Gold – No Image No Stars Tour

Die Band Gold wirft die Schatten der Vergangenheit um The Devil’s Blood mühelos ab, erschafft etwas vollkommen Neues und Einzigartiges und steigt damit förmlich wie Phoenix aus der Asche. So und nicht anders erlebten die Konzertbesucher diesen bahnbrechenden Auftritt im Osnabrücker Bastard Club. Dies war für alle überraschend, da die Band ja bereits im Jahr 2011 gegründet wurde.

Zunächst startet jedoch die Bielefelder Band Stonerhead in den Konzertabend. Ihre musikalische Ausrichtung haben sie gleich in den Bandnamen mit aufgenommen. Die Gitarrensaiten werden von einem sympathischen Geschwisterpaar bewegt, wobei man schnell heraushört, wer hier das Heft in der Hand hat. Die Basslinien haben einen treibenden Rhythmus bei den sehr schönen langen Songs. Insbesondere beim Gesang ist aber noch Luft nach oben. Dieser Auftritt hat die Band aber bereits aufgewertet und wird ein Motivationsschub sein, da sie demnächst sagen können, dass sie mit Gold auf einer Bühne gestanden haben.

Mit großer Spannung wurde die Band Gold aus den Niederlanden erwartet. Hauptverantwortlich für das Songwriting sind Gitarrist Thomas Sciarone (Ex-The Devil’s Blood) und Sängerin Milena Eva.
Zu Beginn wurde ein Intro gespielt, was nicht wirklich wie ein Intro klang, sondern eher als Meditationsmusik durchgehen könnte. Das machte noch weiter neugierig und als dann die Band die Bühne betrat, standen da unvermutet drei Gitarristen und ein Bassist auf der Bühne. Da dachte ich schon, dass man bestimmt von den vielen Gitarren ziemlich überrollt wird. Und so kam es auch, aber völlig anders als gedacht.
In die teils monotonen Gitarrenmelodien, wurden immer wieder neue Nuancen eingewoben, die auf den Zuhörer schon fast eine hypnotische Wirkung hatten. Diese Atmosphäre wurde durch die tiefe und mitunter auch schräge Stimme der Sängerin Milena Eva noch untermauert. Passagen, in denen die Gitarren zum Ausbruch kamen in Verbindung mit dem gewaltigen Schlagzeug machten das Ganze zu einer Orgie der Sinne. Das habe ich in dieser Form noch nie so gehört. Die grazilen und anmutigen Bewegungen und der starre Blick der Sängerin verstärken diese stark von Post Rock beeinflusste Musik. In diesem Zusammenhang würde ich es vielleicht am treffendsten als psychedelischen Occult Rock bezeichnen. Die Aufschrift auf ihrem T-Shirt „Fuck The Past“ ist eigentlich völlig überflüssig, da Gold mit dieser Musik etwas ganz Neues geschaffen haben. Hiermit haben sie eine musikalische Nische getroffen, die man braucht, um als Band groß rauszukommen. Und daran bestehen meinerseits keinerlei Zweifel. Gold erreichen das, was The Devil’s Blood nur bedingt geschafft haben. Sie zünden auf Anhieb und können für die ganze Dauer des Sets überzeugen. Alle gespielten Lieder stammen von ihrem erst kürzlich erschienenen zweiten Album „No Image“. Nach dem Auftritt wurde von den wenigen anwesenden Konzertbesuchern der Merch-Stand gestürmt.

Ich bin mir sicher, dass noch einige Musikliebhaber diese Band für sich entdecken werden. Wenn man das Internet zu Hilfe nimmt und sich ein paar You-Tube Videos anschaut, wird man allerdings in die Irre geführt. Das was heute hier geboten wurde, weicht nämlich vollkommen davon ab. Deswegen war es ganz anders, als man erwartet hatte.

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