelegentlich am Speed und sorgt für die ersten Moshpits des Abends. Die Songs gehen gut ins Ohr und so können sich auch weniger thrash-affine Headbanger mit ihrer Musik anfreunden. Zum Abschluss zocken sie noch ein wirklich geniales Cover des Angel Witch Klassikers ….ähm ja „Angel Witch“. Lustige Randnotiz sind die Ghost Basecaps des Gitarristen und Sängers. Ich wusste gar nicht das es sowas gibt.

Was sich in den nächsten 45 Minuten auf der Bühne abspielt gehört zu dem Außergewöhnlichstem, was ich je in dieser Größenordnung gesehen habe. Whalehunter, ebenfalls aus Münster, spielen sogenannten „Action Metal“. Was das bedeutet demonstriert die Band sehr eindrucksvoll. Der Gesang ist pures Gekeife, der Gitarrist verzichtet komplett auf ein Plektrum und reißt die Saiten mit der kompletten Handfläche an. Der Bassist wirkt wie komplett zugedröhnt und rempelt ständig beabsichtigt den Sänger an, welcher das seinerseits ebenfalls mit Rempeln beantwortet. Das Schlagzeug ist ein komplettes Inferno. Versteht mich nicht falsch, zwischen all diesem Krach sind tatsächlich Songstrukturen zu erkennen, diese werden aber wie mit einem Bagger ordentlich unter Trümmern verschüttet. Pluspunkte sammelt die Band auch mit der Ansage, dass heute der Cliff Burton day (Cliff Burtons Geburtstag) sei und dass es damals doch lieber Lars hätte erwischen sollen. Unterhaltungswert hat diese Band aber allemal. Am Ende fragt man sich, was man da gerade gesehen hat und ob sich jemand das Kennzeichen des Lasters, der mich gerade erwischt hat, gemerkt hat.

Härter könnte ein Stilbruch nicht sein. Von Action Metal geht es rüber zum Hardrock. Die im letzten Jahr verletzungsbedingt ausgefallenen Jungs von Booze Boner Trouble ersetzen nun die heute verhinderten Horror Punks von Rampires. Die Band spielt hart mit dem Sex, Drugs and Rock N`Roll Klischee, macht das aber sehr stilvoll. Die Musik ist tanzbar, was vor allem von den weiblichen Gästen gerne angenommen wird. Der riesige Frontmann überragt seine Mitmusiker um Längen und steht 80% des Gigs arschcool mit einem Whisky Cola hinterm Mikro. Songs wie „Fuck you Bitch I Drink Here“ oder der Rausschmeißer „Sex Booze And Rock N`Roll“ klingen etwas cheesy, funktionieren aber bestens.

Godpuppet haben den Status des Co-Headliners inne und füllen diesen Slot bestens aus. Ihr Melodic Thrash Metal ist für mich persönlich das zweite große Highlight des Abends. Knackiger Sound und ein Fronter, der scheinbar wie ein Berserker versucht mit seinen Füßen die Bühne zu zertrümmern. Er keift sich durch die Songs und schaft es sogar das Mikro zu zerlegen. In der Folge muss die Band den laufenden Song als Instrumental zu Ende bringen, bis Ersatz herangeschafft werden kann. Das funktioniert allerdings auch ohne Problem. Auch materialtechnisch kommt man hier als Fan voll auf seine Kosten. Die Band pfeffert einfach so Shirts und ihr Album „The Breathing“ in die Menge, sodass sich ein Gang zum Merchstand erübrigt. Edit: Die Band gab zwei Tage später leider ihre Auflösung bekannt.

Plazenta Powerfist besetzen dann den Headliner-Slot. Ihr Brutal Death Metal ist eingängiger als ich zunächst vermutet hätte. Interessant ist hier besonders der Opener, der durch ein gesprochenes Intro eingeleitet wird und nach der ersten Strophe abermals durch das Intro unterbrochen wird, bevor es zum Refrain geht. Der Aufforderung zum Moshpit kommt das Publikum nur zu gerne nach und am Ende des Abends sind alle mit gratis Merch versorgt, durchgeschwitzt und glücklich. Wer hier was zu meckern hat dem ist nicht mehr zu helfen. Ein großes Dankeschön geht auch an Invictum, die als Gastgeber einen sehr guten Job machen.

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