Dirt Feast Festival 2016
16. April 2016, Dirty + Dancing, Osnabrück

Sieben Bands für ’nen Fünfer, ein erst kürzlich eröffneter Laden und frühlingshaftes Wetter: Genug Gründe um mal im Dirty + Dancing in der Hasestraße vorbei zu schauen.

Diese Idee hatten auch reichlich andere Leute, weswegen Eremit ihren Doom vor einem gut gefüllten Raum zum Besten gaben. Zusammen mit Psychedelischen Sounds, Urfaust-Vocals und Drone-Einflüssen gestaltete sich das Ganze als äußerst schwere Kost und nicht unbedingt als die Beste Wahl um das Publikum aufzuwärmen. Das gelang den beiden Eremit-Gitarristen alias Daddy $ und 7abian als Rapcrew 7 Dollars erheblich besser. Auch wenn Hip Hop nicht die favorisierte Stilrichtung dieses Magazins (und wohl auch nicht der meisten Konzertbesucher) ist, konnten die beiden mit ihrem an den glorreichen Moneyboy (jetzt Know Plug YSL, warum auch immer) und seine Glo Up Dinero Gang mit Blokkmonsta-Vocals wirklich überzeugen. Der Doubletime am Ende saß!

Auch wenn das Songmaterial stellweise etwas zu beliebig klingt und man sich nicht immer von den Vorbildern lösen kann, hatten Lizardmen mit ihrem hoch-energetischem Fuzz-Blues Rock danach leichtes Spiel mit dem aufgewärmten Publikum und heizten den ohnehin schon stickigen Raum noch weiter auf. Da zudem das Rauchverbot konsequent ignoriert und die in der Stoner/Doom/Sludge-Szene beliebten Rauchwaren ebenfalls fleißig konsumiert wurden, sank der Sauerstoffgehalt in der Luft aufs minimum, die Temperaturen hingegen stiegen und stiegen. Lizardmen-Basser Niklas konnte nach dem Auftritt gleich auf der Bühne bleiben, denn er greift ja auch bei Into The Wild in die dicken Saiten. Auch für Gitarrist Lee war es nach dem Auftritt mit Eremit der zweite Auftritt des Abends, er musste aber am Ende noch mit Kalmar auf die Bühne. Die Stoner Rocker hatten nach längerer Bühnenabstinenz sofort das Publikum auf ihrer Seite und auch einige neue Songs mitgebracht. Leider fehlt den neuen Stücken irgendwie der rote Faden und alles wirkt sehr verfahren. Die straighteren älteren Songs wie „Redemption“ und „Owners Of Planets“ (natürlich wieder mit Nikolas Klare von Kalmar als Duettpartner) ernteten erheblich bessere Publikumsreaktionen.

Nun betraten Eremit-Gitarrist Mo (aka 7abian) und Lizardmen-Sänger/Gitarrist Nikki (hier aber am Schlagzeug) die Bühne um als Duo Muckman Sludge mit Black Metal-Einflüssen zu zelebrieren. Das Ganz klang wie eine Mischung aus Mantar, EyeHateGod und Transilvanian Hunger-Darkthrone. Da es im Bühnenraum aber mittlerweile so gut wie keinen Sauerstoff gab verbrachte ein großer Teil des Publikums den Auftritt draußen um frische Luft zu schnappen, und um sich an den vorbeiziehenden Junggesellenabschieden zu erheitern. Für alle die danach noch standen packten Kalmar dann noch die fette (und überraschend melodische) Sludge-Keule aus.

Wenn das Dirty + Dancing es schafft die Nachbarn mit den Konzerten nicht allzu sehr zu verärgern und man die Belüftung des „Dancing“ besser regelt (Ok, alles ist besser als keine Belüftung…), dann ist der Laden eine gute Alternative zu den anderen Locations der Stadt. Und wo bekommt man sonst sieben Bands für fünf Euro?

Über Padre 54 Artikel
I use my anger as a tool, I feel the pain, I ain't no fool, I will not stack my rage upon the shelf, I'll always keep my negative self!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*