Konzertbericht Cannibal Corpse + The Black Dahlia Murder + No Return 18.02.18 - Bochum, Matrix (Tube)

Cannibal Corpse

Sonntag gibt es Fleisch! So ist es Sitte, und dieser kamen die Fans von fleischigem, blutigem Death Metal auch nach, als sie bereits eine Stunde vor Einlass an der Bochumer Matrix Schlange standen. Der Einlass wurde um eine Stunde nach hinten verschoben, was bedeutete, dass die umliegenden Kioske noch eine Menge Umsatz durch Bierverkäufe machten.

Als es dann endlich um 19:00 Uhr ins Warme geht, füllt sich die Tube, das Kellergewölbe der Matrix, schnell auf. Gut für No Return. Die seit 15 Jahren existente französische Band spielt sehr melodischen Death Metal, der gut ins Ohr geht und bei den ersten Reihen auch gut ankommt. Sogar Moshpits brechen zu dieser Zeit schon aus, was bei Vorbands ein viel zu selten gesehenes Phänomen darstellt. Nur das gesetztere Publikum kommt nicht ganz aus den Puschen und steht mit verschränkten Armen da. Für sie ist das wohl zu modern und zu melodisch. Ein kleiner Schwachpunkt des Bühnenaufbaues kommt hier zum Vorschein. Die Flashlights sind viel zu niedrig angebracht, so dass es einem die Augen verblitzt, sobald diese zum Einsatz kommen. Dafür ist der Sound wirklich gut und die Band kommt ihrer Aufgabe als Anheizer gut nach.

The Black Dahlia Murder gehören zu der Sorte von Bands gegen die selbst ich, der einen sehr breitgefächerten Geschmack hat, Vorurteile hegt. Aber zu Unrecht, wie ich feststellen muss. Zwar gehört ihr Metalcore nicht gerade zu dem, was ich mir zu Hause auflegen würde, aber objektiv betrachtet liefern die Amis ’ne gute Show ab. Auch hier explodiert der Moshpit, was aber auch leider in Eskalation ausartet, da einige meinen, sich in griechisch-römischem Ringen oder Freestyle Wrestling behaupten zu müssen. Bitte nehmt doch Rücksicht auf Unbeteiligte! Ansonsten erwische ich mich tatsächlich auch selber dabei, wie mir einzelne Songpassagen oder ganze Stücke gefallen. Fan werde ich trotzdem wohl nie werden.

Dann ist es Zeit für den Hauptgang. Buffelo´s finest Cannibal Corpse tischen auf. Serviert wird Grobgehacktes mit viel Blut. Mit ihrem aktuellen Album „Red Before Balck“ im Gepäck wüten die Jungs um Kultgrunzer George „Corpsegrinder“ Fisher und Bassist Alex Webstar richtig los. Gewohnt ohne pompöses Intro betreten sie die Bühne und eröffnen mit “ Code Of The Slashers“, „Only One Will Die“ und dem Titelstück gleich mit drei Songs der neuen Platte das Schlachtfest. George Fisher ist sparsam mit Ansagen und lässt lieber die Musik sprechen, was aber niemanden stört, denn sein ikonisches Propeller-Headbanging zieht er verlässlich wie ein Agrarflugzeug durch, und ich frage mich langsam wirklich, wie der Mann das macht ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Vier Tage nach Valentinstag darf natürlich auch das obligatorische Liebeslied „I Cum Blood“ nicht in der Setlist fehlen, und da die Jungs noch nie Fans des „Zugabe Zugabe Zugabe“-Spielchens waren, wird mit „Make Them Suffer“, „Stripped, Raped And Strangled“ sowie dem unverzichtbaren „Hammer Smashed Face“ die Raubtierfütterung klassisch beendet. Ein souveräner Auftritt, der genau das bot, was man von den Jungs erwartet, einfachen schnörkellosen Death Metal ohne viel Drumherum straight runtergezockt. Wem das zu wenig ist, sollte besser Tatort gucken.

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