Moonspell – Hermitage VÖ: 26.02.2021, Napalm Records, Gothic Metal

Kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag bringen die portugiesischen Gothic Metaller mit “Hermitage” nun ihr mittlerweile 13tes Album heraus. Und wie schon auf den vorherigen Veröffentlichungen, nehmen die Jungs die stilistischen Grenzen des Genres nicht sonderlich eng. Bereits auf dem Vorgängeralbum “1755” beschritt die Band neue Wege, indem sie in Sachen Härte und Theatralik gegenüber dem 2015er Album “Extinct” in noch nie dagewesene Sphären aufgebrochen war.

Artist:Moonspell
Herkunft:Portugal
Album:Hermitage
Spielzeit:52:27 Minuten
Genre:Gothic Metal
Release Date:26.02.2021
Label:Napalm Records
Homepage:moonspell.com
Hermitage
Moonspell – Hermitage

“Hermitage” hingegen zeigt Moonspell in einem komplett anderen Licht. Das Album ist zwar durchaus düster und auch theatralisch, in seiner Gesamtheit jedoch deutlich ruhiger angelegt als der Vorgänger. So beginnt der Opener “The Greater Good” ruhig, ja schon fast mystisch und weißt deutliche Pink Floyd-Anleihen auf. Erst zum Ende hin, als Sänger Fernando Ribeiro vom Klargesang zum gewohnten Growling wechselt, entfaltet sich der Song als epische Nummer.

Etwas schneller und mit einer mächtigen Gitarrenwand im Rücken startet dann “Common Prayers”. Die groovige Nummer entpuppt sich dann als kraftvoller Gothic Metal Song mit einer gekonnten Balance aus Härte und Melancholie. Mit einer zuckersüßen Gesangslinie, welche von einer Akustikgitarre begleitet wird, beginnt danach das balladeske “All Or Nothing”. Hier wird das Tempo komplett nach unten gefahren. Dafür hat das Stück im weiteren Verlauf einen bluesigen Touch und einige verträumte Gitarrenriffs zu bieten.

“Hermitage”: Ein Kandidat für’s Live Set

Der Titelsong “Hermitage” hingegen weiß mit einem stampfenden Rhythmus, coolen Chören und einem deutlich energischerem Gesang zu überzeugen. Hier sind die bekannten Trademarks der Band wohl am stärksten zu spüren. Definitiv ein Kandidat für’s Live Set. Die leicht poppig wirkende Halbballade “Entitlement” fliegt danach irgendwie komplett vorbei, ohne dass man sie wahrnimmt. Und damit sind wir auch schon beim größten Schwachpunkt der Platte. Gute Ansätze sind durchaus vorhanden und werden hier und da auch gut umgesetzt. Zwischendurch bremst sich die Band aber immer wieder selbst aus, wodurch man als Hörer leicht den Spannungsbogen verliert. So weiß man auch mit dem komplett instrumentalen “Solitarion” bis auf die wieder extrem nach Pink Floyd klingenden Gitarren nicht so wirklich etwas anzufangen.

Dafür bieten Moonspell mit “The Hermit Saints” dann eine echt klasse Nummer auf. Der Song ist wuchtig und zeigt die Band von ihrer epischen Seite. Sänger Fernando brilliert mit seinem markanten Gesang, der sich schön auf den Teppich aus Chören, Keyboard, Schlagzeug und Gitarren legt. Kurz vor Schluss schlagen Moonspell dann noch mal einen Haken. Als hätte man nicht schon genügend Einflüsse verarbeitet, bringt man mit “Apopthegmata” noch einen Hauch achtziger Synthie Pop und Depeche Mode-Attitüde auf “Hermitage” unter.       

Zum Grande Finale fahren die Portugiesen dann mit “Without Rule” noch mal einen echten Brecher auf. Knapp acht Minuten dauert das proggige Epos, das vor allem von der Intensität der Gitarren-Synthie-Kombo lebt. Den finalen Abschluss liefert dann das instrumentale Keayboard-Synthie Outro “City Quitter”.

Fazit

“Hermitage” ist vielleicht eines der vielschichtigsten Alben, die Moonspell je geschrieben haben. Selbst nach drei Wochen heavy rotation erschließt sich mir das Album noch nicht so ganz. Es bietet sehr viele verschiedene Einflüsse und eine enorme Diversität. Mit “Common Prayers”, “Hermitage” und “The Hermit Saints” beinhaltet das Album auch drei verdammt gute Songs. Insgesamt kommt es aus meiner bescheidenen Sichtweise aber nicht an Großtaten wie “Wolfheart” oder “Irreligious” heran. Auch gegenüber “1755” fällt es etwas ab. Die Songs an sich sind nicht schlecht, wirken aber doch vielfach etwas sperrig und wollen nicht so recht ins Ohr. Außerdem fehlt mir auf “Hermitage” an vielen Stellen eindeutig der Groove und die Härte der letzten Veröffentlichungen. Insgesamt ist es aber ein solides Album, welches eine Chance verdient hat.

Tracklist

  1. The Greater Good
  2. Common Prayers
  3. All Or Nothing
  4. Hermitage
  5. Entitlement
  6. Solitarian
  7. The Hermit Saints
  8. Apoptheghmata
  9. Without Rule
  10. City Quitter (Outro)
Moonspell – Common Prayers

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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