Craving, Wolves Den, Path – Wielder Of Storms Tour 2016

„Osna Will Burn II“. Unter diesem Motto fand am 25.02.2016 im Bastard Club ein kleines aber feines schwarzmetallisches Stelldichein statt. Neben den Oldenburgern Craving, die gerade mit ihrer aktuellen EP „Wielder Of Storms“ auf Tour sind, standen auch Ex-Equilibrium-Sänger Helge Stang mit seiner neuen Band Wolves Den und die Osnabrücker Black Metal Formation Path auf der Bühne. Alles in allem also ein durchaus ansprechendes Billing.

Den Beginn machen heute Path. Die Bühne ist in tiefblaues Licht getaucht und nur mit ein paar wenigen Kerzen beleuchtet, als die Osnabrücker Black Metal Fraktion die Bühne betritt. Hinzu kommt der Duft von Räucherstäbchen, was eine schon fast sakrale Stimmung erzeugt. Damit passen also auch die visuellen Reize und der Geruch zur Stimmung, die bei dieser düsteren und melancholischen Musikmischung aufkommt. Wie von überwältigenden Seelenschmerzen gequält, prügelt sich die Band durch ihr Programm. Dabei wechseln sich immer wieder langsame Passagen mit kurzen schnellen Intermezzos ab, die wie Donnerschläge auf das Publikum hernieder gehen. Das ist wirklich sehr schwere Kost an einem Donnerstagabend, zumal zwischen den Songs auch keine Pausen wahrzunehmen sind und jegliche Interaktion zwischen Band und Publikum fehlt. Spielerisch machen die Jungs zwar einen ganz ordentlichen Eindruck und mögen dem ein oder anderen sicherlich gefallen haben. Insgesamt hält sich die Begeisterung bei den Anwesenden jedoch eher in Grenzen.

Ein ganz anderes Kaliber sind dann Wolves Den aus München. Kaum ist das Intro verklungen, geht die Truppe um Ex-Equilibrium-Shouter Helge Stang direkt in die Vollen und sorgt für ein feines Black Metal Gewitter. Sofort kommt Bewegung ins Publikum und es werden reichlich Matten geschwungen. Die düstere Atmosphäre der Songs gepaart mit mächtigen Riffs und harter Dichtkunst kommt bei den Osnabrückern sehr gut an. Ganz besonders das tiefschwarze „Dysterborn“ sowie das bitterböse vorgetragene „Deus Vult“ sorgen für schwarzmetallisches Gänsehautfeeling. Punkten kann Wolves Den vor allem auch durch Helges unglaubliche Stimmgewalt, mit welcher er den Stücken eine unheimliche Intensität verleiht. Das knallt live noch einmal deutlich mehr als auf Platte. Zum Ende des Gigs zollt die Band dann mit „Wolves Guard My Coffin“ noch den großartigen Behemoth Tribut. Alles in allem also ein klasse Auftritt, der Lust auf mehr macht.

Auch Craving lassen sich dann nicht lange bitten und steigen nach einer kurzen Umbaupause mit dem neuen „Wielder Of Storms“ in ihren Gig ein. Dieser zündet auf Anhieb, und vor der Bühne wird wieder ordentlich gemosht. Die Leute werden von Sänger Ivan Chertov, der mit seinen Kontaktlinsen ziemlich freaky rüberkommt, ordentlich angeheizt und mal zum Klatschen, mal zum Bangen animiert. Währenddessen spielt sich die Truppe kreuz und quer durch ihre Bandgeschichte. Dabei werden Songs wie „Sons Of The Rebellion“ ebenso abgefeiert, wie auch Songs älteren Semesters, zum Beispiel „By The Blowing Wind“. Als besonderes Schmankerl haben Craving sogar ein paar Songs vom neuen Album, welches voraussichtlich Ende dieses Jahres erscheint, mit auf die Setlist gepackt. Von der Songauswahl her ist also wirklich für jeden etwas dabei. Ein Highlight ist natürlich „Olga“, bei dem das Publikum nach Ivans Anleitung kräftig mitsingt. Und natürlich darf auch das Emmelie de Forest Cover „Only Teardrops“ nicht fehlen. Die Oldenburger feiern hier heute also eine richtig fette Party, die übrigens auch ein paar mehr Besucher als die ca. 40 erschienenen Mattenschwinger verdient hätte. Etwas merkwürdig ist auch, dass der Band tatsächlich um drei Minuten vor elf der Saft abgedreht wird, obwohl man noch eine Zugabe im Gepäck hätte.

Nichts desto trotz hat sich der heutige Abend echt gelohnt und Spaß gemacht. Es haben drei motivierte junge Bands auf der Bühne gestanden, die für Freude und Kurzweil gesorgt haben. Und auch wenn nur wenige Besucher da waren, so war die Stimmung doch top. Bitte mehr davon in Osnabrück!

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Über Erle 107 Artikel
Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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