Live Undead 19

Bereits zum neunzehnten(!) Mal fand in Bielefeld das Live Undead statt. Mit dabei waren auch diesmal wieder hochkarätige Bands aus der Umgebung und erstmals auch ich.

Für fanfreundliche 6 € Eintritt bekam jeder Gast noch einen Getränkegutschein im Wert von 2 €. Zudem war im Vorraum ein Stand mit allerlei LPs und CDs aufgebaut. Nicht nur deswegen war das Publikum beim Opener Hydra’s Fate aus Bielefeld noch eher zurückhaltend und distanziert. Man beobachtete das Geschehen lieber aus sicherer Entfernung, obwohl oben nicht viel passierte. Der Fünfer spielte sich sehr tight durch sein, an neuere Iron Maiden erinnerndes, stimmungsvolles Material. Auch Sänger Markus Brand manövrierte seine Stimmbänder sicher durch epische Refrains und düstere Strophen. Lediglich das Stageacting ließ sehr zu Wünschen übrig. Abgesehen vom Sänger verharrte die Band zumeist auf ihren Positionen. Zudem könnte die Band mit einem homogenerem Äußeren und charismatischerem Auftreten deutlich mehr erreichen. Potential ist aber definitiv vorhanden, das Debütalbum erscheint übrigens im Dezember.

Nach einer kurzen Umbaupause enterten die ebenfalls aus der Dr. Oetker-Stadt stammenden Powergame die Bühne. Die Band um Lost World Order-Sänger Mätty frönt der rüpeligen Seite der NWoBHM und zeigte sich dementsprechend agil auf der Bühne. Auch deswegen füllte sich der Platz vor der Bühne zügig und die ersten Matten wurden geschwungen. Auf Dauer wirkt das Songmaterial allerdings eintönig, da es gefühlt nur eine Geschwindigkeit gibt. Zudem ist Mättys Gesang gewöhnungsbedürftig, vor allem die hohen Schreie wirken mehr gepresst als gekonnt. Dafür präsentierte sich die Band im stilsicheren achtziger Outfit und nutzte die, für ein Jugendzentrum, geräumige Bühne aus.

Nach einer Stärkung mit den vor Ort angebotenen Pommes (Bratwurst gabs auch) starteten Intöxicated aus Osnabrück in ihren ersten Auftritt mit Neu-Sänger Mariano. Der neue Mann am Mikro dürfte dem ein oder anderen ja schon von Bitter Piece bekannt sein und drückte dem Venom– und Motörhead-lastigen Material deutlich seinen Stempel auf. Anders als sein Vorgänger fungiert er nicht nur als bloßer Lemmy-Imitator sondern verleiht den Songs durch rotzigen aggressiven Gesang mehr Eigenständigkeit, zudem ist er auf der Bühne erheblich aktiver. Wenn die Band jetzt noch etwas besser eingespielt gewesen wäre, dann wäre die kurzweilige Show noch besser gewesen, aber auch so war es der bis dato beste Intöxicated-Gig den ich gesehen habe.

Im Anschluss hatten es Terrorblade dann recht schwer. Gut eingespielt beim besten Sound des Abends gab sich das Trio alle Mühe, aber so wirklich wollte der Funke doch nicht überspringen. Einige Besucher hatten offenbar den Heimweg angetreten, der Rest hielt respektvoll Abstand. Davon unbeeindruckt rödelten sich die Münsteraner mit viel Druck und Spielfreude durch die Setlist. So richtig locken die gleichförmigen Songs aber nicht hinterm Ofen hervor, weswegen auch ich den vorzeitigen Heimweg antrete. Bis zum nächsten Mal, Live Undead!

Setlist Hydra’s Fate

    • Intro
    • Aeternitas
    • Worlds Apart
    • Desire
    • Liar’s Conscience
    • Vanitas

Setlist Intöxicated

    • Slutanic Speed Metal
    • Sex, Drinks’N Satan
    • Löck Up Your Daughters
    • Blinded By Cum
    • Metal Pornö Slut
    • Sold Our Souls
    • Break Your Limits
    • Fire [Scooter Cover]
    • Rock’n’Roll Hellpatröl
    • Suffering For Löve
    • Crush Your Local Disco
Über Padre 53 Artikel
I use my anger as a tool, I feel the pain, I ain't no fool, I will not stack my rage upon the shelf, I'll always keep my negative self!

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