Majesty – Rebels Tour 2018 07.04.2018 - Bastard Club - Osnabrück

Majesty Rebels Tour 2018

Die deutschen Manowar nur cooler, so könnte man Majesty treffend bezeichnen. Hier wird jedes Metal-Klischee liebevoll gehegt und gepflegt. Ob sie auch für den wahren Metal sterben würde, bleibt ihr Geheimnis, aber eine gute Alternative zum altersschwachen Original bilden sie auf jeden Fall.

Zunächst muss ich aber sagen, dass es ein sehr seltsames Gefühl ist, an diesem Tag ein Konzert zu besuchen, nachdem nur ca. 50 km weiter in Münster Menschen verletzt und getötet wurden weil ein, zu diesem Zeitpunkt noch vermuteter, Attentäter mit einem Kleinbus in ein Straßencafe gerast ist. Aber auch Majesty greifen im späteren Verlauf das Thema auf und stellen klar, dass man sich von solchen Idioten nicht das Leben verbieten lassen soll. Recht haben sie. Späteren Berichten zufolge handelte es sich wohl nicht um einen Anschlag, sondern einen Selbstmord eines psychisch kranken Mannes. Genug davon und auf zur Musik.

Aeternitas bemühen sich, als Anheizer zu fungieren. Und Bemühen meine ich auch so. Die 1999 als Gothic-Metal-Band gegründete Gruppe hat mit ihrem letzten Album eine Kurskorrektur hin zum Symphonic Metal vollzogen. Leider ist ihnen das nur mittelprächtig gelungen. Zwei Sänger – ein Mann, eine Frau -, dazu Schlagzeug, Keyboard, Bass und zwei Gitarren. Mit sieben Musikern ist auf der Bühne so wenig Platz, dass ihr Aufsteller mit dem Bandlogo vor der Stage im Publikum platziert werden muss. Instrumental kann man das Ganze zwar nicht als Meisterwerk bezeichnen, dafür klingen sie viel zu standardisiert und ohne jede eigene Note, aber es ist solide. Doch gerade der weibliche Gesang trifft hier jedes Klischee, das man mit diesem Genre verbindet. Deutlich besser klingt die Band als ihr männlicher Kollege zwei Songs alleine singt, was aber ironischerweise dazu führt, dass viele den Saal verlassen, denn das einzige Kriterium, sich diese Band wirklich anzusehen, ist die lasziv mit bauchfreiem Shirt tanzende Frontfrau. Sex Sales auch im Metal. Fans hat die Band allerdings, wie man an der Dame im Publikum feststellen kann, die Ihre Freude in einer Mischung aus Ausdruckstanz und Roboter Dance Moves zum Ausdruck bringt.

Apropos Klischee, Majesty beherrschen es eben, jene zu bedienen ohne dabei übertrieben albern zu wirken. Mit Einsatzwesten, Kunstblut auf den Armen und geschwärzten Augen betreten sie die Bühne und eröffnen mit dem Doppel „Die Like Kings“ und „Hail To Majesty“ den Trve-Metal-Abend. Bereits bei der Vorband konnte man die riesigen Aufsteller der Band sehen, die auch dazu führten, dass eben jene Band ihren eigenen vor der Bühne platzieren musste, die nun auch noch mit LED-Lichtleisten beleuchtet werden. Showtechnisch wird alles aufgefahren, was die kleine Bühne hergibt. Dass man mit „Thunder Rider“ einen der größten Hits schon an sechster Stelle spielt, überrascht mich und obwohl es sich hier nicht um eine Death-Metal-Band handelt, gibt es auch hier die unverzichtbare Luftschutzsirene, die dann dem Rock ’n‘ Roll-Klischee gerecht wird und ein ebenso unverzichtbares Drumsolo einläutet. Sind diese bei anderen Bands oft ziemlich störend und unnötig, erwartet man von dieser Band genau das. Nach weiteren Songs, wie zum Beispiel „Into The Stadiums“, bekommt dann auch noch der Gitarrist mit einem Solo die Chance anzugeben. An dieser Stelle möchte ich Frontmann Tarek für seine kultigen Ansagen den Doro-Pesch-Peinlichkeitsaward verleihen. Du hast ihn dir verdient. Aber auch hier sei gesagt, keine böse Kritik, so etwas muss bei einer Band, die des Öfteren auch als Manowar-Klon bezeichnet wird, einfach sein. „Fire Heart“ erinnert mich vom Aufbau und den Lyrics sehr an Hammerfalls „Renegade“ und beim letzten Song vor den Zugaben „Rebels of Our Time“ stürmen dann mit Trommeln bewaffnete in Urban Camouflage gekleidete und mit Gasmasken maskierte Gestalten die Bühne und nehmen Position auf den Nebelwerferboxen ein. Mit den Zugaben „Metal Law“ und „Fighting Til The End“ wird dann der Abend beendet. Ein gelungener Abend, der in Sachen liebevolle Klischeebehandlung wirklich alle Register gezogen hat. Einziger Wermutstropfen, die CD´s der Band werden am Merchstand für 15 Euro das Stück verkloppt. Das ist ein Preis, den man sich in einem Elektrogroßhandel zwar leisten kann, nicht aber, wenn man als Band direkt an den Kunden verkauft und somit keine Dritten sich am Gewinn beteiligen. Ein Zehner pro Scheibe hätte hier gereicht, dennoch ein launiger Abend.

Setlist Majesty:
Path To Freedom (Intro)
Die Like Kings
Hail To Majesty
The Final War
Yolo Heavy Metal
Thunder Rider
Drum Solo
Heroes In The Night
Into The Stadiums
Across The Lightning
Hellforces
Guitar Solo
Fields Of War
Fire Heart
Rebels Of Our Time

Zugabe:
Metal Law
Fighting Till The End
Rebels Unite (Outro)

Aeternitas
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Majesty
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