Emerald Sun – Under The Curse Of Silence VÖ: 13.04.2018, Fastball Music, Melodic/Power Metal

Emerald Sun - Under The Curse Of Silence

Soso, wir sollen es hier laut Promozettel also mit einem Power Metal-Feuerwerk zu tun haben, das aus den Lautsprechern fegt, dass es knallt!  Na, schaun wir mal. Auf jeden Fall wurde dieses vierte Album der Griechen von Rage-Gitarrist Marcos Rodriguez produziert, und Peavy Wagner durfte gleich einen Song mit einsingen. Das machte mich dann doch neugierig, und ich hoffte auf einen erdigen, krachenden Power Metal-Hammer.

Zu Beginn wird man als Hörer von der guten Auftaktnummer „Kill Or Be Killed“ eingefangen. Dieser leicht uptempomäßige Song besitzt durchaus Kraft und läuft gut rein. Insgesamt ist Sänger Stelios „Theo“ Tsakiridis gut bei Stimme, hat jedoch einen leicht quäkigen Unterton, den man mögen muss. Die Keyboards, die vorhanden sein sollen, sind übrigens nur sporadisch zu vernehmen. Das ist von meiner Seite durchaus positiv zu bewerten. Die ganze Instrumentalfraktion macht einen soliden Eindruck. Mit guten Songs könnte es also durchaus was werden mit dem angekündigten Power Metal-Feuerwerk.

„All Is One“ ist ein schneller Song, der sehr in Gamma Ray-Gefilden fischt, aber durchaus ne Menge Spaß macht. Weiterhin erwähnenswert ist auch das von Peavy veredelte „Blast“. Durch den charakteristischen Gesang wird der Song definitiv auf ein höheres Level gehievt und könnte auch auf einem Rage-Album stehen, wenn auch eher einem aus der Smolski-Ära. Emerald Sun umschiffen des Öfteren die Grenze zum Kitsch, können das jedoch nicht auf voller Distanz. „Weakness And Shame“ ist ebenfalls wieder ein guter schneller Song mit einem einprägsamen Chorus, der  jedoch diese Grenze dezent überschreitet.

Die Midtempo-Nummern laufen mir leider gar nicht gut rein. „Carry On“, die Ballade „Journey Of Life“ oder „Land Of Light“ (Freedom Call-Song-Baukasten?) ziehen eher als laues Lüftchen vorbei, stören aber auch kaum. Das ist zum Teil einfach schon zu oft gehört, woran auch das ganze Album krankt. Das ist solide gemacht, aber zu selten kommt dabei wirklich Überragendes heraus. Auch nervt die etwas quäkige Stimme hier mehr als bei den schnellen Nummern. Die spanische Version von „Journey Of Life“ mit dem Namen „La Fuerza Del Ser“ klingt übrigens gleich etwas besser als das Original. So sticht der Song doch ein wenig heraus. Warum Griechen allerdings spanisch singen, weiß ich nicht…

„Rebel Soul“ kommt der Promozettel-Info da schon recht nah. Das ist zwar ultra-eingängig, wie nicht anders zu erwarten, hat aber durchaus Power und kracht ordentlich. Das liegt auch an den stimmigen harten Gitarren und Drums, die dem Song eine gewisse Wucht verleihen. Könnte mein Highlight auf der Platte sein! „Slaves To Addiction“ hat gute Ansätze, verliert sich aber im Mittelmaß. Die Irene Cara-Coverversion „Fame“ funktioniert ganz gut im Power Metal-Korsett, ist aber wieder mit hohem Kitschfaktor gesegnet. „World Of Fire“ macht es dann gleich nochmal nach und bei dem Fire/Desire/Empire-Reim schlage ich mit dem Kopf auf die Tischplatte. Autsch! Sehen das eigentlich einige Bands als Running-Gag? Lasst das!

„Under The Curse Of Silence“ ist also eine zwiespältige Angelegenheit. Einige bessere Songs werden vom Kitsch allerdings förmlich eingekreist. So würde ich die Stilbezeichnung von Emerald Sun auch eher dem Melodic Metal zuordnen als dem richtigen Power Metal. Zuviel Durchschnittliches lässt das Album somit eher in die Kategorie „Dreimal gehört und im Plattenregal verschollen“ versinken. Wegen des grässlichen Covers lässt man es dann auch doppelt gern dort. Von einer Qualität, wie bei den Landsleuten Inner Wish, ist die Band noch einige Schritte entfernt.

Homepage: http://www.emeraldsun.gr/

Tracklist:

  1. Kill Or Be Killed
  2. All As One
  3. Carry On
  4. Blast
  5. Weakness And Shame
  6. Journey Of Life
  7. Rebel Soul
  8. Land Of Light
  9. Slaves To Addiction
  10. Fame (Irene Cara Cover)
  11. World On Fire
  12. La Fuerza Del Ser (Spanish Version of Journey Of Life)

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