Screamer, Diemonds & Nightfyre – Hell Machine Tour 2017

Screamer, Diemonds & Nightfyre

An einem lauschigen Freitag Abend machten die schwedischen Screamer, die kanadischen Diemonds und als Anheizer die Münsteraner Nightfyre halt im JZ Westwerk in Osnabrück. Vom Verein der Heavy Music Supporters Osnabrück organisiert, stand einem feinen Start ins Wochenende nichts mehr im Wege, zumal selbst an der Abendkasse 15 Euro für drei Bands absolut fair sind.

Das Westwerk an sich ist für Metal-Konzerte in letzter Zeit nicht gerade die erste Adresse. Dabei sind die Voraussetzungen für Konzerte Tip Top! Parkmöglichkeiten gibt es dank des nahe gelegenen E-Centers genug. Vor dem Veranstaltungsraum gibt es einen netten Vorplatz mit genug Sitzgelegenheiten (auch überdacht), um bei ein paar Kaltgetränken schon einmal warm zu werden. Der Veranstaltungsraum ist geräumig und bietet einer doch recht großen Bühne Platz, auf der sich die Bands richtig austoben können. Insgesamt wollten heute um die 70 Metalheads dieses Package sehen.

Aber nun zum musikalischen Teil. Nightfyre aus Münster begannen rasant, ließen die letzten Gedanken an die Arbeitswoche vergessen und einen sofort im Wochenende ankommen. Von der durch Sänger David selbst erwähnten Nervosität war nichts zu spüren. Mir gefiel es ausgesprochen gut was die Münsteraner hier heute ablieferten. Von der einzigen Veröffentlichung „Live High“ wurden selbstverständlich alle 3 Songs gespielt und gleichmäßig im ca. 45 minütigem Set verteilt. „Live High“, „Fyre Burns“ und „Nameless Warrior“ wurden zum Teil sogar textsicher mitgesungen. Dass das Publikum mit dem Rest der Songs nicht so vertraut war, tat der guten Stimmung dann auch keinen Abbruch. Fäuste wurden schon eifrig in die Höhe gestreckt und Nightfyre konnten in Osnabrück einige neue Freunde hinzugewinnen. Dazu gab es die hervorragende Neuigkeit, endlich in 2018 das Debütalbum herausbringen zu wollen. Ich bin mir sicher, dass dieses den Jungs noch einmal enorm Auftrieb geben wird. Nightfyre hatten für mich übrigens den besten Sound am Abends.

Als zweite Band folgten die Kanadier Diemonds, die mit ihrer Sängerin Priya durchaus einen Blickfang in ihren Reihen hatten. Soundtechnisch war mir das von hier an etwas zu laut und basslastig. Dieses wurde jedoch teilweise vom Publikum auch positiv bewertet. Also alles Geschmackssache. Diemonds konnten mit ihrem sleazigen Metal aber auch sonst nicht ganz das Stimmungslevel halten. Das lag mit Sicherheit auch daran, dass die Band hierzulande noch relativ unbekannt ist. Sängerin Priya hatte eine schöne Rock’n’Roll Röhre am Start und man merkte schon, dass die Band auf der anderen Seite des Teichs schon eine Menge Erfahrung im Live-Sektor sammeln konnte. So richtig zünden wollte das Ganze beim Publikum zwar nicht, trotzdem machte der Gig Spaß und die Band hatte auf dem letzten Gig der Tour nochmal richtig Bock! Auch ein Skid Row-Cover wurde vom Publikum dankend angenommen. Der Band Hit „Take On The Night“ vom 2012 Album „The Bad Pack“ beendete den Gig dann.

Und dann kamen endlich Screamer, wegen denen wohl alle heute Abend hier erschienen waren. Und die Band stellte gleich klar, warum sie ein würdiger Headliner sind. Unbändige Spielfreude, perfekt eingespielt und mit dem bislang unbekannten neuen Sänger Andreas Wikström endlich wieder einen festen Mann am Mikro, der seine Sache, wie auch schon auf dem tollen neuen Album „Hell Machine“, hervorragend machte! Die Band hat es einfach drauf, individuelle, eingängige Nummern, mit Hitpotenzial zu schreiben. Und der neue Sänger brachte sowohl die alten Kracher, wie „Keep On Walking“, „Rock Bottom“ (letzter Song) oder „Phoenix“, als auch die neuen Sachen, perfekt und mit viel Energie rüber! Songs vom aktuellen Album wie „On My Way“, „Denim And Leather“ oder die Videoauskopplung „Monte Carlo Nights“ reihten sich perfekt ein die Setlist ein. Das sah wohl auch das Publikum so, denn bei Screamer war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Es wurde mitgesungen und ordentlich abgefeiert. Diverse Male wurden Screamer-Schlachtrufe im Westwerk laut. So muss das!

Das Fazit kann also nur lauten: Tolle und vor allem motivierte Bands, Publikum mit Spaß in den Backen und eine super Konzertlocation haben für einen tollen Live-Abend gesorgt und zufriedene Gesichter zurückgelassen. Aber wenn es zukünftig in Osnabrück öfter traditionellen Heavy Metal geben soll, können ruhig noch ein paar mehr Leute sich von ihrem heimischen Sessel erheben. Sie hätten es heute Abend nicht bereut!

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