Hauskonzert Ostbunker

Jedes Jahr im Januar lädt der Osnabrücker Ostbunker zu einem Hauskonzert der Bands, die dort ihren Proberaum haben. Dieses Mal waren es fünf Bands, die das Jahr entsprechend laut und feierlich einläuteten.

Die Hardcore-/Punkband Misery Vortex eröffnete den Abend. Nicht nur Sänger Mogel bemerkte, dass bereits für die erste Band zahlreiche Konzertbesucher eingetroffen waren. Erst zu Mitte des Sets spielte die Band etwas flüssiger, und das lag nicht nur an der Pfeffi-Flasche, die herumgereicht wurde nachdem bekannt gegeben wurde, dass Gitarrist Jonas an diesem Tag Geburtstag feierte. (Dark Angel)

Misery Vortex lieferten deftigen Hardcore mit hektischen Vocals und teils deutlichen Anleihen bei Minor Threat in Verbindung mit einem an Sludge-Bands erinnerndem Gitarrensound. Leider war Sänger Mogel der einzige Aktivposten und hielt sich deutlich mehr als auf der Bühne auf, während die Saitenfraktion nur in Bewegung kam, wenn es galt Pfeffi zu trinken. (Padre)

Mit Anthemdown betrat dann eine Band die Bühne, die mit mehr Volumen daherkam. Soundmann Marco fragte mich dann auch gleich, ob es denn laut genug für mich wäre. Zuweilen ging es aber auch etwas ruhiger zu. Mit „Colours“ wurde auch ein Lied vorgetragen, das man für diese Musikrichtung schon als Ballade bezeichnen kann. Insgesamt wurde die Freude und Euphorie für das neue Album, welches in Kürze erscheinen soll, sehr gut auf das Publikum übertragen. Mit elf abwechslungsreich und teils recht melodisch gespielten Metalcore-Liedern erhielten die Zuhörer mehr als nur einen kleinen Leckerbissen. So muss das sein! (Dark Angel)

Anthemdown lieferten dann langweiligsten Metalcore auf Schülerband-Niveau. Die Jungs können zwar spielen und haben offenbar genug Kohle für feinstes Equipment, aber Songs schreiben muss noch ordentlich geübt werden. Zudem erweist sich Sänger Lars Möllenkamp mit seinen gequälten Vocals als offensichtlichster Schwachpunkt. Kein Wunder, dass sich nicht wenige Besucher lieber draußen bei Minusgrad aufhalten. (Padre)

Forsaken Tomb nahmen die gute Stimmung auf und bewiesen, dass sie sich seit dem letztjährigen Auftritt noch einmal stark verbessert hatten. Durchgehend kam ein mitreißender Black/Thrash ’n‘ Roll-Rythmus zustande, bei dem man nicht stillstehen konnte. Und auch hier kamen die Zuhörer voll auf ihre Kosten, da wieder eine beachtliche Spielzeit geboten wurde. (Dark Angel)

Jedes Mal, wenn Forsaken Tomb auf einer Bühne stehen, macht sich ein deutlicher Qualitätssprung bemerkbar, so auch heute. Sänger Wulle hat sich zu einem guten Fronter gemausert und die Instrumentalfraktion ist top eingespielt und macht ordentlich Dampf, super! (Padre)

Für diesen Abend hatten sich Panzer Squad ausgedacht, zur Abwechslung einfach ein komplettes Cover-Set zu spielen und traten als Punker Squad auf. Dies ging dementsprechend total in die Punkrock-Richtung. Mit wechselnder Besetzung – Schlagzeuger, Sänger und Gitarristen wurden von Lied zu Lied geändert – feierten sie einen lustigen, aber nicht immer ganz stilsicheren Auftritt. Bei einem Lied wurde sogar zwischendurch der Schlagzeuger gewechselt, weil er das Lied nicht richtig hinbekam. Reichlich Mexikaner aus der Flasche sorgte dafür, dass sich Sänger Wulle zum Abschluss an das Publikum wandte mit diesen Worten: „Ich hoffe, es hat euch annähernd gefallen.“ Dann torkelte die Band von der Bühne. Panzer Squad hatten damit den Party-Slot abgedeckt.

Es war bereits weit nach Mitternacht als mit Baerus zwei Trauerweiden auf die Bühne kamen. Dunkel gekleidet und geschminkt, verbreitete die Band düstere, melancholische Stimmung in Verbindung mit Kreisch- und Klagegesang. Als hoffnungsvolles Wort zum Sonntag war das zwar nicht zu gebrauchen, aber es zeigte einmal mehr, wie vielschichtig die Ostbunker-Bands agieren.

Aus musikalischer Sicht betrachtet waren Anthemdown und Forsaken Tomb die Bands des Abends, aber danach konnte das Konzert nicht bewertet werden. Wichtig ist immer, dass man Spaß an der Musik hat, und das war an diesem Freitag/Samstag ganz sicher der Fall. (Dark Angel)

Wenn man im Ostbunker mal pünktlich anfangen und zügig umbauen würde, dann wäre es auch Leuten, die am Folgetag früh raus müssen, vergönnt alle Bands zu sehen. Wieder einmal sehr schade. (Padre)

Bericht: Dark Angel & Padre
Fotos: Dark Angel

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MUSIC WAS MY FIRST LOVE ... AND IT WILL BE THE LAST

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