Eisregen – Satan Liebt Dich [EP] VÖ: 08.06.18, Massacre Records, Black Metal

Eisregen - Satan Liebt Dich

Nur weil etwas lange hält, hält es nicht ewig. Das war mein erster Gedanke als ich den Namen der neuen EP aus Tambach-Dietharz erfuhr. Vergleicht man diesen mit den früheren Werken Eisregens, fällt es sofort auf, dass man sich hier keiner Alliteration bedient hat. Besaßen die Vorgängeralben der EP noch Namen wie „Marschmusik“, „Schlangensonne“ oder wie das jüngste Werk „Fleischfilm“, genügt nun der Name „Satan Liebt Dich“. Eine Änderung in einem System, das seit dem zweiten Opus der Thüringer „Krebskolonie“ aus dem Jahre 1998 Bestand hält und das seitdem als eines der beliebtesten Black-Metal-Alben gefeiert wird.

Zwanzig Jahre später stellt man sich immer wieder die Frage, ob Eisregen überhaupt noch Black Metal machen. Einige sagen auch Extrem Metal oder es wäre eine etwas brutalere Richtung der NDH. Wer nun aber die neue EP anspielt, wird eines Besseren belehrt, denn der „Fahlmondmörder“ hätte auch auf einer CD von Goatfuneral (das übrigens ein Nebenprojekt Roths und Yantits ist) Platz finden können. Ein paar sporadische Kirchenchöre ballern unter einem 1A Oldschooltrack. Damit beantworten die Thüringer eindeutig die oben genannte Frage: Sie machen noch Black Metal.

Als Vorreiter auf ihr neues Album „Fegefeuer“ am Ende des Jahres haben sie auf die EP schon den Track „Satan Liebt Dich“ veröffentlicht. Ein Stück, das sich wieder gut in das Horror-Genre einbaut und mit einem guten Refrain überzeugt, allerdings erkennt man dort sehr leicht ähnliche Züge zum Song „Wir, Der Teufel Und Ich II“ der Gothrocker Ewigheim (ebenfalls Nebenprojekt von Yantit), wodurch mir die Überzeugung fehlt – Wenn auch der Track an sich genial ist. Mit „Onkel Fritze“ besingen die Jungs den Kannibalen Fritz Haarmann, der als Metzger in Hannover tätig war und gerne mal sein Lieblingsfleisch in der Auslage anbot. Eisregen beschreibt den Track selbst als asozialen Deutschrock – Ich finde, es klingt wie ein ganz normaler Spaßtrack der Band. Man kann ihn sich gut anhören, aber er verliert leider bei mehrfachem Hören schnell an Reiz. Eben jener Track wird danach direkt vom Transilvanian Beat Club gecovert. Unter dem Namen „Menschenmetzger Fritz“ röhrt Yantit das erste Mal seit Auflösung des Transilvanian Beat Clubs wieder durchs Mikro. Ist der Name auch ähnlich, haben die zwei Projekte nichts miteinander zu tun, aber es klingt ganz lustig, Yantit mal wieder mit seiner zigarettenverseuchten Lunge zu hören.

Mit den folgenden beiden Tracks bin ich nicht ganz grün geworden. Zuerst haben wir hier ein Cover des Titels „For God Your Soul“ von Pungent Stench. Da ich selbst den Track nicht so mag und er nicht so genial gecovert ist, ist er für mich etwas übrig. Ebenso hat Musiker Schirenc von Pungent Stench den Titel „Mein Eichensarg“ gecovert, der aber in seiner Version irgendwie nicht passend, ja gar falsch klingt. Da ist es gut, dass zum Abschluss nochmal ein Feuerwerk angezündet wird, denn mit „13 Russische Krebsschweine“ gibt es ein kleines Partymedley aus den Titeln „Dreizehn“, „Meine Tote Russische Freundin“, „Futter Für Die Schweine“ und „Krebskolonie“. Das ist also gerade für Fans der alten Alben ein Must-Have.

Leider trifft das im Gesamten eher nicht auf die EP zu. „Satan Liebt Dich“ hat denselben Charakter wie andere EPs der Band, denn er besteht lediglich aus einem Vorreiter fürs neue Album und bei den anderen Titeln ist es nicht ganz grundlos, dass sie es nicht aufs Album geschafft haben. Dennoch freue ich mich auf den Winter und das neue Album „Fegefeuer“.

Homepage: www.Fleischhaus.de

Tracklist:

1. Fahlmondmörder
2. Satan Liebt Dich
3. Onkel Fritze
4. Menschenmetzger Fritz (Transilvanian Beat Club)
5. For God Your Soul
6. Mein Eichensarg (Schirenc plays Eisregen)
7. 13 Russische Krebsschweine

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