Lich King – Eurotour 2018 05.08.18 - Bastard Club, Osnabrück

Lich King Condition Critical Exit Smashed

Zum dritten Mal sind die Jungs von Lich King im Osnabrücker Bastard Club und nun darf man sogar, mit zwei Vorbands im Schlepptau, auf der großen Bühne spielen.

„Wir sind Exit Smashed, und wir haben Durchfall“ lautet die Begrüßung, nachdem das Intro nicht so recht anlaufen will. Als es dann doch läuft, will man eigentlich auf den „theatralischen Scheiß“ verzichten. Es folgt eine solide halbe Stunde Thrash mit Hardcore-Anleihen. Aufgrund der Hitze ist es im vorderen Bereich der Bühne noch nicht so voll, da sich die Leute um die Luftgebläse im mittleren Teil des Kellers drängen. Die Jungs stört das nicht, die knüppeln drauf los. Beim Song „Barfight“ wird’s dann asozial (Worte der Band nicht von mir) und weil Violent Dancer fast niemand mag, wird eben jenen auch der Song „We Are At War“ gewidmet. Mit dem Sodom-Cover „Bodyparts“ und einem abschließendem „Wir sind Exit Smashed und wir sind asozial“ endet dann auch schon der erste verschwitzte Auftritt des Tages. Die Band nutzt übrigens kein Backdrop, sondern einen Leuchtschriftzug, der tatsächlich wie ein Exit-Schild aussieht. Coole Sache.

Amerikaner müssen glauben, dass Europa ein sehr kalter Ort ist. Anders kann ich mir nicht erklären, warum der Condition Critical-Bassist im Sweatshirt auf der Bühne steht. Seine schwarze Jeans wird von Schweißflecken und einer beachtlichen Salzkruste geziert, was darauf schließen lässt, dass er sie die ganze Tour über getragen und nicht gewaschen hat. Sein Kollege an der Leadgitarre steht, den Temperaturen angemessen, oben ohne auf der Bühne und sieht mit seinem mehr als muskulösen Körperbau wie eines dieser belgischen Muskelrinder (Weißblauer Belgier) aus und randaliert sich über die Bühne. Rayn Taylor, der in den letzten Jahren noch den Live-Frontmann für Lich King mimte, steht in extrem kurzen Plamenmuster-Shorts hinterm Mikro und übernimmt die zweite Gitarre. Auch hier gibt’s Quallitäts-Thrash, wie er heftiger nicht sein kann. Da ich die Songs der Band allerdings noch nicht kannte, kann ich auf selbe hier leider nicht eingehen. Sorry!

Für Lich King ist es der letzte Europagig dieser Tour. Mit neuem Sänger, der frisurentechnisch auch der Rapper Azad sein könnte, wird dann auch direkt ohne Vorwarnung losgeholzt. Sweatshirt-und-Salzkrustenhose-Bassist ist auch hier wieder dabei. Brain Westbrock, der immer aussieht wie das kleine dickliche Nachbarskind, verdrischt sein Kit mit viel Präzision und hat ein Dauergrinsen im Gesicht. Auch Rayn Taylor kommt zur Mitte der Show noch auf die Bühne, um noch einmal den Gesang zu übernehmen. Was macht eigentlich unser Bassist mit der salzigen Hose? Der spielt sein Instrument, während einige Mitglieder der Vorbands die Bühne stürmen und ihm die Buxe zerreißen, nachdem er sich darüber beklagte, dass es ihm dann doch zu heiß wurde. Dass er jetzt wie Rob Zombie aussieht, bemerkt er selber und zur lautstark geforderten Zugabe „Black Metal Sucks“ zieht er das Ding dann komplett aus und wirft es ins Publikum, um in Boxershorts weiterzuspielen. Zum Schluss gibt es dann nochmal kollektiv Pogo mit allen Mitgliedern aller drei Bands bevor die letzte Tourshow endet und ich den Hochofen Bastard Club verlasse.

Bericht: Inquisitor
Fotos: Dark Angel

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