Asenblut – “Die Wilde Jagd” Release Show 10.07.2020 - Exil Göttingen (Youtube Live Stream)

Flyer Live Stream Asenblut Die Wilde Jagd

Auch “Die Wilde Jagd” von Asenblut ist von Corona nicht verschont geblieben. War die Veröffentlichung des Albums zunächst für den 17.04.2020 geplant, musste sie auf den 29.05.2020 verschoben werden. Auch die Release Shows, unter anderem im Bastard Club, fielen den Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie zum Opfer.  Aber echte Berserker lassen sich davon natürlich nicht aufhalten. Und so wird das Album Release kurzerhand per Livestream realisiert. Das kennen wir ja mittlerweile schon.

Mit etwa fünfminütiger Verspätung beginnt der Stream. Die Bühne ist in dunkles blau gehüllt und hinter dem Schlagzeug hat bereits Drummer Balrogh Platz genommen. Die anderen Musiker kommen zum Intro nach und nach auf die Bühne und starten dann mit “Codex Gigas” kraftvoll, wenn auch noch etwas holprig in den Gig.

Bevor es dann auf “Die Wilde Jagd” geht, begrüßt Sänger Tetzel die Fans in ihren Wohnzimmern. Im Chat, welchen die Band auf einem eigens dafür eingerichteten Monitor mitlesen kann, wird sogleich nach Moshpit gerufen. “Dafür seid ihr heute ganz alleine zuständig” erwidert Tetzel. Doch Asenblut hat mit “Seite an Seite” auch den passenden Song dafür am Start. Und nachdem die Band den Amon Amarth Sound der jüngeren Bandgeschichte in den ersten beiden Songs des Gigs noch nicht so richtig auf die Bühne bringen konnte, kommen die Jungs nun immer mehr in Schwung.

Mit einem Gruß an das Rockharz Open Air, auf dem Asenblut dieses Jahr gespielt hätten, die Kulturschmiede Osterode und das Exil in Göttingen, wo die heutige Show stattfindet, macht Tetzel noch einmal auf die schwierige Lage der Veranstaltungsbranche aufmerksam. Er ruft dazu auf kräftig zu spenden, damit diese Clubs überleben können und bedankt sich gleichzeitig für die großartige Unterstützung.

Mit “Heldenbürde” geht es dann ganz weit zurück in die Asenblut-Geschichte. Der Song kommt richtig gut aus den Boxen und mittlerweile klingt auch alles soweit stimmig. Nur dass auf Tetzels Ruf: “Wo sind meine Beserker” im leeren Exil keine Antwort kommt, wirkt schon etwas befremdlich. Aber hey. That’s Corona. Im Chat ist die Stimmung indes hervorragend. Rund 230 Zuschauer verfolgen den Gig, schreiben kräftig Pommesgabeln in die Kommentare und scheinen eine gute Zeit zu haben.

Weiter geht es dann mit einem Song, der wie so viele Asenblut-Songs scheinbar etwas mit Drachen zu tun hat, es in wirklich aber nicht hat. Denn “Drachentöter” hat nichts mit dem Nibelungenlied zu tun, sondern handelt von einem Schwert. Hierbei muss einmal die gut eingerichtete Bühne und die stimmungsvolle Lichtshow erwähnt werden. Da bekommt man richtig Bock, sich das Exil in Göttingen einmal in Natura anzusehen. Hoffen wir, dass das bald wieder möglich ist.

Die Band hat nun zwar erst sieben Songs gespielt, kündigt aber schon das Ende des Gigs an. Hierzu möchte Tetzel ein durchdringendes “Oooh” hören. Doch da der Chat stumm bleibt, übernimmt das der Soundmann. Und nachdem die beiden vermeintlich letzten Stücke “Drachenborn” und “300” verklungen sind, wird auch klar, dass es noch eine Zugabe geben wird. Bevor es jedoch soweit ist, gibt es noch einmal Grüße an die “International Viewers”, die Tetzel in bestem English begrüßt.

Im Zugabenblock hat man mit “Irminsul” und “Weder Gott noch Könige” noch einmal zwei Stücke vom aktuellen Album “Die Wilde Jagd” am Start. Angereichert wird das Ganze mit “Bittere Wacht” und “Helden des Ewigen Sturms” vom 2016er Album “Berserker”. Jetzt gibt die Band noch einmal alles und kommt sogar richtig ins Schwitzen. Wirklich schade, dass die Jungs den Applaus heute nur in Form von “Daumen hoch” und “Pommesgabel”-Smileys bekommen.

Beendet wird der Gig dann standesgemäß mit “Asenblut”. Vorher bedankt sich die Band noch einmal beim Exil Göttingen und allen, die das Konzert möglich gemacht haben. Vor allem auch den Damen und Herren hinter den Kulissen. Außerdem ruft Tetzel noch einmal dazu auf, Clubs, Bands und andere Kulturschaffende zu unterstützen, damit wir noch lange Spaß auf Festivals und Konzerten haben können.

Insgesamt liefern Asenblut im Stream eine solide Show ab, die man sich mit einem Bierchen in der Hand vor dem PC oder Fernseher richtig gut geben kann. Ein vollwertiger Ersatz für ein echtes Konzert kann das aber nie werden. Dafür fehlen einfach die Interaktion zwischen Band und Publikum und nahezu alle Emotionen, die einen Konzertbesuch ausmachen. Hoffen wir, dass wir bald wieder echte Konzerte erleben dürfen. Fuck Corona.

Setlist

  1. Codex Gigas
  2. Die Wilde Jagd
  3. Seite an Seite
  4. Auf den Feldern von Flandern
  5. Heldenbürde
  6. Berserkerzorn
  7. Drachentöter
  8. Drachenborn
  9. 300
  10. Irminsul
  11. Bittere Wacht
  12. Weder Gott noch Könige
  13. Helden des ewigen Sturms
  14. Asenblut

 

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