Oz – Transition State VÖ: 20.10.2017, AFM Records, Heavy Metal

OZ - Transition State

Oz sind eine dieser Bands, die in den 80ern aktiv waren und zu der Zeit einige gute Alben veröffentlicht haben. In einigen hartmetallischen Kreisen genießen die Finnen deshalb einen gewissen Kultstatus, dessen Berechtigung ich ehrlicherweise weder bestätigen noch abstreiten kann.

Die wohl beste Phase ihres Schaffens hatten Oz in der ersten Hälfte der 80er, danach wurden noch zwei enttäuschende Alben herausgebracht, bevor die Band sich 1991 auflöste. 2011 dann das Comeback mit zumindest drei Ur-Mitgliedern. Davon ist nun beim zweiten Album nach der Reunion nur noch Drummer Mark Ruffneck an Bord. Der größte Einschnitt davon dürfte, wie so oft, der Wechsel am Gesang sein.

So hatte Ape de Martini eine sehr raue, vor Power strotzende Stimme und passte perfekt zum von Accept beeinflussten Heavy Metal. Der neue Sänger Vince Kojvula dagegen singt höher, melodischer und deshalb auch weniger kraftvoll. Das ist nicht schlecht, nein, das ist sogar richtig gut. Die Stärke des Herrn Kojvula liegt definitiv in der größeren Vielseitigkeit als sein Vorgänger. Nur sind das nicht mehr ganz die alten Oz. Wer unvoreingenommen an das Album herangeht, wird dementsprechend weniger Probleme mit diesem haben.

Ex-Hauptsongwriter Jay C. Blade trennte sich ebenfalls von der Band, und so musste das letzte verbliebene Ex-Mitglied Mark Ruffneck das Songwriting übernehmen. Dieser weiß jedoch, wie Oz-Songs klingen müssen, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch das aktuelle Album größtenteils eben nach diesen klingen. Eine komplette Stilveränderung gibt es nicht.

Soweit zur erwähnenswerten  Vorgeschichte, nun zu den Songs. Das Album fängt definitiv stark an. Gleich am Anfang steht mit „Bone Crusher“ ein echtes Highlight. Ein kraftvoller Song, den man zügig mitsingt und der zum Fäusterecken einlädt. Toller Einstieg! „Restless“ (wie auch „Midnight Screams“) erinnert mich stark an Steelwing zu „Zone of Alienation“-Zeiten. Es geht hier etwas getragener zu Gange, gefällt aber! Mit „Heart Of A Beast“ folgt ein Song in der Schnittmenge der ersten beiden, der mit Ohohoh-Chören aufwartet.

So geht es dann auch weiter. Der meist kraftvolle Heavy Metal wird mal schneller, mal langsamer oder melodischer interpretiert. Es wird deutlich, dass versucht wurde, eine abwechslungsreiche Scheibe zu servieren. Das kann man im stilistischen Korsett auch als durchaus gelungen bezeichnen, aber überzeugt dann doch nicht auf kompletter Länge. Das doomige Riffing von „Whore of Babylon“ hat mich z.B. eher zu einem Nickerchen angeregt, und ein Song wie „Never Close Your Eyes“ klingt dann doch etwas zu sehr konstruiert. Am besten sind Oz immer dann, wenn sie auf den Punkt kommen, wie beim Opener oder dem treibenden „In A Shadow Of A Shotgun“. „The Mountain“ überzeugt hingegen mit schönen, melodischen Gitarrenleads.

Alles in allem ist Oz ein eher durchschnittliches Metal-Album, im klassischen Sinne gelungen, dem man eine gewisse Routine bescheinigen kann. Bei insgesamt 13 Songs ist es zwar kein Wunder, wenn man ab und an die Skip-Taste nutzen muss, doch gibt es insgesamt auch zu wenige Highlights, um das größtenteils an einem vorbeiplätschernde Material auf ein höheres Niveau zu heben. An der Produktion mit leicht modernem Einschlag gibt es indes nichts Größeres auszusetzen. Das Album kann man durchaus guten Gewissens jedem empfehlen, der auf klassischen Heavy Metal steht und gerade neues Futter für die Ohren sucht. Ein Klassiker wird dieses Album jedoch nicht.

Tracklist:

  1. Bone Crusher
  2. Restless
  3. Heart Of A Beast
  4. Drag You To Hell
  5. Whore Of Babylon
  6. The Witch
  7. In A Shadow Of A Shotgun
  8. Never Close Your Eyes
  9. The Mountain
  10. Demonized
  11. We’ll Never Die
  12. Sister Red
  13. Midnight Screams

Homepage: http://www.ozofficial.com/

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