Black Messiah – Walls Of Vanaheim

Release: 30.06.17
Genre: Pagan Metal
Label: Trollzorn Records
Homepage: http://www.black-messiah.de/

Bei der Flut an Pagan-Metal- oder Folk-Metal-Bands, die es heutzutage gibt, könnte man meinen, dass jeder, der eine Flöte spielen kann, gleich eine Folk-Metal-Band gründet. Dann ist man immer wieder froh, dass es auch noch Pagan-Metal-Urgesteine gibt, wie der heidnische Haufen von Black Messiah. Mit ihren nun 25 Jahren auf dem Buckel hat die Ruhrpott-Formation die deutsche Paganszene mit aufgebaut, und jetzt wollen sie dieses Jubiläum mit ihrem neuen Album „Walls Of Vanaheim“ gebührend feiern. Also, hoch die Hörner!

Der vielversprechende Prolog, der das Album einläutet, könnte gar einem Heldenepos entspringen oder der epische Prolog eines Videospiel-Blockbusters sein. Es wird der Anfang der Geschichte des Albums erzählt. Der Erzähler ist der Synchronsprecher Tom Zahner, der das Thema in ein gutes Licht rückt und stimmungsvoll positioniert. Das Album an sich ist sehr gewöhnungsbedürftig, da es im Gesamtwerk die Geschichte des zweiten Vanenkriegs erzählt. Die Geschichte, deren Ursprung in der nordischen Mythologie liegt, handelt von den Asen, die nach Vanaheim ausziehen, um den Tod von Odins Freund, dem Riesen Mime, zu rächen. Da diese Geschichte sehr lang gehalten ist, wirkt das Album eher wie eine Art Metal-Hörbuch. Musikalische Tracks stehen im Wechsel mit gesprochenen, erzählenden Tracks. Musikalisch zeigt sich Black Messiah allerdings in all seinen Facetten. So werden beispielsweise schnelle Songs mit „Mime’s Tod“ oder  dem Titeltrack „The Walls Of Vanaheim“ geboten. Hingegen bietet der schleppende Song „Kvasir“ düstere Atmosphäre. Musikalisch sehr überraschend ist der Song „Satisfaction And Revenge“, der mit seiner Mischung aus Black Metal und Power Metal eine ganz neue Richtung einschlägt, die die Band wohl ihrem neuen Gitarristen Axeman Donar zu verdanken hat. Heroische Höhen treffen hier auf raue, düstere Kehlen – ein wirklich stark abwechslungsreicher Song. Leider kann man dies nicht von allen Songs des Albums behaupten. Zwar wirkt zum Beispiel der erste Track „Mimir’s Head“ sehr stark, ist aber durch sein stets gleich bleibendes Klangbild leider nach mehrfachem Hören sehr ermüdend. Dies ist leider bei mehreren Songs der Fall – gerade die Länge der Songs ist hier entscheidend. Bei „Die Bürde des Njörd“ könnte man sogar fast sagen, es handle sich um einen instrumentalen Track. Wenn man auch festhalten kann, dass das Album musikalisch stark ist, fehlt manchmal das gewisse Etwas oder es wirkt hier und da leider etwas langweilig, da harte Mitgröl-Parts oder hymnische Refrains einfach komplett fehlen.

So böse wie das vielleicht klingt, so sind trotzdem noch nicht alle Geschichten über Odin und seine Konsorten erzählt worden. Die Idee für eine Art Hörspiel oder eine Geschichte über ein gesamtes Album ist gar nicht schlecht, allerdings sollte es etwas packender sein. Ist „Walls Of Vanaheim“ zwar musikalisch top, so fehlt wirklich hier und da auch mal der Partyfaktor. Leider wirkt das Album nur in seinem Gesamtwerk. So richtig herausstechende Songs gibt es meiner Meinung nach nicht.

Tracklist
1. Prologue – A New Threat
2. Mimir’s Head
3. Father’s Magic
4. Mime’s Tod
5. Call To Battle
6. Die Bürde Des Njörd
7. Satisfaction And Revenge
8. The March
9. The Walls Of Vanaheim
10. Decisions
11. Mit Blitz Und Donner
12. The Ritual
13. Kvasir
14. A Feast Of Unitiy
15 Epilogue: Farewell

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*