Entrench – Through The Walls Of Flesh

Entrench - Through The Walls Of Flesh

Release: 17.07.2017
Genre: Thrash Metal/Death Metal
Label: I Hate
Homepage: https://de-de.facebook.com/entrench

Entrench haben zuletzt 2014 mit einem rohen Batzen fiesem 80er Jahre Death-Thrash auf sich aufmerksam gemacht und durchaus überzeugt. Nun folgt das Drittwerk, und immer noch handelt es sich hier um absolut kompromisslosen Death-Thrash Metal der alten Schule. Weiterentwicklung wäre hier absolut ein Rückschritt.

Die Schweden orientieren sich also nach wie vor an ihren Helden der 80er. Laut Promo-Sheet sind dies Possessed, Merciless und Sadus. Wobei es meiner Meinung nach ziemlich stark Richtung Sadus tendiert. Es ist roh, fies und nichts für Feingeister. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Musik chaotisch ist. Nein, die Songs sind stets durchdacht und im Rahmen der eng gesteckten, selbstgewählten Grenzen ist die Band bemüht, die Songs interessant zu gestalten. Die Songs zum Anfang und zum Ende kratzen sogar an der 9-Minuten-Marke, wirken jedoch keineswegs zu lang.

„The Coming Storm/Dawn Of War“ beginnt den Reigen mit einem Intro, worauf ein klassisches, aber cooles Riff folgt und den Song Fahrt aufnehmen lässt. Gesangstechnisch wird sich in diesem Song noch zurückgehalten. Wenn, dann schreit der Sänger einem plötzlich hasserfüllt ins Gesicht. Das Grundtempo ist sehr hoch. Die Gitarre bringt, wie auf dem ganzen Album, eine Death-Metal-Kante mit.

Auch „Enter The Fray“ bietet wieder ein tolles Grundriff auf dem der Song thront, beginnt aber schleppend und steigert sich zu einem Song der geradeaus geht und von einem fast schon eingängigen, gut mitzubrüllendem Refrain gekrönt wird. „Iron Coffin“ punktet mit scheppernden Drums, ist aber ansonsten ebenso klassisch mit hohem Tempo aufgebaut. Auch „Dead End“ reiht sich hier ein, nimmt jedoch gezielt Tempo zwischendurch raus.

„The Warmonger Sacrament“ ist dann wieder ein Song mit etwas mehr Identität. Zackiger Beginn mit coolem Riff, geil. Mit schönen Variationen im Tempo und Rhythmus gibt es hier von Anfang an voll auf die Zwölf. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass eine gewisse Monotonie nun einmal zu diesem Sound dazugehört. Frühe Kreator sind dagegen verspielt und melodisch.

„White Light Precedes Black Rain“ kommt wieder mit mehr Tempowechseln daher, wie der Rest der Platte. „Fragments/Shadow Of Death“ ist dann ein würdiger Abschluss, der nochmal alles bietet. Riffing, das sich ins Gehirn fräst, schnelle Propeller- und Banger-Passagen in denen das Tempo etwas gedrosselt wird. Dazu diese klasse, fies rausgerotzten Vocals.

Im Gegensatz zum 2014er Werk bleibt bei mir auf der neuen Scheibe schneller was hängen. Klar, auch hier wird Wiedererkennungswert nicht groß geschrieben, aber „Enter The Fray“ oder „The Warmonger Sacrament“ sind in diesem Kontext als eingängig zu bezeichnen und können gut als Anspieltipps herhalten. Es hat sich nicht viel verändert bei Entrench. Und das ist auch gut so. Es braucht etwas bis sich die Songs öffnen und ihre Identität entwickeln, aber dann entfaltet sich die volle Wirkung von Through the Walls of Flesh. Auch die Produktion ist punktgenau auf die Musik abgestimmt. Tolles natürliches Drumming, es scheppert, es knarzt. Alles gut abgemischt; der Sound kommt so böse rüber wie er soll. Entrench gehen in die gleiche Richtung, wie aktuell Hellbringer oder Vampire, jedoch mit einer noch primitiveren Ausrichtung, also noch einen Schritt weiter zurück. Dieses ist der Soundtrack für die Apocalypse oder eben den Pit!

Tracklist:

  1. The Coming Storm / Dawn Of War
  2. Enter The Fray
  3. Iron Coffin
  4. Dead End
  5. The Warmonger Sacrament
  6. White Light Precedes Black Rain
  7. Fragments / Shadow Of Death

 

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