Alvenrad – Heer VÖ: 08.12.17, Trollmusic, Folk Metal

Alvenrad - Heer
Alvenrad - Heer

War die Band Alvenrad bei der Erscheinung ihres letzten Albums „Habitat“ (2014) noch als Duo unterwegs, fanden sich innerhalb der letzten drei Jahre zwei neue Musiker hinzu, die nun fester Bestandteil der Band sind. Mit neuer Kraft und einer Menge Einfallsreichtum schrieb das Quartett jetzt an ihrem zweiten Silberling, der den Namen „Heer“ tragen wird.

Thematisch setzten die vier Niederländer auf die mythologische Schiene, so werden Themen wie zum Beispiel Liebe und Gewalt zwischen Götterwesen und Riesen angesprochen, aber auch die malerische Heimat der Musiker beschrieben. Dafür haben sie die musikalische Untermalung im Folk Metal gefunden, wobei diese Bezeichnung meiner Meinung nach nicht ganz passend ist.

Der Introtrack „De Hoogzit“ überzeugt schon mit elektrischen Gitarren und passender Violine, geht dann in den ersten richtigen Track über und startet gleich mit fetzigem und auch lustigem Keyboard. Musikalisch klingt es wirklich klasse, doch der Gesang passt nicht ganz rein. Hier würde man eher eine raue Kehle erwarten, erhält aber eine sanfte, dennoch kraftvolle Power-Metal-Stimme. Diese wirkt eher unpassend und durchzieht leider alle Tracks. So ist der zweite Song „Dagen Gaans Heen“ schon mehr Power als Folk Metal, und leider überzeugt der Song nicht wirklich. Da kommt der vierte Titel umso frischer daher. Hier trifft Speed Metal auf eine gewisse Folkpunk-Attitüde, die ich so noch nicht gehört habe und ihn so zu einem Höhepunkt des Albums macht.

Leider überzeugen die nächsten Tracks nicht. Aber da gibt es eine Ausnahme, denn die instrumentalen Tracks sind wirklich gut. Fetzig und schnell und gar nicht eintönig oder langweilig. Zwar hebt sich „De Heder“ davon auch ab, denn hier werden die sanften Töne angeschlagen. Das Klavier ist dazu stimmig, und die sachte Sprache überzeugt wirklich. Der Song klingt sehr emotional. „De Groene Tempel“ schließt hier auch an, doch geht er nicht den traurig wirkenden Weg, sondern ist mehr auf dem Kuschelkurs und kann als Soundtrack für Stunden zu zweit dienen.

Alles im allen ist „Heer“ ein gut gemachtes Album, das mich persönlich aber nicht bannen konnte. Mir ist das einfach zu wenig Folk Metal und es fehlen Lieder, die so richtig im Ohr bleiben. Einen eingängigen Ohrwurm bietet das Album nicht, dafür aber einige wirklich lustige und fetzige Keyboardparts, die zumindest ein Reinhören interessant machen.

Homepage: www.alvenrad.net

Tracklist:

  1. De Hoogzit
  2. De Raven Wodans
  3. Dagen Gaans Heen
  4. De Zonne-ever
  5. Boom Des Gouds
  6. De Herder
  7. Fallisch
  8. Minneschemering
  9. De Groene Tempel
  10. Omheind
  11. Foreest In Tweelicht

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