Mandrágora – Waves Of Steel VÖ: 30.10.2017, Infernö Records, Heavy Metal

Mandrágora - Waves of Steel
Mandrágora - Waves of Steel

Klassischer Heavy Metal, den auch Mandrágora aus Peru spielen, ist seit einiger Zeit wieder ein wenig auf dem Vormarsch. Es gibt jedoch nicht, wie in anderen Stilbereichen, eine riesige Schwämme von neuen Bands, respektive Veröffentlichungen. Deshalb freut man sich wirklich darüber, wenn ein hoffnungsvoller Newcomer wie Mandrágora hervortritt und ein Album abliefert, das richtig was kann!

Mandrágora existieren scheinbar schon seit 2007, sind bislang aber noch kaum in Erscheinung getreten. Auf Veröffentlichungsseite stehen bisher ein Demo, eine EP sowie eine Compilation. Diese wurden im Underground durchaus positiv aufgenommen. Trotzdem muss man sagen, dass trotz guter Ansätze noch Luft nach oben war. Und „Waves Of Steel“ liefert diese durchaus, allen voran durch die verbesserte Produktion. Der Gesang steht nicht mehr so extrem im Vordergrund, trotzdem ist der Sound weit entfernt von modern. Alle Instrumente harmonieren nun sehr gut. Was auch positiv auffällt ist, dass der Bass sehr prägnant hervorkommt. Gefällt!

Ein atmosphärisches Intro läutet die Old-School-Vollbedienung ein, bevor es mit „Dead Souls“ und ordentlich Schmackes losgeht, ein eingängiger, klassisch aufgebauter Song mit Twin-Guitar-Soli der Herren Herman Roll und Paulo Rockett. Der Song ist zusammen mit „Steel Metal“ schon von den bisherigen Veröffentlichungen bekannt. Ein guter Auftakt – man weiß gleich, was einen erwartet. Weiter geht es mit der ersten Singleauskopplung (oder heißt das nun Youtube-Auskopplung?). „Siren“ ist schon eines der Highlights der Scheibe, ein ganz fantastischer Ohrwurm! Hier merkt man, wie sehr sich Fátima Natthammer gesteigert hat. Ihr sehr hysterischer, kreischender Gesang polarisiert mit Sicherheit, ist aber gleichzeitig charmant und sticht heraus. Bei „Siren“ wird deutlich, dass sie versucht, kontrollierter zu singen, was auch gleich viel besser rüberkommt, weil abwechslungsreicher. Trotzdem gibt es nach wie vor genügend Gefühlsausbrüche der Dame. Gefällt!

Insgesamt bin ich sehr überrascht über die an den Tag gelegte Vielfältigkeit. „Hell Night“ wirkt sehr kraftvoll und ist ein formidabler Banger, bei dem Miss Natthammer sogar ein wenig dunkler singt als sonst. Insgesamt kann man jedem Song wirklich eine eigene Note bescheinigen. Ich hatte nie das Gefühl, der eine Song gleicht dem anderen, wie es ja manchmal bei anderen Scheiben der Fall ist. Das muss man erstmal hinkriegen. Coole Riffs, tolle Gitarren- und Gesangsmelodien, saucooler Bass, natürlich druckvolle Drums, Respekt dafür. Es ist schwer in diesem Review nicht auf jeden Song einzugehen, ob es das fetzige „Demon Owl“ ist, das hymnische „Abraxier“ oder die Bandhymne „Steel Metal“ mit an Motörhead erinnerndem Anfangsriffing. Hervorzuheben sind insbesondere noch das mit epischem Einschlag versehene „Planet of the Silver Crown“ sowie das hart rockende, mit schwer groovendem Hitrefrain gesegnete „Someone“. Gefällt!

Wer auf klassischen Heavy Metal der Hörrichtung Iron Maiden (ganz viel!), Accept oder aktuellen Bands wie Ambush oder aufgrund des spanischen Akzents die Lizzies steht, muss hier zugreifen. Die Band hat es mit diesem reifen Werk, das eine mehr als deutliche Steigerung darstellt, verdient. Klar, der Gesang polarisiert, aber man muss diesem einfach auch etwas Zeit geben. Bei mir hat es da auch ein wenig gebraucht, aber dann wird sich „Waves of Steel“, wie bei mir, in die Spitzengruppe der New Wave of Classic Heavy Metal katapultieren. Me gusta! Mucho!

Tracklist:

  1. Waves Of Steel
  2. Dead Souls
  3. Siren
  4. Hell Night
  5. Demon Owl
  6. Abraxier
  7. Planet Of The Silver Crown
  8. Steel Metal
  9. Someone

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