J.B.O. – 11

Released: 08.07.2016
Genre: Fun/Comedy Metal
Label: AFM Records

Seit über zwanzig Jahren sorgt die fränkische Spaßfabrik von J.B.O. nun schon in schöner Regelmäßigkeit für Spaß und Erheiterung in der sonst eher ernsten Metallergemeinde. Mit ihren Coverversionen bekannter Interpreten, aber auch mit Eigenkompositionen haben die selbsternannten „Verteidiger des Blödsinns“ dem Ernst und der Langeweile seinerzeit den Kampf angesagt, seither für unzählige ausgelassene Partys gesorgt und dabei so manchem bösen Metaller ein Grinsen ins Gesicht gezaubert. Und auch auf ihrem elften Studioalbum, welches den kreativen Namen „11“ trägt, blasen die Jungs wieder zum Angriff auf die Lachmuskeln.

Bereits beim ersten Song „Wir lassen uns das Blödeln nicht verbieten“ wird klar, dass J.B.O. auch auf „11“ in Sachen Spaß und Blödelei keinerlei Gefangene machen. In der Eigenkomposition machen die Jungs klar deutlich, dass Kunst nicht immer traurig sein muss um gut zu sein und dass man sich auch nach so langer Zeit im Geschäft nicht für das schämt, was man bisher fabriziert hat. Und das zeigt sich dann auch in dem sehr gelungenen Cover des Lucilectric Songs „Mädchen“, welches von den Franken kurzerhand in „Metaller“ umbenannt wird. Im Booklet steht dazu nur: „ …nicht dass Mädchen keine Metaller sein können! Metaller sind ja auch manchmal Mädchen!“ Na, da bin ich mal auf die Live-Umsetzung gespannt.

Doch J.B.O. schlagen zum Teil auch kritische Töne an. Das an DJ Ötzis „Burger Dance“ angelegte „Panzer Dance“ ist zwar super eingängig und extrem lustig, greift aber auch unverhohlen die deutsche Rüstungsindustrie und ihre Geschäftspraktiken an. Sicher einer des stärksten Songs des Albums. Fast andächtig wird es dann bei „Jetzt ist halt Heut“, einer Coverversion des Klassikers „Those Were The Days“, in dem Hannes und Vito darüber sinnieren, dass früher Cliff Burton bei Metallica spielte, Telefone noch Kabel hatten und Deutschland noch geteilt war. Eine Abrechnung der besonderen Art liefert sich dann noch Bassist Ralph Bach in „Söderla!“ mit Staatsminister Markus Söder, mit welchem er vor einigen Jahrzehnten gemeinsam die Schulbank drückte. Für die Rolle des Ministers griff man dann aber statt des Originals doch lieber auf den Kaberettisten Joe Heinrich mit sein Markus Söder-Puppe zurück.

Mit „11“ führen J.B.O. einmal mehr einen humoristischen Rundumschlag auf die Musikwelt und verpassen damit so manchem bekannten, beliebten oder auch weniger beliebten Song ihre ganz eigene Note. Hervorzuheben wäre hier vor allen Dingen der Party Ohrwurm „Wacken Ist Nur Einmal Im Jahr“, welcher dem Metal Spektakel im hohen Norden Deutschlands huldigt und sicher auch bei J.B.O. Shows auf anderen Festivals in abgewandelter Form für Alarm sorgen dürfte. Ein entsprechendes Video wurde bereits vor einigen Wochen veröffentlicht. Welcher Song hier als Vorlage diente, muss wohl nicht näher beschrieben werden. Und auch vor Rock’n’Roll Altmeistern wie ZZ Top („Har Har Har“) oder Kiss („Nürnberg Groove“) machen die Franken nicht Halt. Abgerundet wird das Album mit durchgeknallten Eigenkompositionen und den obligatorischen kurzen gesprochenen Sketchen.

Insgesamt gesehen liefern J.B.O. mit „11“ ein ganz ordentliches Album ab, welches rund und ausgewogen klingt und bei den Fans sicherlich Anklang finden wird. Dabei überzeugen die Blödelbarden einmal mehr mit vollkommen ulkigen Coverversionen die bestimmt auch den Weg auf so manche Festival-Zeltplatzparty-Playlist finden werden.

Tracklist:

  1. Einzähler
  2. Wir lassen uns das Blödeln nicht verbieten
  3. Panzer Dance
  4. Metaller
  5. Ich hätt gern mehr
  6. Autowerkstatt
  7. Wacken ist nur einmal im Jahr
  8. Verliebt
  9. Jetzt ist halt Heut
  10. Marilyn Manson
  11. Fünf Minuten
  12. Har Har Har (ZZ Top – La Grange)
  13. Nürnberg Groove (Hello – New York Groove)
  14. Rapper
  15. Söderla!
  16. Alkoholprobe
  17. F.N. for J.B.O

 

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

1 Kommentar

  1. Als kleine Info: „Jetzt ist halt heut“ ist zwar textisch angelehnt an „Those were the days“, aber auch das ist ein Cover des russischen Klassiekrs „Dorogoj Dlinnoju“. Ansonsten stimme ich hier zu.

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