Audrey Horne – Blackout VÖ: 12.01.2018, Napalm Records, Heavy (Classic) Rock

Audrey Horne - Blackout

Vom Marketingaspekt her betrachtet ist der Zeitpunkt für das neue Audrey Horne Album denkbar schlecht gewählt. Ausgerechnet im tristen Januar einen heißen Anwärter auf das Sommeralbum des Jahres auf die Menschheit loszulassen, ist zumindest mutig…

Aber der Reihe nach: Die Norweger Audrey Horne gehören für mich persönlich zu den Bands, die ich live aufgrund ihrer Energie und Spielfreude immer unfassbar gut finde, die mir jedoch zugleich auf Albumlänge wenig geben. Zumindest war es bislang so. Das aktuelle Album „Blackout“ hat es jetzt geschafft, meine Anlage seit Tagen zu blockieren. Aber der Reihe nach.

Das sechste Album der Norweger vereint alle Stärken der Vergangenheit zu einer reinen Ansammlung von Hits und Ohrwürmern.  Schnittmenge ist der Dunstkreis zwischen Hard Rock, Heavy Metal und Classic Rock der 70er und 80er Jahre. Sofort der erste Song „This is War“ startet mit Maiden-artigen Gitarrenläufen und einem echten NWoBHM-Vibe, der das Stimmungslevel direkt auf 11 einnordet. Der Titeltrack „Blackout“ ist hingegen schon sehr dicht an klassischen Radiorocknummern der 80er Jahre. Und eine Übernummer wie „California“ klingt, als würden Kansas oder Toto auf Iron Maiden treffen. Bombastisch!

Sowieso haben Audrey Horne es dieses Mal perfekt verstanden in der Dramaturgie zwischen schweißtreibenden Hard-Rock-Nummern („Midnight Man“, „Naysayer“) und eher relaxten und treibenden Stücken („This One“) die Waage zu halten.  Jeder Song auf „Blackout“ könnte auch tadellos als Single ausgekoppelt werden. Einzig die Bonustracks – die auf der Digi-Pack-Version des Albums enthalten sind – fallen qualitativ gegen die 10 regulären Titel ab.

„Blackout“ wurde im Fort Knox Studio in Bergen ein satter, erdiger Sound spendiert, der die Stimmung der Tracks perfekt in Szene setzt. Das Gitarrenduo Tofthagen und Isdal (parallel bei Enslaved aktiv) harmonieren in bester Tipton/Downing-Manier. Die dreckige Hard-Rock-Stimme von Frontmann Torkjell „Toschie“ Rød appelliert mit einer ordentlichen Sleaze-Kante direkt an das Emotionszentrum des Hörers.

Was nun noch fehlt, ist definitiv eine ausgiebige Tour mit The Nightflight Orchestra als würdigen und perfekt passenden Co-Headliner. Man wird ja noch träumen dürfen. Insgesamt: Derbe Kaufempfehlung, um für die nächste Fahrt im Festivalsommer gewappnet zu sein!

Audrey Horne bei Facebook: https://www.facebook.com/AudreyHorneOfficial
Bandhomepage: http://www.audreyhornemusic.com/

Tracklist:

  1. This Is War
  2. Audrevolution
  3. Blackout
  4. This One
  5. Midnight Man
  6. Light Your Way
  7. California
  8. Satellite
  9. Naysayer
  10. Rose Alley
  11. Juggernaut (Bonus)
  12. The End (Bonus)

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.