Kadaverficker – KFFM 931.8 VÖ: 08.01.18, Rotten Roll Rex, Grindcore

Kadaverficker

Um ehrlich zu sein, was  erwartet man schon von einer Band, die sich Kadaverficker nennt? Das Album „KFFM 931.8“ hat uns auf eine etwas andere Art und Weise erreicht, wie es eigentlich der Regelfall ist. Kurz reingehört und um ehrlich zu bleiben, für gut befunden. Der erste Eindruck ist der einer abgefuckten, aber irrwitzigen Grindcore-Kapelle, die Spaß an ihrem Schaffen und ihrem Stil hat. Dazu kommt ein Funke schwarzer Humor und wohl die Eigenschaft die nur wenige haben: Sich selbst nicht zu ernst nehmen.

Doch von Beginn an. Das schon im Januar veröffentlichte Werk besitzt wie oftmals üblich ein Intro, das allerdings schon ziemlich skurril rüberkommt. Beginnt es noch mit Alarmsirenen und der wiederholten Durchsage „Dies ist kein Test“, endet es in einem Massaker, einem piepen und der Ansage, dass die Kadaver übernommen haben. Mit „Crypt Of Harasement“ wird einem dann auch klar, dass die Meute auch deine Anlage brutal an sich gerissen haben. Ohne nach irgendetwas zu fragen bekommst du schön einen in die Fresse gekloppt. Ohne Kompromiss wird drauf los geballert. Erst „German Vermin“ geht so einen kleinen Schritt zurück, drückt sich ordentlich nach unten und bricht den Nacken durch. Nach keinen zwei Minuten ist das Spektakel schon vorbei – Denkste! „You Dislike… We Destroy“ legt nochmal eine Schippe drauf. Mit gewaltiger Stimme in den Strophen und einem eingängigen Refrain, der Breakdown-Charakter aufweist, reißt der Track bis dato die Krone an sich.

Jetzt mal weniger ernst. Das „Stuhlgewitter“ hat schon eine leicht, dreckige Punk-Attitüde und ist jedenfalls mal was ganz anderes. Wieder einmal haben wir einen Track, der musikalisch ins Blut geht. Der Refrain ist richtig klasse und wird seinem Publikum ein paar witzige Minuten bescheren. Dazu passt dann auch der sechste Titel des Albums „Das Kleben Nach Dem Tod“. Nähert sich der Titel zwar dem Death Metal, hat er eindeutiges Pogo-Potenzial. Da kommt „Max Wright, Alright“ etwas kurz, denn der wirkt an dieser Stelle leicht überflüssig. Nichtsdestotrotz holt „Kadavervikar“ für Todesmetaller wieder alles raus. Von fetten Riffs bis zum Blastbeat-Sturm wird hier in 80 Sekunden alles gesagt, was nötig ist.

Mit einem Namen, der sehr gewöhnungsbedürftig klingt, schlägt der Party-Grindcore wieder zu. „Yolocaust“ klingt sehr nach schwarzem Humor, der darf auf dieser Scheibe allerdings auch gar nicht fehlen. Nach dem Gewitter, wirkt der Disko-Beat von „Hier Kommen Die Ficker“ etwas abstrus, aber es funktioniert grandios und hebt den Partyfaktor nochmal eine Stufe höher. Nach so viel Party, setzen Kadaverficker auf einen drückenden, doomigen Track der zunächst durch einen Instrumentaltrack eingeleitet wird und seinerseits auch wieder ein einfacher Nackenbrecher ist und hier gleich das Niveau hoch hält. Das knapp dreiminütige „Death Is The New Sexy“ bringt wieder etwas frischen Wind in die Scheibe, denn trotz des Grindcore-Gegrunzes, hat der Titel wieder diesen rotzigen Flair im Titel. Abgelöst durch den knappen Spaßtrack „Bus Baun…“ gibt’s mit „Rocking Metal Motherfucker“ wieder ordentlich was auf die Ohren. Und wie es der Titel schon sagt, haben wir es hier nicht mit Grindcore zu tun, sondern es wird schon melodischer, setzt man dem Genre doch die Narrenkappe auf.

Als Rockstars ist es natürlich logisch, auch Groupies zu besitzen, doch bei den Kadavern verhält sich das etwas anders. Diese haben einen „Nekroupie“ und darum geht’s auch in diesem stahlharten Song.  Danach fährt man etwas runter und geht in diese Mischung aus Grindcore, Disco und einer Prise bekloppten Spaß. „Chup Me A Pissa“ könnte zudem für die Band werden, was „Ding Dong“ für Milking The Goatmachine ist – Ein Titel mit Partyhitpotenzial. Zu guter Letzt gibt es noch die schöne Bandhymne „Dortmund Asozial“. Das Lied bringt so ziemlich alles auf den Punkt.

Viel gesagt für gerademal 35 Minuten Spielzeit. Kurz zusammengefasst: Hier hat eine Band wirklich Bock auf das, was sie macht. Die Titel sind irre, witzig und irrwitzig. Der brauchbare Output ist bei diesen 18 Liedern mehr als enorm und zeigt schon, dass es hier live mehr als nur eine krasse Party gibt. Jedem Grindcore-Fan würde ich es ans Herz legen, das Album ins Regal zu stellen, auf jeden Fall werde ich mir das Teil dorthin stellen.


Homepage: https://www.facebook.com/Kadaverficker/

Tracklist:
01. Raiding the Radiostations (Nekrologue)
02. Crypt of Harassment
03. German Vermin
04. You Dislike… We Destroy
05. Stuhlgewitter
06. Das Kleben nach dem Tod
07. Max Wright, Alright
08. Kadavervikar
09. Yolocaust
10. Hier kommen die Ficker
11. The Fantastic Deceased and Where to Find Them (Interlude)
12. The Sleeping Bootey
13. Dead Is the New Sexy
14. Bus Baun
15. Rocking Metal Motherfucker
16. Nekroupie
17. Chupa Me a Pissa
18. Dortmund Asozial

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