Rezet + Suffocation of Soul + Sledgehammer Nosejob + Dethrashion

Vorletztes Wochenende gaben sich vier Bands aus verschiedenen Ländern im „Jugendhaus Ost“ die Klinke in die Hand. Rezet aus Schleswig sind auf Tour durch Europa, um ihr neues Album „Reality is a Lie“ zu promoten und machen an diesem Abend mit einem ordentlichen Line-up in Wolfsburg Halt.

Als erstes werden die Jungs vom lokalen Support Dethrashion aus Hannover ins Rennen geschickt. Da es bei diesen Temperaturen etwas länger dauert, die Leute von der Wiese draußen in den stickigen Club zu bewegen, verzögert sich der Beginn etwas. Als dann doch mehr Zuschauer als Bandmitglieder im Raum waren, legt die Band los. Es gibt rohen brutalen Thrash Metal um die Ohren gehauen. Beeindruckend dabei ist vor allem die Stimme von Sänger Kai, dessen Growls erstmal ihresgleichen finden müssen. Das scheint man auch draußen zu hören. Zumindest füllt sich der Club zwar nicht zur Gänze, aber doch mit einer recht annehmbaren Zahl an Gästen. Der 30-minütige Auftritt ist sehr unterhaltsam.  Sänger Kai unternimmt gerne mal Ausflüge ins Publikum und hat auch ein paar amüsante Ansagen parat. Musikalisch wissen  Dethrashion auch durchaus zu überzeugen. Man darf also auf das demnächst erscheinende Debütalbum gespannt sein.

Nach kurzer Pause startet auch schon die zweite Band des Abends. Sledgehammer Nosejob sind ein Nebenprojekt von Carl Christian und Fredde Kaddeth von Massive Assault. Die vier Musiker heizen den ohnehin schon saunaartig heißen Club nochmal mit einer Mischung aus Death Metal, Punk und Rock & Roll kräftig ein.
Mir war diese Band bis zum heutigen Auftritt komplett unbekannt, jedoch scheinen einige im Publikum sie zu kennen und sogar hauptsächlich wegen dieser Band da gewesen zu sein. Diese Tatsache und die merkbare Spielfreude der vier sorgt dafür, dass die Stimmung im Publikum sich weiter lockert und ich mich, auch wenn es musikalisch nicht mein Geschmack ist, recht gut aufgehoben fühle.

Als dritte Band kommt nun Suffocation of Soul im tropischen Wolfsburg auf die Bühne. Das Quartett hat den weiten Weg aus Brasilien auf sich genommen, um während ihres ersten Europabesuchs Rezet auf ihrer Tour zu supporten. Für viele (mich eingeschlossen) steht jetzt auch der heimliche Headliner auf der Bühne, denn was auf Youtube so zu finden war, ließ live auf einiges hoffen. Und tatsächlich, ohne viel Vorgeplänkel wird einem hier feinster Oldschool Thrash à la Slayer, Destruction, Metallica (zu ihren guten Zeiten), Onslaught und Co. um die Ohren gehauen. Angetrieben von einer Energie und Spielfreude, wie sie wohl nur aus Südamerika kommen kann, wird hier zu fortgeschrittener Stunde ein wahres Thrash Feuerwerk abgefackelt. Auch wenn die Temperaturen jedem im Publikum an den Kräften zehren, wird der Auftritt ordentlich gefeiert. Nach dem Auftritt, als die „Zugabe“-Rufe verhallt sind, entsteht sofort eine kleine Traube am Merchstand, um noch ein Patch, Shirt oder eine CD zu ergattern und nochmal persönlich zum gelungenen Auftritt zu gratulieren. Die Jungs, die gerade mal ihr zweites Konzert überhaupt in Europa gespielt haben, freuten sich natürlich sichtlich über diese Resonanz. Es bleibt zu hoffen, dass man in Zukunft erneut die Chance bekommt, sie einmal live zu erleben.

Jetzt versucht sich jeder nochmal, entweder an der Bar oder an der frischen Luft zu erfrischen, bevor Rezet als letzte Band des Abends die Bühne erobern. Da man anscheinend etwas hinter dem Zeitplan liegt, fällt die Pause jedoch etwas kürzer aus als gedacht, und so stehe ich plötzlich fast alleine vor der Bühne, als die Band erscheint.
Sobald die ersten Töne erklingen, strömen aber auch die letzten Gäste von der Bar nebenan oder von draußen vor die Bühne. Es wird dem „Jugendhaus Ost“ noch ein letztes Mal mit Speed/Thrash aus dem hohen Norden Deutschlands eingeheizt. Rezet machen auch hier wieder klar, dass sie live eine absolute Macht sind und zocken ein Set mit Songs aus inzwischen drei Alben gekonnt runter. Jetzt heißt es, einmal noch ordentlich schwitzen und den Nacken kreisen lassen. Dann wird mit einem Cover des Songs „Dead City“ von Violent Force der Abend beendet. Was bleibt ist ein leichtes Piepen im Ohr und das Gefühl, sich definitiv für die richtige Freitagabend-Beschäftigung entschieden zu haben.

 

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