Blizzen – Genesis Reversed

Released: 27.05.2016
Genre: Heavy-/ Speed Metal
Label: High Roller Records

Als ich letztes Jahr das erste Mal die „Time Machine“ EP von Blizzen gehört habe, hat es mich komplett aus den Latschen geschlagen. „Time Machine“ war so ziemlich das Stärkste, was mir aus dem deutschen Heavy Metal Underground so in den letzten Jahren untergekommen ist. Dementsprechend gespannt war ich auch auf das erste Album der vier Jungs (Bass/Gesang – Daniel Stecki, Gitarre – Andi Heindl; Marvin Kiefer, Schlagzeug – Gereon Nicolayaus) aus dem hessischen Weilmünster.

„Genesis Reversed“ heißt die melodische Speed-/ Heavy Metal-Langrille, die jedem Freund der NWOTHM Vergnügen bereiten wird und sich seinen Platz zwischen Bands, wie Enforcer und Ambush aus Schweden oder den deutschen Vertretern dieses Genres, wie z.B. Booze Control und Stallion definitiv verdient hat.
Die 10 Titel (11 mit Intro) sind größtenteils im Up tempo Bereich gehalten und geprägt von einem sehr gut produzierten Sound. Die treibenden Riffs erinnern hierbei sehr positiv an Iron Maiden. Aber auch Accept und Running Wild können als Vorbilder genannt werden, ohne dass Blizzen dabei nur wie ein billiger Abklatsch der 80er Jahre Ikonen klingen. Als Anspieltipps kann ich hier „Masters of Lightning“, „Hounded for Good“, „Devil in Disguise“ und “Bestride the Thunder“ empfehlen. Ebenfalls hervorzuheben ist das generell sehr gelungene Songwriting, was sich nicht nur auf die ohrwurmigen Refrains, wie zum Beispiel in dem eher im Midtempo gehaltenen „The Beast is on your Back“ bezieht.

Sänger Daniel Stecki versteht es dabei grundsätzlich, seine passende Heavy Metal Stimme in Szene zu setzen. Jedoch habe ich manchmal das Gefühl, dass mit angezogener Handbremse gesungen wird. Wo bei „Time Machine“ die hohen Screams noch rau und unbedarft rausgehauen wurden, hat man auf dem Album doch hier und da das Gefühl, dass man etwas übervorsichtig mit diesen Parts war. Ganz gut zu hören ist das bei „Gone Wild“, welches man sowohl auf der EP wie auch auf dem neuen Album findet und mir persönlich in der „Urform“ noch energiegeladener vorkommt, als es eh schon ist (großartiger Song!)

Insgesamt bleibt ein extrem starkes Debüt, mit dem sich Blizzen definitiv weiterhin einen Namen im Underground machen werden. Allerdings spiegelt es auch noch nicht das 100-prozentige Potential der Jungs wieder. Freunde der NWOTHM und welche, die es werden wollen, sollten sich das Album definitiv nicht entgehen lassen. Das Geld ist hier wesentlich besser investiert als in die meisten halbherzigen Sachen, die die großen Bands und Labels heute teilweise so raushauen 😉

Tracklist:
1. Intro – Anthem To A Distant Star
2. Trumpets Of The Gods
3. Masters Of Lightning
4. The Beast Is On Your Back
5. Hounded For Good
6. Genesis Reversed
7. Gone Wild
8. The World Keeps Still
9. Devil In Disguise
10. Bestride The Thunder
11. Skid Into Death

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