Konzertbericht – Orden Ogan + Rhapsody Of Fire + Unleash The Archers 14.10.2017 - X, Herford

Orden Ogan - Gummen Tour

Nach der erfolgreichen Veröffentlichung ihres neuen Albums „Gunmen“, einer fulminanten Album Release Show im Freizeitpark Fort Fun und einigen umjubelten Festivalshows begeben sich die Jungs von Orden Ogan nun auf ihre erste große Headliner Show. Dabei konnten einige Clubs bereits weit im Vorfeld „Sold Out“ vermelden. Das zeigt, wie angesagt die Arnsberger gerade sind. Außerdem hat man mit Rhapsody Of Fire und Unleash The Archers auch zwei klasse Vorbands mit dabei. Am 14.10.2017 machte der Tourtross Halt im Herforder X.

Von ausverkauft ist das X zwar weit entfernt als Unleash The Archers etwa eine halbe Stunde eher als ursprünglich angekündigt die Bühne betreten, es hat sich aber bereits eine ansehnliche Menschenmenge eingefunden. Die Fans werden für ihr frühes Erscheinen belohnt und erleben eine energetisch und kraftvoll aufspielende Band, die bei druckvollem Sound eine tolle Show abliefern. Frontfrau Brittney Slayes ist gut aufgelegt, wirkt auf der Bühne sehr präsent und heizt dem Publikum ordentlich ein. Mit ihrem speedigen Power Metal, der immer wieder mit Death Metal-artigen Grunzeinlagen angereichert wird, geben die Kanadier mächtig Gas und sorgen so auch vor der Bühne für gute Stimmung. Mit dem schnell wie der Wind galoppierenden „Tonight We Ride“ verabschieden sich Unleash The Archers dann fulminant und bekommen den verdienten Applaus.

Bei Rhapsody Of Fire muss man sich dann erst einmal an das Gesicht und die Stimme von Neu-Sänger Giacomo Voli gewöhnen. Zwar hat selbiger nach dem Ausstieg von Fabio Leone Ende 2016 bereits das Best-Of-Album „Legendary Years“ eingesungen, das Live-Geschäft ist ja aber bekanntlich noch mal eine ganz andere Geschichte. Insgesamt macht er seine Sache sehr ordentlich und ist stimmlich voll da. Nur bei den ganz hohen Screams vermisst man die unverkennbare Stimme des Vorgängers dann doch ein wenig. Ansonsten machen die Jungs um Keyboarder und Mastermind Alex Staropoli eine sehr gute Figur und bekommen vom Publikum auch ordentlich Applaus. Was die Setlist angeht, hat man den Schwerpunkt klar auf die Alben „Dawn Of Victory“ und „Power Of The Dragonflame“ gelegt. Mit „Flames Of Revenge“ hat man sogar ein Stück vom Debütalbum „Legendary Tales“ mit an Bord. Diese Songauswahl wird von Fans mit lautem Beifall und Jubelschreien belohnt. Hier und da wird sogar lautstark mitgesungen. Für Gänsehaut sorgt dann das sehr gefühlvoll vorgetragene „The Magic Of The Wizards Dream“, welches dem 2015 verstorbenen Christopher Lee, der an mehreren Rhapsody Of Fire-Alben beteiligt war, gewidmet wird. Danach werden mit „Holy Thunderforce“, „The March Of The Swordmaster“ und „When Demons Awake“ noch ein paar echte Bandknaller zelebriert, bevor der Gig in „Emerald Sword“ ein großartiges Ende findet.

Und dann ist es endlich soweit. Nachdem das „Orden Ogan“-Intro verklungen ist und alle Augen im Publikum auf die liebevoll als Western-Fort gestaltete Bühne gerichtet sind, gehen Orden Ogan mit „To New Shores Of Sadness“ sofort in die Vollen. Ein kraftvoller und sehr rund klingender Sound in Kombination mit einer stimmungsvollen Lichtshow sorgen dabei für die richtigen Rahmenbedingungen, und auch die Band macht einen sehr guten Eindruck. Nach dem dann folgenden „F.E.V.E.R“ begrüßt Sänger „Seeb“ die Fans kurz, hält sich aber nicht mit langen Ansprachen auf. Vielmehr hat man mit „Here At The End Of The World“ einen weiteren Bandklassiker am Start. Die gute Stimmung auf der Bühne überträgt sich sodann auch innerhalb kürzester Zeit auf die Meute vor der Bühne, die die Band ihrerseits mit Klatschen, Springen und Schreien abfeiert.

