Martyrion – Our Dystopia

Released: 26.08.2016
Genre: Melodic Death Metal
Label: Boersma-Records /Soulfood

Homepage: http://www.martyrion.com

Was bleibt, wenn die Mächtigen dieser Welt ihre Waffenarsenale geleert haben und die Welt in Schutt und Asche liegt? Bei den Kölner Melo Deathern Martyrion auf jeden Fall eine post-atomare Welt, über welche die Apokalypse gekommen ist und in der jeder nur ums Überleben kämpft. Gute Laune Musik sucht man also auf „Our Dystopia“ vergebens. Daher eignet sich die Platte auch in keinster Weise als Festival-Anreise Musik im Auto. Soviel sei schon mal vorab gesagt.

Insgesamt präsentieren sich die dreizehn Songs auf „Our Dystopia“ jedoch vielschichtig und komplex und erinnern an Bands wie Insomnium oder Dark Tranquility. Immer wieder wechseln sich schnelle Riffparts mit melodiösen Zwischenspielen ab. Auch verzwickte Gitarrensoli sind hier und da zu hören. Gerade dieses Wechselspiel lässt die Düsternis und die Verzweiflung in der Welt nach der Apokalypse fast spürbar werden. Hinzu kommt ein aggressiver Growl-Gesang, der diese Stimmung noch verstärkt. Allerdings ist auch gerade der Gesang der große Schwachpunkt der Platte.

Während die Instrumentalarbeit variabel, interessant und meistens recht mitreißend ist, können die Vocals einfach nicht überzeugen. Mal davon abgesehen, dass sie im Zusammenspiel mit dem restlichen Bandgefüge ein Stück weit wie ein Fremdkörper wirken, vermisse ich auch die Abwechslung in der Gesangsartikulation. Das macht die Stücke dann einfach oftmals zu eintönig und langatmig. Zu Death und Grindcore Gebolze, bei dem die Stücke selten die drei Minuten Marke knacken, mag diese Art des Gesangs bestens passen, nicht aber zu den Kompositionen auf „Our Dystopia“. Produktion und Mix sind ebenfalls nicht so gelungen. Insgesamt hätte dem Album etwas mehr Druck gut gestanden und die teils vielversprechenden Ansätze im Instrumentalbereich hätten noch besser herausgearbeitet werden können.

So bleibt zu sagen, dass „Our Dystopia“ zwar technisch durchaus solide ist und auch den ein oder anderen guten Ansatz mitbringt, letzten Endes aber zu wenig hängen bleibt um vollkommen zu überzeugen.

Tracklist:

  1. Our Dystopia
  2. I In The End
  3. Genozenith
  4. The Calm After The Storm
  5. What We Leave Behind
  6. We Are Only Human
  7. From Reality Into Fear
  8. The End Of Eternity
  9. The Uncertain Future Dies Every Day
  10. When The World Watches
  11. No Fear No Obedience
  12. The Storm (Instrumental)
  13. With My Eyes Unaffected (Orchestral Version)

 

Über Erle 118 Artikel
Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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