Necros Christos – Domedon Doxemedon VÖ: 18.05.18, Sepulchral Voice Records, Black Metal

Necros Christos - Domedon Doxemedos

Was für ein Werk! Mit über 27 neuen Songs auf drei CDs, deren gesamte Spiellänge über 112 Minuten reicht, erscheint das neue Album “Domedon Doxemedon” der Berliner Necros Christos, welches eines Denkmals würdig ist. Doch was bannt man auf so viele Tracks verteilt, wenn nicht Geschichten biblischen Ausmaßes? So bedient sich das Quartett an den Stories eines der bekanntesten Büchern überhaupt, allerdings kann man sich bei dem Namen Necros Christos schon denken, wohin die Reise geht. Der Bandname stammt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie „Toter Christus“.

Widmen wir uns nun einmal der ersten CD. Bei dem ersten Titel handelt es sich um eine Art Intro des Albums. Die Stimmung ist sehr kirchlich, gar sakral gehalten. Zuerst habe ich gedacht, mich erwartet hier eine Kapelle, die sich stilistisch an Batushka orientiert, doch im ersten richtigen Track „I Am Christ“ sollte ich eines Besseren belehrt werden. Die Formation setzt eindeutig auf tiefe, düstere Riffs und ein pechschwarzes Doom-Ambiente. Bei einer Spielzeit von knapp acht Minuten stellte sich das aber nach einiger Zeit als sehr schwere Kost heraus. Zudem wirkt der ständige Wechsel von den „Temple“-Songs zu den „Gate“-Tracks sehr verwirrend, bedenke man, dass man da Titel hat, die gerade mal ein paar Sekunden gehen und sich musikalisch null erschließen, wie diese in den Kontext passen. Mit „Tombstone Chapel“ und „He Doth Mourn In Hell“ haben wir hier lediglich drei Songs, die vollwertig sind, aber durch die drückende Stimmung doch mal mehr, mal weniger zu Steinen im Magen werden.

Dies ist leider ein Zustand, der sich auch auf der zweiten Scheibe wiederfindet – zumindest vom Aspekt der instrumentalen Titel. Das Ganze soll wohl eine Bedeutung haben, die mit neun Tempeln und neun Toren zusammenspielt. Hinter dem neunten Tor warten neun Herrlichkeiten. Eine Geschichte, die wohl im Judentum verwurzelt ist. Ich habe ein bisschen nachgeforscht, allerdings schien mir das Thema zu komplex, um es hier niederzuschreiben, doch wer sich dafür interessiert, kann es gerne nachlesen. Einen so komplexen Zustand musikalisch umzusetzen, bedarf es schon guter Fähigkeiten. Das muss man den Berlinern hoch anrechnen, dass sie sich nicht nur mit diesem komplexen Wesen auseinander gesetzt haben, sondern ein ganzes Konzeptalbum dazu herausgebracht haben.

Doch ich schweife ab. Nach der langen Zeit, die nun hinter uns liegt und einem routinemäßigen Ablauf des Albums, spiele ich nun die dritte CD mit einem schweren Ausatmen an. Erst bleibt alles so wie es ist. Zu Beginn gibt es wieder einen dieser instrumentalen „Temple“-Songs, dann legt der erste Titel los. Nun viel muss man zu den drei Songs auf der Platte nicht sagen, außer dass sie sich leider wieder sehr ähneln. So ein richtiger Höhepunkt baut sich dort gar nicht auf.

Betrachtet man das ganze Werk, ist es mehr als eine Glanzleistung, ein Thema so umzusetzen. Nur die Titel sind alle sehr lang und sehr erdrückend. Die instrumentalen Songs passen vielleicht zum Thema, erschließen sich mir aber so gar nicht. Ich hätte mir gewünscht, wenn so ein Konzeptalbum entsteht, es vielleicht etwas mystischer zu gestalten. Aber nein, ich möchte das Werk nicht extrem schlecht reden, ich denke nur, es ist eindeutig schwere Kost. Aber wer sich damit auseinandersetzt und die Art der Kunst versteht, dem wird sein Herz höher schlagen.

Homepage: https://www.facebook.com/darknessdamnationdeath/

Tracklist:
CD1:
01. Temple I –  Zohar Of The Sky
02. I Am Christ
03. Gate Of  Sooun
04. Temple II – Cistern Of Bethlehem
05. Tombstone Chapel
06. Gate Of Damihyron
07. Temple III – Helper Of YHVH
08. He Doth Mourn In Hell
09. Gate Of Aion Tsevaoth

CD2:
01. Temple IV – Oracle Of Man
02. Seven Altars Burn in Sin
03. Gate Of Arba-Hemon
04. Temple V – Bereshit
05. Exiled in Transformation
06. Gate Of Behet-Myron
07. Temple VI – Weight Of Gold
08. The Heart of King Solomon in Sorcery
09. Gate of Sulam

CD3:
01. Temple VII – Alive In Sheol
02. The Guilt They Bore
03. Gate of Jehudmijron
04. Temple VIII – Smoke In Fire
05. Exodos
06. Gate of Dimitrijon
07. Temple IX – Redeemer To Zion
08. In Meditation on the Death of Christ
09. Gate Of Ea On

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