Reinforcer – Prince Of The Tribes VÖ: 18.06.2021, Scarlet Records, Power Metal

Knapp drei Jahre nach der vielbeachteten “The Wanderer” EP bringen Reinforcer nun endlich ihr langersehntes erstes Full-Length Album heraus. Und das, was dabei herausgekommen ist, kann sich durchaus sehen lassen. “Prince Of The Tribes” erzählt in rund 41 Minuten Spielzeit neun heroische Geschichten von Helden, Schurken, Triumphen und Niederlagen.


Artist:Reinforcer
Herkunft:Deutschland
Album:Prince Of The Tribes
Spielzeit:41:08 Minuten
Genre:Power Metal
Release Date:18.06.2021
Label:Scarlet Records
Link:Reinforcer Website
Prince Of The Tribes

Bombast mit Hitpotential

Das ruhige Keyboard-Intro lässt schon den Bombast erahnen, welchen der Opener und zugleich Titeltrack “Prince Of The Tribes” bereithält. Der Song über die Schlacht im Teutoburger Wald und den Cheruskerfürsten Arminius ist der perfekte Einstieg in das Album. Doppelläufige Gitarren und teils mehrstimmiger Gesang sind die vorherrschenden Stilmittel, die geschickt in die gut ausgearbeitete Songstruktur eingebaut werden. Das folgende “Allegiance And Steel” behandelt dann die Schlacht von Maldon (A.D. 991), bei der die Angelsachsen gegen die Wikinger kämpften. Die geradlinige Nummer kann dabei vor allem mit ihren eingängigen Riffs und einem Refrain mit Hitpotential punkten.

Weniger hymnisch, dafür aber deutlich rockiger und erdiger geht es in der Piraten-Klamotte “Black Sails” zur Sache. Mit seinen Doublebass-Attacken und den coolen Gang-Shouts, die einem nicht mehr aus dem Ohr gehen, kann das ein echter Live-Knaller werden. “Shieldmaiden” erinnert mit seinen schönen Melodiebögen und den catchy Riffs dann ein wenig an die Frühphase der eisernen Jungfrauen. Aber auch hier gibt es wieder Twin-Guitars und Doublebass-Passagen. Insgesamt ist es aber einer der ruhigeren Songs. In eine ähnliche Kerbe, jedoch gesanglich kraftvoller, schlägt “Coup De Grâce”. Wie schon im vorherigen Titel dominieren auch hier geschwungene Melodien und die gefälligen Gitarrenleads. Jedoch steht der Gesang von Logan Lexi hier deutlich mehr im Vordergrund.

“Salute To Brotherhood”

Die wohl härteste und schnellste Nummer des Albums ist dann “Thou Shall Burn”. Das Stück, das von den Oxford Märtyrern handelt, klingt derbe dystopisch und erinnert ein wenig an Iced Earth. Die Strophen haben mit ihren schnellen Doublebass-Attacken und dem aggressiven Riff gar ein wenig Death Metal Drive.

Das Schlussdrittel des Album wird von der flotten Midtempo-Nummer “Hand On Heart” eingeläutet, die abermals alle Trademarks der Band in sich vereint und durchaus Spaß macht. Auch “Another Night” geht vom Tempo her mächtig nach vorne und hat mit dem Schlachtruf “Salute To Brotherhood” im Refrain noch mal eine Textzeile parat, die sich förmlich in die Gehörgänge frisst.

Im letzten Stück des Albums “Z32” fahren Reinforcer das Tempo noch einmal runter, allerdings nur um gleichzeitig die Intensität des Songs hochzufahren. Ein dystopisches Riff mit einer Prise Bombast leitet das Stück ein, welches aus der Sicht des Zodiac Killers geschrieben ist, der Ende der 60er Jahre  in der Bay Area fünf Menschen ermordete. Mit seiner düster epischen Grundstimmung und den stimmig arrangierten Choreinwürfen ist das Stück schon so etwas wie ein Kontrapunkt im Album und lässt den Hörer damit ein wenig verstört zurück. Nichtsdestotrotz ist der Abschluss des Albums gut gelungen, gerade auch weil noch einmal die geilen Gitarren und der etwas eigenwillige Gesang in den Vordergrund gestellt werden.

Fazit:

Mit “Prince Of The Tribes” nehmen Reinforcer den Spirit der “Wanderer” EP gekonnt auf und gehen ihren musikalischen Weg selbstbewusst weiter. Sicherlich erfinden sie das Rad nicht neu, haben aber einen eigenständigen Sound und damit so etwas wie einen Wiedererkennungswert. Das Album zeigt handwerkliches Können, Leidenschaft und macht unheimlich viel Spaß. Der Weg an die Spitze der Power-Metal-Szene ist für Reinforcer ganz bestimmt noch weit. Die Paderborner brauchen sich aber auch nicht hinter etablierten Acts wie Iron Savior, Rebellion oder Wizard zu verstecken.

Tracklist:

  1. Prince Of The Tribes
  2. Allegiance Of Steel
  3. Black Sails
  4. Shieldmaiden
  5. Coup De Grâce
  6. Thou Shall Burn
  7. Hand On Heart
  8. Another Night
  9. Z32

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