Halfway Decent + Forkupines + Shoreline

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ Diese dichterische Anmerkung hätte Goethe wahrscheinlich auch im modernen Osnabrück von sich gegeben, wenn er das Konzert am vergangenen Samstag im Ostbunker besucht hätte. Bei drei auftretenden Punk Rock/Hardcore-Kapellen rechnet man ja mit ziemlich viel Krach, aber das war diesmal überhaupt nicht so. Im Übrigen gibt es jetzt im Ostbunker eine etwas bessere neuere Musikanlage und die fürchterlichen Brüllwürfel, die sonst von der Decke hingen, sind durch erträgliche Standlautsprecher ersetzt worden.

Die aus dem benachbarten Münster kommenden Shoreline hatten ihren allerersten Auftritt in Osnabrück. Die Band existiert auch noch gar nicht so lange. Erst seit Januar werden die Bühnen der Welt erobert. Shoreline hatten Bedenken, ob sie gut aufgenommen würden, da es ja eine unterschwellige Feindschaft zwischen Osnabrück und Münster gibt. Das allerdings ist nur einigen wenigen Menschen aus der Fußballecke zuzuschreiben. Im musikalischen Bereich gibt es so was zum Glück nicht. Die Münsteraner trugen ihren melodischen Punk Rock in einer unglaublich frischen und abwechslungsreichen Art vor. Beim letzten Lied wurde noch die Endstufe gezündet, die einen tollen Auftritt abrundete. Da wünscht man sich, dass Shoreline alsbald noch mal den Weg nach Osnabrück wagen. Aber zunächst haben die Jungs noch weitere Termine auf ihrer „Late Summer/Fall Tour 2016“, die man nicht verpassen sollte.

Forkupines aus Braunschweig sind dagegen schon fast alte Hasen in Osnabrück, da sie schon häufiger in der Friedensstadt waren und zudem schon öfters mit Halfway Decent auf einer Bühne standen. Die Musik von Forkupines ist etwas mehr von Hardcore beeinflusst. Sänger Skotty wechselte zwischen Kreisch- und Klargesang und musste einem Konzertbesucher durch persönliche Ansprache deutlich machen, dass er keine Ballade im Repertoire habe. Als alleiniger Gitarrist ackerte er sich versiert durch das Set. Eine zweite Gitarre würde der Band – meiner Ansicht nach – aber gut stehen. Und auch Forkupines haben ab November noch weitere Tourtermine und können live erlebt werden.

Zum Schluss durften sich die Lokalmatadore von Halfway Decent auf der Bühne austoben. Obwohl in Osnabrück ansässig, war dies auch der erste Auftritt dieses Jahr in Osnabrück für die Band. Also Grund genug für alle, ordentlich abzugehen. Mit Liedern wie „5:30“, „Solemn Souls“, „Pictures and Places“ und „Leaving“ hatten sie einige Kracher mit hohem Wiedererkennungswert im Gepäck. Erschöpft und zufrieden endete dieser Konzertabend für Bands und Besucher kurz nach Mitternacht.

Mit der neuen Musikanlage in der Hinterhand sollte man jetzt tatsächlich häufiger den Ostbunker aufsuchen.

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