Metal Assault 2017

Metal Assault 2017
Metal Assault 2017

Wie jedes Jahr lockt das Metal Assault Festival mit einer interessanten Mischung aus vielversprechenden Newcomern und alten Haudegen nach Würzburg und markiert den Start ins neue Jahr für die Old School-Fraktion.

Gewohnheitsgemäß inspizieren viele Besucher neben der Theke zuerst die Händlerstände im hinteren Bereich der Posthalle, doch nach und nach kann der Opener Blackslash immer mehr Besucher vor die Bühne locken. Die Jungs aus Donaueschingen haben bereits zwei Alben und zwei EPs am Start und dementsprechend mehr Songs als die beiden nachfolgenden Bands. Zwar dümpeln nicht wenige Songs noch auf Schülerbandnivaeu rum, aber durch Spielfreude und Professionalität sind die Zuschauer dennoch leicht zu begeistern. Als die Jungs dann noch „It’s Got To Be Love“ von Randy ausgraben, steigt der Merchandise-Umsatz ordentlich an.

Die Italiener Vultures Vengeance leiden unter schlechtem Sound, bei dem alles zu einem schwer ertragbaren Brei verkommt. Schade, denn das äußerst eigenständige aber auch sehr kauzige Material hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. So war es leider nur anstrengend. Selbst mit zwei neuen Songs vom bald erscheinenden Debütalbum im Gepäck, greifen Vulture noch auf Coversongs von Dark Angel („We Have Arrived“) und Judas Priest („Rapid Fire“) zurück und sind trotzdem noch fünf Minuten zu früh fertig. Ansonsten rasiert die Band aber wieder mal alles und zeigt, dass sie den Erwartungen locker gerecht werden kann. Çok güzel digga!

Ebenso intensiv gings dann mit Antichrist weiter, die es im Gegensatz zu anderen Thrash-Bands verstehen, ihre Songs mit einer unglaublich bösen Atmosphäre zu versehen und gleichzeitig auch richtig „die Brügel rausschmeißen“, wie man in Franken so sagt. Super Gig, der die Vorfreude auf das im Sommer erscheinende neue Album „Sinful Birth“ noch vergrößert. Etwas bedächtiger geht es dann mit Ostrogoth weiter. Die belgischen Urgesteine spielen ein spezielles Set ausschließlich mit Songs von „Ecstacy And Danger“ (1984) und „Full Moon’s Eyes“ (1983) und haben im Gegensatz zum (meiner Meinung nach) schwachen Auftritt auf dem Headbanger’s Open Air ordentlich zugelegt. Das Publikum singt fleißig mit und feiert die Band ordentlich ab. Auf demselben Niveau spielen sich Witchfynde durch ihr Set. Die (mit Unterbrechungen) seit den frühen Siebzigern aktive Band ist zwar optisch die mit Abstand älteste Band der Welt, kann aber, trotz teilweise gewöhnungsbedürftiger Bühnenoutfits,  sowohl alt als auch jung problemlos überzeugen.

Artillery haben ebenfalls eine Setlist, die sich auf die frühen Tage der Band beschränkt, vorbereitet. Aus dieser Zeit ist mittlerweile zwar nur noch Gitarrist Michael Stützer am Start, der war allerdings auch mal weniger agil auf der Bühne. So macht die gute Show zwar Laune, aber die Nahrungsaufnahme erscheint dann doch wichtiger. Aus diesem Grund wird auch der Anfang von Helstar verpasst, die sich neben den üblichen Klassikern auf ihr neues Album „Vampiro“ konzentrieren, weswegen James Rivera neben einem Cape auch ein Vampirgebiss trägt. Wie der Mann damit trotzdem so gut singen kann, bleibt sein Geheimnis…

Zum Abschluss gab es mit der Reunion-Show von Nasty Savage noch ordentlich was auf die Ohren. Aber auch für die Augen wurde einiges geboten. Der zwischenzeitlich im Wrestling (checkt die IWF an!) tätige Sänger Ronnie Galetti aka Nasty Ronnie passt mittlerweile zwar eher zum Sumo-Ringen, hat aber was die Show angeht nichts verlernt. Zum Beginn muss ein Rollator dran glauben. Die aus guter deutscher Wertarbeit bestehende Gehhilfe übersteht den Wurf aber relativ unbeschadet. Dafür werden im Verlauf diverse Röhrenfernseher mit einer Kette und den bloßen Händen (bzw. dem Kopf) zertrümmert und die Einzelteile ins Publikum geworfen. Musikalisch rödelt sich die Legende mehr oder weniger tight durch ein Best Of-Set, bei dem deutlich wird, dass der Fronter die hohen Lagen nicht mehr so richtig drauf hat. Zudem leert sich die Posthalle Stück für Stück, die Mehrheit bleibt aber da und hat ordentlich Spaß.

Leider gab es bei einigen Bands Probleme mit dem Sound, teilweise auch auf der Bühne. Dennoch können sich wohl weder Veranstalter noch Besucher beschweren. Natürlich waren die Toiletten ranzig und der Boden klebrig wie jedes Jahr, auch auch die Anzahl der Schapsleichen wird sich so schnell nicht verringern. Auf der Aftershowparty wurden dann aber die letzten Kraftreserven mobilisiert und ein angemessen asoziales Metal Assault gebührend beendet.

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Bericht: Padre
Fotos: Soprathna

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