Servants To The Tide – Servants To The Tide VÖ: 26.03.2021, Epic Doom Metal, No Remorse Records

Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum gibt das Epic Doom Metal Projekt Servants To The Tide seine erste Visitenkarte ab. Und die Scheibe hat es echt in sich. Sechs Songs voller Sehnsucht und Hingabe erzählen eine maritime Geschichte von Drama, Melancholie und Vergänglichkeit.

Artist:Servants To The Tide
Herkunft:Deutschland
Album:Servants To The Tide
Spielzeit:34:05 Minuten
Genre:Epic Doom Metal
Release Date:26.03.2021
Label:No Remorse Records
Homepage:Facebook
Servants To The Tide
Servants To The Tide – Servants To The Tide

Ganz eigene Vorstellung von epischem Doom Metal

Hinter Servants To The Tide steht niemand Geringeres als ex-Craving-Bassist Leonid  Rubinstein, der damit seine ganz eigene musikalische Vorstellung von epischem Doom Metal verwirklicht. Dabei spielte das Mastermind neben dem Bass auch Gitarre und Keyboards selber ein. Für die Drums konnte Eyes Wide Open-Felldrescher Lucas Freise gewonnen werden, während Screaming Souls-Frontmann Stephan Wehrbein sich als perfekte Wahl für die Vocals herausstellte.

Im Mittelpunkt des Albums steht das gut achtminütige “North Sea”, welches für mich eine der schönsten Liebeserklärungen an die Nordsee ist, die ich je gehört habe. Verträumte Klaviermelodien treffen auf harte Gitarrenriffs, und der getragene Gesang ist wie der Teer zwischen den Schiffsbalken. Hinzu kommt ein phänomenales Songwriting, das abwechslungsreich und enorm spannend ist und den Hörer voll und ganz verschlingt. Man hat förmlich das Gefühl als befände man sich während eines Sturms auf See und fühlt die Wellen über sich hereinbrechen.

Nach diesem monumentalen Epos geht es bei “On Marsh And Bones” etwas härter und geradliniger zu, ohne jedoch dem düster-epischen Gesamtkonzept zu entweichen. Ein knackiger Drum-Sound wird gepaart mit erdigen Riffs und markenten Vocals, die zuweilen sogar zweistimmig zu Tage treten. Abgeschlossen wir das Stück mit einem Spoken Words Part, welcher von Frosttide-Gitarrist Paul Thureau eingesprochen wird.

Auf den Spuren der musikalischen Vorbilder

Rings um diese zwei Songs herum spinnen sich vier weitere schwermütige und melancholische Stücke, die ganz im Stile der Großmeister des Epic Doom Metal Atlantean Kodex, While Heaven Wept und zum Teil auch Candlemass stehen. Doch trotz der unverkennbaren Nähe zu ihren musikalischen Vorbildern bewahren sich Servants To The Tide stets ein gesundes Maß an Eigenständigkeit. Hervorzuheben ist hier vor allem das Songwriting, das fast perfekt die Balance zwischen Melancholie und Härte hält.

Einen kleinen Ausbruch aus dem komplexen und manchmal etwas sperrigen Material wagt die Truppe mit dem recht eingängigen und bereits vorab veröffentlichten “Your Sun Will Never Shine For Me”. Der Song kommt kraftvoll aus den Boxen, kann mit einem coolen Gitarrensolo aufwarten und wird zum Ende noch mal nach oben transponiert, was noch einmal für zusätzliche Eingängigkeit sorgt. Sollte die Truppe jemals live auftreten, darf dieser Song keinesfalls auf der Setlist fehlen.

Den Abschluss bildet dann jedoch der mächtige Titeltrack “A Servant To The Tide”, der noch einmal alle Stärken des Albums zusammenfasst. Mitreißende Gitarrenriffs, ein episches Arrangement und zum Teil zweistimmige Gesangspassagen bilden das Grundgerüst für dieses mit über acht Minuten längste Stück des Albums. Zusätzliche Tiefe erhält der Song durch die wuchtigen Growls von Mind Patrol-Fronter Luc Froncois. Geschlossen wird der Kreis letztendlich mit einem melancholischen, von Meeresrauschen begleitetem Pianosolo, gespielt von Gatekeeper-Gitarrist Jeff Black.

Servants To The Tide haben mit ihrem Debüt ein wundervolles Stückchen Musik hervorgebracht, das für Fans des Genres ein absoluter Pflichtkauf sein sollte. Die Band bzw. das Projekt ist sicherlich noch nicht auf dem Niveau ihrer Vorbilder, aber das kann ja noch kommen. Das Potential hat die Truppe auf jeden Fall. Bleibt zu hoffen, dass Leo bald ein stabiles Line-Up zusammenstellen kann, sodass wir die Musik auch live genießen dürfen.

Tracklist

  1. Departing From Miklagard
  2. A Wayward Son’s Return
  3. North Sea
  4. On Marsh And Bones (The Face Of Black Palmyra)
  5. Your Sun Will Never Shine For Me
  6. A Servant To The Tide
Über Erle 194 Artikel
Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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