Erst jetzt widmen sich Orden Ogan ihrem aktuellen Album „Gunmen“. Der Titeltrack „Gunman“ kommt beim Herforder Publikum bestens an und wird lautstark mitgesungen. Auch die Über-Hymne „Fields Of Sorrow“ wird grandios abgefeiert, obwohl die eingespielten Chöre ein wenig zu dominant wirken. Dafür dürfen bei „The Lords Of The Flies“ dann wieder die Headbanger ran. Und auch wer keine Haare hat, schüttelt hier heftig die Rübe, legt dabei Hand an die Stirn und wippt im Takt mit. Beim Übergang von der wunderschönen Power-Ballade „Come With Me To The Other Side“ zu „Forlorn And Forsaken“ führen die Arnsberger ihre Fans noch einmal kurz aufs Glatteis, als sich plötzlich das Anfangsriff von „Vampires In Ghost Town“ unter die Noten mischt. Abgeschlossen wird der reguläre Teil des Sets dann mit „One Last Chance“, was noch einmal für Bewegung vor der Bühne sorgt. Aber natürlich können Orden Ogan nicht ohne „We Are Pirates“ und „The Things We Believe In“ von der Bühne gehen. Und so kommen die Jungs für eben diese beiden Stücke noch einmal zurück und geben der Show damit den Abschluss, den sie verdient hat.

Und damit geht ein richtig guter Konzertabend leider viel zu früh zu Ende. Alle drei Bands konnten auf ganzer Linie überzeugen und haben klasse Shows abgeliefert. Ganz besonders Orden Ogan konnten mit diesem Auftritt ihren aktuellen Status als eine der derzeit angesagtesten deutschen Power-Metal-Bands unterstreichen. Wenn die Jungs so weitermachen, dann dürfte man die Truppe bald auch auf größeren Bühnen sehen.

Setlist Rhapsody of Fire

  1. Distant Sky
  2. Dargor thw shadowlord
  3. Flames of revenge
  4. Dawn of Victory
  5. Holy Thunderforce
  6. March of the swordmaster
  7. When Demons Awake
  8. Emerald Sword

Setlist Orden Ogan

  1. To New Shores Of Sadness
  2. E.V.E.R
  3. Here At The End Of The World
  4. Gunman
  5. Deaf Among The Blind
  6. Sorrow Is Your Tale
  7. Fields of sorrow
  8. The Lords Of The Flies
  9. Come With Me To The Other Side
  10. Forlorn And Forsaken
  11. One Last Chance

Zugabe

  1. We Are Pirates
  2. The Things We Believe In
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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

3 Kommentare

  1. Das war insgesamt ein stimmiges Package. Wobei man sagen muss, dass es bei Orden Ogan soundmäßig live noch Luft nach oben gibt. Das neue Album ist definitiv eine große Weiterentwicklung und jemand wie ich, der die Band schon sein 10 Jahren beobachtet, wartet eigentlich nur darauf, dass sie mit dem nächsten Album endlich den richtigen Durchbruch schaffen. Die „Noch ein Bier“-Rufe der Fans haben es schon angedeutet…

  2. Seh ich leider bzgl. Orden Ogan komplett anders. Live immer schlimm. Und die ersten beiden Scheiben, maximal noch die dritte werden nicht mehr erreicht. Die neueren Scheiben haben zwar insgesamt weniger Ausfälle aber auch deutlich weniger Highlights als die alten. Da hab ich lieber ein paar Ausfälle auf nem Album wenn richtige Hits drauf sind. Das ändert natürlich nichts daran das sie den Durchbruch bei dem „Wacken-Publikum“ trotzdem schaffen.

    Schade das ich Unleash the Archers verpasst habe. Coole Band. Hoffentlich kommen die nochmal in einem, für mich, reizvolleren Package zu uns.

  3. Aber genau das ist ja die Weiterentwicklung. Von der partytauglichen Musik der ersten Alben sind sie nun in den anspruchsvolleren Sektor gewandert, was sich unverkennbar auch in den Texten niederschlägt. Das geht natürlich zunächst auf Kosten des Hitpotentials. Und wie gesagt, mit dem nächsten Album werden sie beides wieder miteinander vereinen. Da bin ich ganz sicher.

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