UNRU / Tongue – Split EP

Release: 22.09.17
Genre: Black Metal
Label: Supreme Chaos Records
Homepage Unru: https://unru.bandcamp.com/
Homepage Tongue: https://tonguebm.bandcamp.com/

Auf dieser Split-EP haben sich zwei großartige Bands vereinigt, die keineswegs etwas für schwache Nerven sind. Fans von brutalem, rohem Black Metal und Fans, die sich auch mal auf etwas anderes einlassen, werden hier ihre Freude finden. Ich verrate gleich wieso. Nun, zu dieser kleinen EP von einer Spielzeit knapp unter neunzehn Minuten hat sich die Bielefelder Formation von UNRU mit der von Tongue zusammengefunden.

Die erste Truppe UNRU stellt ihren neuen Song „Intimhölle Regression“ vor. UNRU vereinen Komponenten des Black Metals mit denen des Crust Punks, so auch bei diesem Song. Beginnt er mit einem fast zweiminütigen Intro, was für den neunminütigen Song doch etwas lang wirkt, geht es danach doch sehr radikal zur Sache. Schreddernde Gitarren vereinen sich mit erbarmungslosen Blastbeats unter einer Stimme, so tief und finster wie der Abgrund. Das Konstrukt wirkt wie eine manische Raserei, die einem Gewaltakt ähnelt. UNRU vereinen alles Unschöne zu einem komplexen Gesamtwerk und zeigen ihre stärkste Seite. Wer Interesse bekommen hat, sollte sich den Gig im Februar vormerken. Dort treten sie im Osnabrücker Ostbunker auf dem Dark Arts Gathering III auf. Ich habe sie damals als Vorband von Fäulnis erleben dürfen und muss sagen, dass ihre Show und ihre Musik einmalig waren – wenn man denn offen für diese Musik ist.

Tongue hingegen bieten Black Metal der alten skandinavischen Schule. Ihr Werk „Omega Male“ beginnt mit sphärisch verstörenden Klängen, die in harten, ungestümen Roh-Black-Metal münden. Brutal wird sich durch den ebenso langen Song, wie der von den Kollegen, geballert und pausenlos und unermüdlich für einen Höhepunkt nach dem anderen gesorgt. Sind Tongue zwar noch relativ unbekannt, so haben auch sie eine wirklich starke Liveperformance, wie sie es 2016 auf dem Unaussprechliche Culthe Festival in Münster bewiesen haben und mir einen bleibenden Eindruck hinterließen. Nach ihrem Debütalbum 2015 bleibt nur zu hoffen, dass es bald neuen Output der Truppe gibt.

Die Split-EP ist sehr gut gelungen, doch leider kein Must-have. Mit lediglich zwei Tracks, einem pro Band, ist sie sehr kurz und gibt nicht wirklich einen Einblick in die zwei Bands. Ein paar mehr Songs hätte ich schöner gefunden, weshalb sie eher zu einer Art Sammlerstück für Fans wird. Dadurch, dass beide Songs kostenlos über Bandcamp zu streamen sind, ist die EP leider etwas witzlos. Dennoch muss ich sagen, dass es hier zwei grandiose Songs von zwei wirklich eindrucksvollen Kapellen gibt, und wer interessiert ist und die Bands nicht kennt, denen würde ich die Alben ans Herz legen.

Tracklist:
UNRU
1. Intimhölle Regression
Tongue
2. Omega Male

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