Megamosh im Rosenhof –
S.D.I. + Miron Aiden

Nach einer Show auf dem Metal Assault Festival in Würzburg im Januar und diversen Auftritten im Ausland spielt die Osnabrücker Speed Metal-Legende nun ihren ersten Gig seit über zwanzig Jahren in Osnabrück. Da es sich um die zweite Show in Deutschland seit der Reunion und zudem um die einzige in der Gegend handelt war ein volles Haus zu erwarten.

Vor Ort musste dann allerdings niemand um seine persönliche Komfortzone fürchten, denn Platz war genug da, und auch die blutleere Vorstellung der Iron Maiden-Coverband Miron Aiden trug nur wenig dazu bei das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen. Zwar war die Setlist gut gewählt und deckte sämtliche Hits aus allen Schaffensphasen der Band ab, aber ich fürchte, dass die Vorbilder (die ungefähr im selben Alter sein dürften wie ihre Nachahmer) selbst in dreißig Jahren noch mehr Dampf auf dem Kessel haben werden. Das durchaus gemischte Publikum, von der Kutte bis zum Poloshirt mit hochgeklapptem Kragen war alles dabei spendete wohlwollenden Applaus, mitreißen ließ man sich aber nur sehr vereinzelt. Schade, dass die Veranstalter keiner Nachwuchsband die Möglichkeit gegeben haben, sich zu präsentieren.

Nach einer kurzen Umbaupause und dem von Miron Aiden-Sänger Bülent Sendallar gesprochenem Intro (Er ist übrigens auch auf der Aufnahme vom „Sign Of The Wicked“-Album von 1987 zu hören) enterten S.D.I. mit „Fight“ die Bühne. Der Teil des Publikums, der unter dem Alterdurchschnitt von ca. 35 Jahren lag, rastete aus, der Rest beobachtete, amüsiert bis irritiert, das Geschehen vor und auf der Bühne. Man will sich ja schließlich sein, vermutlich eh nur ein mal im Jahr aus dem Schrank geholtes, Bandshirt nicht verknittern. Auf der Bühne war dagegen von Auflösungserscheinungen im Alter wenig zu spüren. Vielleicht ist das von jugendlicher Naivität nur so sprotzende Songmaterial schon damals nicht der ganz große Wurf gewesen, aber das ist vollkommen egal! Reinhard Kruse, Reiner Rage und Ralf Maunert haben Bock ohne Ende und rasten aus als ob sie dreißig Jahre jünger wären. Der Schwerpunkt der Setlist liegt auf dem sicher stärksten Album „Sign Of The Wicked“, aber auch Klassiker wie „I Wanna Fuck You“, „Absolute Banger“ und natürlich „Quasimodo“ werden gespielt. Auch die kürzlich auf Vinyl wieder veröffentliche Bloodsucker-Demo wird mit „Wanker“ und „Chainsaw Massarace“ bedacht, zwischenzeitlich bildet sich sogar ein Circle Pit.

S.D.I. sind wieder da! Zumindest live, denn ob es auch neues Material geben wird wollte die Band auf Nachfrage nicht verraten. Es ist nur schade, dass sich der Großteil des Publikums als so träge erwies, aber das mag auch am hohen Anteil von Familien und Freunden der Band gelegen haben, denn Anfang des Jahres in Würzburg sah das noch ganz anders aus! Vielleicht war der Rosenhof aber auch einfach die falsche Location…

Setlist S.D.I.:
1. Fight
2. I Don’t Care
3. Take Off Your Hands
4. Panic In Wehrmacht
5. Absolute Banger
6. Alcohol
7. You’re Wrong
8. Quick Shot
9. Killers Confession
10. Violence
11. Coming Again
12. Sign Of The Wicked
13. Chainsaw Massacre
14. Disappointment
15. Wanker
16. Kiss Ass
17. Bullshit
18. I Wanna Fuck You
19. Megamosh
20. Quasimodo

Bericht: Padre / Fotos: Dark Angel

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I use my anger as a tool, I feel the pain, I ain't no fool, I will not stack my rage upon the shelf, I'll always keep my negative self!

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