J.B.O., King Kongs Deoroller – Blast Christmas Tour 2015

Nachdem man sich zwei Tage lang im Kreise seiner Liebsten mit Braten, Kuchen und anderen Leckereien den Wanst vollgeschlagen hat, gibt es doch nichts Besseres, als die Weihnachtsfeiertage bei einem schönen Konzert ausklingen zu lassen. In diesem Jahr bietet sich für dieses Unterfangen das J.B.O. Konzert im Osnabrücker Rosenhof bestens an. Schließlich werden die Erlangener Spaß Metaller doch das Album „Explizite Lyrik“, welches der Band seinerzeit zum großen Durchbruch verhalf, komplett am Stück spielen. Grund genug also für einen Besuch. Als Vorband sind die Party Rocker King Kongs Deoroller mit dabei.

Nachdem sich der Saal einigermaßen gefüllt hat, legen King Kongs Deoroller pünktlich um 20.00 Uhr los. Die etwas poppig klingenden Songs gehen leicht ins Ohr und sorgen beim Publikum bereits schnell für gute Stimmung. Die Texte sind einfach gehalten, sodass die Refrains auch alsbald von den Anwesenden mitgesungen werden. Im Ganzen klingt die Musik ein wenig nach den Schröders in ihrer frühen Phase. Als Besonderheit hat sich der Vierer aus Baden-Württemberg für ihren Song „Immer Nur Ficken“ einige kleine Flaschen Ficken Likör besorgt, mit welchem er dann mit dem Publikum anstößt. Ansonsten verläuft der Gig relativ unspektakulär. Die Musiker auf der Bühne machen ihre Sache souverän und bekommen dafür den gebührenden Applaus. Nach knapp vierzig Minuten sind die Jungs dann durch, und die Bühne wird für J.B.O. vorbereitet.

Und als dann kurze Zeit später das Licht im Saal erlischt und das über der Bühne prangende J.B.O. Logo zu leuchten beginnt, geht es endlich los. Als Intro hat man sich heute für das alte Weihnachtslied “Stille Nacht“ entschieden. Das wird von den Fans brav mitgesungen und die Spaßfraktion somit begrüßt. Hannes, Vito und Co. lassen sich auch nicht lange bitten und bieten mit „Bolle“ und „Ällabätsch“ direkt mal zwei Bandklassiker auf. Das gefällt den Osnabrückern natürlich, und so werden diese Songs bereits ordentlich abgefeiert. Auch das kurze Zeit später stattfindende Mitsingspielchen meistert die Meute bravourös. Dabei werden selbst so schwierige Textzeilen wie „Heckler und Koch“, „Thyssen-Krupp“ oder „Schlagbohrmaschine“ fehlerfrei mitgegrölt. Nach diesen kurzen Aufwärmübungen ist der Saal bereit für „Explizite Lyrik“. Sofort der erste Song „Kuschelmetal“ sorgt für ordentlich Bewegung im Pit und grinsende Gesichter vor und auf der Bühne. Die Stimmung hat bereits jetzt einen ersten Höhepunkt erreicht.

Im weiteren Verlauf werden wirklich alle Stücke des legendären Albums gespielt. Dabei sorgen neben den Texten auch die lustigen Showeinlagen wieder einmal für Erheiterung. Ob nun der Typ mit der Riesenlatte bei „Walk With An Erection“ oder ein als Bob Marley verkleideter Vito bei „Ka Alde Ka G’Schrei“, alles ist wieder einmal bestens aufeinander abgestimmt. Selbst vor einem so abstrakten Stück wie „Odyssee auf UKW“ schreckt die Band nicht zurück. Gut kommt auch an, dass sich die Hauptprotagonisten Hannes und Vito mit ihren Ansagen heute doch etwas zurückhalten. Auf jeden Fall habe ich die beiden schon deutlich erzählfreudiger erlebt. Heute passt es jedoch super, und so wirkt auch die obligatorische Geschichte zu „Ein Guter Tag Zum Sterben“ nicht so übertrieben und aufgeblasen wie schon auf früheren Auftritten. Mit „J.B.O.“ endet dann das reguläre Set erwartungsgemäß auch mit dem letzten Stück der „Explizite Lyrik“.

Aber das soll natürlich noch nicht alles gewesen sein. Der erste Zugabenblock startet mit „Dr. Met“, zu welchem vom Publikum sogar eine Polonäse initiiert wird. Es folgen „Der Hofnarr“ und „Bimber Bumber Dödel Die“, bei dem alle, die kein Fränkisch verstehen, nach Aussage der Band einfach mal Pech gehabt haben. Doch das lassen die Osnabrücker Fans den Erlangenern natürlich nicht durchgehen, und so kommen die Jungs danach noch einmal für zwei Zugaben zurück. Bei „Ein Fest“ und „Verteidiger des Blödsinns“ wird dann noch einmal alles gegeben und die Band danach mit dem obligatorischen J.B.O. Zeichen (linker Zeigefinger in die rechte Faust) verabschiedet. Nach dem Auftritt sind dann sowohl King Kongs Deoroller, wie auch J.B.O. noch am Merchstand zu finden, wo sie sich mit den Fans ablichten lassen und Autogramme schreiben.

Insgesamt war es wieder einmal ein absolut gelungener Konzertabend. J.B.O. hat enorm viel Spaß gemacht und damit den Startschuss für eine lange Feier geliefert. Ganz besonders die Tatsache, dass man sich heute weitestgehend auf die Klassiker der „Explizite Lyrik“ konzentriert hat, kam bestens an. Schade, dass man eine solche Setlist in Osnabrück wohl auf absehbare Zeit nicht mehr erleben wird.

Setlist King Kongs Deoroller

  1. Prost Neujahr
  2. Gute Besserung
  3. Rockstar
  4. Klassentreffen
  5. Immer nur Ficken
  6. Claus Hipp
  7. Mein bester Freund
  8. Es ist Zeit

Setlist JBO

  1. Intro Stille Nacht
  2. Bolle
  3. Ällabätsch
  4. Vier Finger für ein Halleluja
  5. Geh mer halt zu Slayer
  6. Arschloch und Spaß dabei
  7. Kuschelmetal
  8. Schlaf Kindlein Schlaf
  9. Walk With An Erection
  10. Eistee S Mainzelcount
  11. Ejaculatio Praecox
  12. Mei Alde is im Playboy drin
  13. Skorpione – Vom Winde verdreht
  14. Frauen
  15. Ka Alde Ka G‘Schrei
  16. Gimme Doop Joanna
  17. Diggin‘ The Nose (Hier bohrt der Boss noch selbst)
  18. Mir Sta’dd’n etz die Feier
  19. Der um das Klo tanzt (Kuck mal wer da kackt)
  20. Symphonie der Verstopfung
  21. Schlumpfozid im Stadtgebiet
  22. Odyssee auf UKW
  23. Rache
  24. Könige
  25. Ein guter Tag zum Sterben
  26. B.O.

Zugabe 1

  1. Met
  2. Der Hofnarr
  3. Bimber Bumber Dödel Dei

Zugabe 2

  1. Ein Fest
  2. Verteidiger des Blödsinns
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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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