Thy Shade – The Last Goodbye

Release: 25.11.2016
Genre: Symphonic Metal
Label: Massacre Records

Homepage:https://de-de.facebook.com/thyshadeofficial

Symphonic Metal mit weiblichem Gesang scheint derzeit wieder ziemlich angesagt zu sein und erlebt gerade seinen zweiten oder dritten Frühling. Bands wie Nightwish, Epica oder auch Delain füllen die Konzerthallen und erfreuen sich großer Beliebtheit. Kein Wunder also, dass das auch wieder jede Menge Nachahmer auf den Plan ruft. Einer dieser Nachahmer ist die aus Denver stammende Band Thy Shade,  welche dieser Tage ihren Erstling „The Last Goodbye“ veröffentlicht.

Zugegeben, der Albumtitel klingt für ein Debütalbum doch etwas befremdlich. Vielleicht will man damit aber auch gleich auf Nummer sicher gehen, falls es das einzige Album des Duetts bleibt. Duett? Ja, richtig,  Thy Shade besteht lediglich aus Sängerin Diana Shade und Mane Cabrales, der Drums, Gitarren und Bass bedient. Auf „The Last Goodbye“ sind außerdem noch einige Gastmusiker, wie zum Beispiel David Quicho von der ebenfalls aus Denver stammenden Progressive Metal Band Dimension mit dabei.

Musikalisch gehen Thy Shade alles andere als den einfachen Weg. Im Mittelpunkt steht ganz klar die klassische Sopranstimme von Diana, die von der Art her stark an Tarja Turunen erinnert. Doch die Stimme einfach mit fetten Akkorden und eingängigen Melodien zu umrahmen scheint der Band zu simpel. Vielmehr verarbeitet man zum Teil sehr progressive Elemente wie zum Beispiel ausgedehnte Gitarrensoli mit dezent eingestreuten Synthie Elementen. So ergibt sich ein Wechselspiel aus fröhlich hüpfenden Melodien und tiefgreifend melancholisch wirkenden Gesangsparts. Bei Songs wie „Change“ oder „Fantasy“ wird aber auch auf eine kleine Portion Bombast, Double-Bass Passagen und ein paar angedeutete Chöre nicht verzichtet. „The Last Goodbye“ hingegen präsentiert sich mit seinem arienhaften Gesang deutlich ruhiger. Richtig düster wird es gar bei „Final Chapter“, welches um eine männliche, überwiegend guttural gesungene, zweite Stimme erweitert wurde. Diese bildet einen schönen Gegenpol zur glasklaren Stimme von Diana Shade und lässt die Nummer knackig rüberkommen.

Neben acht eigenen Kompositionen beinhaltet „The Last Goodbye“ auch drei Coverversionen, von denen das „Adagio“ vom italienischen Barockkomponisten Tomas Albioni wohl die Bekannteste ist. Bei diesem Stück ist auch Thy Shade`s Nähe zur Klassik am stärksten ausgeprägt. Böse Zungen könnten sogar behaupten, dass das mit Heavy Metal überhaupt nichts zu tun hat. Und da liegt vielleicht auch der größte Schwachpunkt der Platte. An vielen Stellen gefällt das Album überaus gut und reißt den Hörer mit in atmosphärische Klangwelten und symphonische Orgien. In letzter Konsequenz fehlt aber, gerade im letzten Teil des Albums, die Härte, welche den Heavy Metal in seiner Art insgesamt ausmacht.

Für Freunde des Genres, die auch die etwas ruhigeren Töne mögen, ist dieses Album dennoch interessant, da es sich musikalisch insgesamt auf einem hohen Niveau befindet und mit einer guten Produktion punkten kann. Für die nächste Metalparty ist es jedoch nur bedingt zu empfehlen.

Tracklist:

  1. Prelude
  2. Change
  3. The Last Goodbye
  4. Fantasy
  5. Adagio
  6. Final Chapter
  7. O Divine Redemer
  8. Dies Irae
  9. Bring The Light Back
  10. Inneggiamo
  11. Pie Jesu
Über Erle 111 Artikel
Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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