Gravdal – Kadaverin

Release: 11.08.17
Genre: Black Metal
Label: Soulseller Records
Homepage: https://www.facebook.com/gravdalofficial/

Sieben lange Jahre sind ins Land gezogen seit der letzten Veröffentlichung der norwegischen Schwarzmetaller Gravdal. Doch was lange auf sich warten lässt, wird endlich gut – so ein altes Sprichwort. Was mit „Kadaverin“ nach einem suspekten Albumtitel klingt, verspricht allerdings Black Metal so trve wie es nur die Norweger können: einfach böse und düster.

Einzug gebietet der Titeltrack des Albums „Kadaverin“, der sofort überzeugt. Dunkle, düstere Atmosphäre und böser Gesang wirken stimmungsvoll. Richtig klasse klingt die Stimme des Sängers Eld. Sie ist zwar äußerst böse, aber es gibt kein Rumgekreische oder unverständliches Rumgegrunze. Lediglich befremdlich wirkt das Saxophon – wenn ich es richtig gedeutet habe – im Mittelteil des Tracks. Ungestüm prügelt sich „Apostler Av Doden“ durch die Anlage, und endlich wird einem bewusst, dass sich Gravdal ihrer Muttersprache bedienen. So wirkt der Track richtig fies und gemein, bietet aber guten Spielraum für die Band, da der Song nebst rohem Black Metal progressive Parts mit groovigen Gitarrenriffs bietet. Freunde der schleppenden Musik kommen bei diesem Album ebenfalls auf ihre Kosten. Düster, so der Titel „Dans Med Livet, Dans Med Doden“, der durch die Tiefenriffs sehr besticht oder aber das, dem Album gegenüber befremdlich wirkende „Eklipse“, das zwar einen Anhauch von Doom Metal besitzt, jedoch mit seinem klarem Gesang und depressiver Musik teilweise etwas eigenartig wirkt. Auch für Freunde des rohen und atmosphärischen Black Metals haben Gravdal einige Überraschungen über. So greift „Vi Som Ser I Morket“ mit düsterer stimmungsvoller Musik, die mit satanischen Chören untermalt ist, an, während „Roten Til All Ondskap“ in die Axt schwingende Offensive übergeht. Blastbeats zerhämmern das Trommelfell, und die Musiker scheinen ihre Instrumente zu zertrimmen – hier passt wirklich die Bezeichnung True Norwegian Black Metal.
Zum Abschluss gibt es dann noch „Inni Menneskedyret“. Ein Tack, der im Gegensatz zu den anderen Songs der Scheibe sehr schnell und rhythmisch wirkt, gar zum Pogen animiert. Trotzdem fehlt es dem Song nicht an der grimmigen Volksmusik namens Black Metal.

Obwohl Gravdal mit Bands wie Satyricon oder Taake zusammenarbeitet, deren Musiker im Album teilweise Gastauftritte aufweisen, kann man nicht sagen, dass es sich beim Album „Kadaverin“ um ein Werk handelt, das die Betitelung True Norwegian Black Metal verdient – Zum Glück! Denn mit diesem Album haben Gravdal ein Werk geschaffen, das den Black Metal in allen Facetten zeigt und dennoch immer düster und böse klingen kann. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Album, auch wenn ich wieder sieben lange Jahre warten muss.

Tracklist
1. Kadaverin
2. Apostler Av Doden
3. Dans Med Livet, Dans Med Doden
4. Arkaisk Kamp, Angrip!
5. Vi Som Ser I Morket
6. Eklipse
7. Roten Til All Ondskap
8. Innes Menneskedyret
9. Nar Noen Tar Farvel (Outro)

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