Kyler – The Inner Pain [EP] VÖ: 23.03.2018, 7Hard Records, Groove Metal

Kyler - The Inner Pain [EP]

Aufmerksam wurde ich im Herbst 2015 auf die Band auf einem Konzert im Bastard Club, als das damalige Quintett mit Sänger Kai „Rippenspieß“ Ellermann, der einigen Osnabrückern vielleicht noch als Frontmann der seligen Forever Stillborn in Erinnerung geblieben ist, am Mikro) als Vorband der Braunschweiger Booze Control einen recht amtlichen Auftritt hinlegte.

In der Folge besorgte ich mir das 2012 erschienene Debütalbum „Swagger“, welches ich nach wie vor sehr schätze und das sich auch nach etlichen Jahren recht gut in der Diskographie der übermächtigen, wenn auch späten Pantera gemacht hätte. Bezeichnend ist, dass von der damaligen Besetzung nur ein Mitglied, nämlich der Banddirigent Ralf Thomas, an der Entstehung des Erstlingswerks beteiligt war (das wird an späterer Stelle noch wichtig, Leute).

Nachdem im Sommer 2014 drei Fünftel der damaligen Formation um Sänger Markus Keller wegbrach, drehte sich nur zwei Jahre später das Besetzungskarussell erneut recht kräftig: Zunächst stiegen Leon Huber und Simon Keil aus, welche in der Folge von Schlagzeuger Griesie und Gitarrist/Sänger Marco „Marc-Oh“ Schulz (Ex-Obskura) ersetzt wurden. Kaum vier Monate später verließ Kai Ellermann das sinkende Schiff und quasi mit ihm der gerade eingestiegene Drummer Griesie. Dieser wurde durch Andreas Biedermann ersetzt, der bereits das Debütalbum eingespielt hatte und unmittelbar danach aus der Band gekickt wurde. Einige Monate später nahm Basser Peter seinen Hut und wurde durch Mario „The Schnitter“ Schneider ausgetauscht. Man kann also von einer absolut neuen Bandkonstellation sprechen: Fünf Neuzugänge in nicht einmal 14 Monaten sind schon arg heftig.

Entsprechend anders fällt „The Inner Pain“ aus. Entpuppte sich „Swagger“ als beinhartes und recht durchdachtes, wenn auch nur von einer kleinen Gruppe Individueller erkanntes Hammeralbum, kann „The Inner Pain“ lediglich als halbgarer Versuch gewertet werden, ein im Zuge einer Folgeveröffentlichung einigermaßen adäquates Machwerk zu präsentieren. Zwar ist die Produktion, für die sich Viktor Dewald vom Desert Inn Studio verantwortlich zeigt, durchaus amtlich; der vielzieterte Teufel zeigt sich hingegen im Detail: die Drums sind zwar gekonnt eingespielt, erscheinen im Arrangement allerdings an vielen Stellen zu chaotisch. Ähnlich verhält es sich mit dem Gesang, der zwar technisch einwandfrei ist, allerdings – was den Flow betrifft – arg daneben liegt und sich zudem beizeiten gar überschlägt; zudem ist die Aussprache der englischen Wörter teilweise mangelhaft bis ungenügend und schmerzt mitunter physisch. Was zudem unverständlich erscheint, ist die Tatsache, dass zwei der Stücke, namentlich „Vivisection“ sowie “ Burnin‘ Hole“ derart krumm umarrangiert wurden, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln möchte.

Der einzige wirklich rezipierbare Song ist das Titelstück, der songwriterisch allerdings meilenweit hinter den älteren Kyler-Songs rangiert, so dass man getrost die gesamte Scheibe vergessen kann.

Fazit: „The Inner Pain“ stellt ein arg unausgegorenes Stück Musik dar, bei dessen Produktion eine Menge Geld verbrannt wurde. Gute Ansätze sind zwar vorhanden; die Ausführung hingegen ist zumeist allenfalls ausreichend bis mangelhaft. Bleibt zu hoffen, dass das Quartett sich neu besinnt und in der Folge einen wieder stärkeren Output ins Rennen schickt.

Tracklist:

  1. Preacher
  2. The Inner Pain
  3. Burnin‘ Hole
  4. Vivisection
  5. The Pure Obsession

Evil Eric – Gastredakteur

Über Padre 62 Artikel
I use my anger as a tool, I feel the pain, I ain't no fool, I will not stack my rage upon the shelf, I'll always keep my negative self!

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