Critical Mess – Man Made Machine Made Man VÖ: 21.06.2019, Metalville, Death Metal

CD-Cover Critical Mess - Man Made Machine Made Man

Critical Mess sind zurück. Mit „Man Made Machine Made Man“ präsentiert die Truppe um Ex-Cripper-Chanteuse Britta Görtz nur gut ein Jahr nach ihrem Debütalbum „Human Praey“ bereits ihr zweites Studioalbum. Dabei erzeugt der neue Silberling eine zutiefst düstere Stimmung und wirkt noch mal ein ganzes Stück brachialer und dystopischer als das Debüt.

Maschinensounds und ein marschierender Beat eröffnen das Album, bevor Sängerin Britta Görtz die ersten tiefen Growls ins Mikro bellt. Davon kann sich schon mal so mancher Death-Metal-Sänger eine Scheibe abschneiden. „Revolution 5“ prischt derbe nach vorne und ist mit einer Prise Thrash gewürzt. Auch bei Song Nummer 2 „Echo“ geht man mit schnellem Tempo zu Werke. Wie eine Dampfwalze kommt das Stück unbarmherzig dahergerollt. Dabei variiert man immer wieder das Tempo und baut mitunter sogar ein paar groovige Passagen ein.

Stampfend und gemächlich, jedoch zutiefst brutal und mit einem erdrückenden Gitarrensound ergießt sich dann „ANDR“ über den geneigten Hörer. Das darauffolgende „Bias“ geht gar noch einen Schritt weiter. Es beinhaltet neben Six Feet Under-typischen Songstrukturen ein paar waschechte Grindcore Shrieks. Man, was für eine Stimmgewalt. Auch die Gitarrenfraktion leistet hier ganze Arbeit und kann mit einem freaky Solo im Mittelteil überzeugen.

Mit einem entschlossenen „Wake Up“ beginnt das wohl gradlinigste Stück von „Man Made Machine Made Man“. Die Rede ist vom bereits vorab veröffentlichten „Cut The Cord“. Drummer Benny Komatitsch bearbeitet seine Felle hier straight und schnörkellos. Das sorgt schon einmal für eine Dauerbeanspruchung der Nackenwirbel. Live mit Sicherheit ein Knaller.

Wieder düsterer, aber mitnichten langsamer, kommt dann „Demise“ daher. Die Instrumentalfraktion liefert hier technischen und präzise gespielten Death Metal ab. Darauf setzt sich der Gesang wie die Faust aufs Auge. Leider fehlt ein wenig der Spannungsbogen, sodass der Wiedererkennungswert doch eher gering ist.

Mit „WOTF“ walzt sich die Death-Metal-Maschine dann erbarmungslos weiter und macht auch hier keine Gefangenen. Auch das darauffolgende postapokalyptische „Generation Fork“ sorgt für Nackenschmerzen und hat mit seinen teils verspielten Soli sogar etwas Psychedelisches.

Bei „No Gods“ wird das Gaspedal noch einmal mächtig durchgetreten. Außerdem bekommt Britta Görtz hier gesangliche Unterstützung von Julien Truchan. Der ist Frontmann bei der französischen Death-Grind-Band Benighted. Truchans und Görtz’ Vocals harmonieren sehr gut und verleihen dem Song noch einmal zusätzliche Härte.

Etwas ruhiger, sofern man das überhaupt sagen kann, geht es dann beim Titeltrack „Man Made Machine Made Man“ zu. Das Tempo wird etwas zurückgefahren und das Arrangement ist etwas ausgefeilter. Mit einem insgesamt düsteren Grundsound und eingestreuten hellen Gitarren bewegt sich das Stück in einer Art Ambivalenz zwischen Epic und Doom, ohne dabei jedoch die Death-Metal-Härte zu verlieren.

Zum Abschluss liefert die Band mit „Prequel“ noch eine schnörkellose Death-Metal-Nummer mit flinken Riffs, treibenden Drums und einer bitterböse dahergrunzenden Britta Görtz. So muss Death Metal klingen.

Critical Mess melden sich nach ihrem beachtenswerten Debüt nun also eindrucksvoll zurück und gehen ihren Weg unbeirrt weiter. Das neue Material ist um einiges düsterer als auf dem Vorgänger und zeigt die Band von ihrer härteren Seite. So kann es weitergehen.

Tracklist:

  1. Revolution 5
  2. Echo
  3. ANDR
  4. Bias
  5. Cut The Cord
  6. Demise
  7. WOTF
  8. Generation Fork
  9. No Gods
  10. Man Made Machine Made Man
  11. Prequel

 

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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