Sinister – Syncretism

Release: 24.02.2017
Genre: Death Metal
Label: Massacre Records

Homepage:  https://www.facebook.com/SinisterOfficial/

Sinister ist eine Band, an der der geneigte Death Metaller eigentlich nicht vorbei kommt. Früher oder später stolpert man über eines der Machwerke unserer holländischen Nachbarn. Schließlich hauen die Kerle in unregelmäßigen Abständen seit 1992 Alben raus, die stellenweise essentiell sind, stellenweise aber auch durchaus im Regal verstauben können. Mit „Syncretism“ steht nun Langrille Nummer 13 in den Startlöchern. Mal schauen, in welche Richtung es mit dieser Platte geht.

Der Pressetext aus dem Hause Massacre Records gibt sich mit breiter, stolzgeschwellter Brust. Sinister legen hier ein „majestätisches, düsteres Album mit 100% reinem Death Metal“ vor. Das Artwork der neuen holländischen Schlachtplatte ist schon mal durchaus gelungen. Eine mittelalterlich-apokalyptische Szenerie in Rot und Grau macht schon mal einen gewissen Appetit auf den Inhalt. Die Cover der letzten Veröffentlichungen der Niederländer sind allerdings auch regelmäßig ein visueller Leckerbissen: Böse, dämonisch und immer ist eine weibliche Figur die Leidtragende auf den Artworks. So auch bei „Syncretism“. In der Bildmitte wird eine vermeintliche Hexe auf dem Scheiterhaufen unter den Augen zahlreicher Angehöriger einer feudalen Gesellschaft, bei der der Klerus ganz im Zeichen der guten alten Metal-Klischees von gehörnten Dämonen kontrolliert wird, nach allen Regeln des „Malleus maleficarum“ verbrannt. Nun aber zum eigentlichen Thema: Die Musik, genauer gesagt Death Metal aus dem schönen Holland. Eigentlich ein Garant für ordentliches Todesgeballer. Anthropomorphia, Pentacle, Thanatos oder die mächtigen Asphyx. Neben den beiden letztgenannten sind Sinister also durchaus eine der dienstältesten Kapellen und auch in bester Gesellschaft. Die Klänge machen auf jeden Fall einen soliden ersten Eindruck. Habe ich die Band nach Ihrem 2010er Release „Legacy Of Ashes“ doch eher unter ferner liefen abgespeichert, so ist auf der „Syncretism“ direkt der Opener „Neurophobic“ ein echter Leckerbissen. Nach einem etwa anderthalb minütigem Intro gibt das direkt auf die Zwölf und das mit einer wahrlich breiten und dicken Produktion. Das Wort „majestätisch“ will mir allerdings noch nicht über die Lippen, denn was dieses Adjektiv angeht, sollte man nicht allzu inflationär agieren. Nichtsdestotrotz präsentieren Sinister einen epischen Klumpen Todesblei, der sich im oberen Midtempo-Segment ansiedelt und mit fast durchgehender Doublebass kräftig nach vorne knüppelt. Auch das folgende „Convulsion Of Christ“ macht keine Gefangenen und brettert direkt im gleichen Tempo weiter. Kantiges Riffing und die biestigen Vocals von Adrie Kloosterwaard halten das Niveau weiterhin oberhalb des Durchschnitts. Aufgelockert wird der Song durch ein von epischen Synthiesymphonics untermaltes Zwischenspiel. Das 100% Death Metal sehe ich an dieser Stelle bereits ein wenig angeknackst. Synthies im Death Metal? Ein kleinen, augenzwinkernden Punktabzug gibt es an dieser Stelle schon. Allerdings nur für die Presseabteilung von Massacre Records. Der Track bleibt stimmig, und das Gesamtpaket passt. Zum dritten Track von „Syncretism“ haben die Herren bereits im Vorfeld ein Lyricvideo veröffentlicht. Das Stück hört auf den Titel „Blood Soaked Domain“ und fügt sich ohne große Überraschungen erneut in den Albumkontext ein. Auch hier werden wieder ein paar Samples eingesetzt, um eine gewisse, ich nenne es mal, Epicness zu erzeugen (Nein, majestätisch ist auch das noch nicht) und zum Ende gibt es noch einen Hauch gregorianischer Klänge bevor der Song langsam ausfaded. Ohne Verzug knüppelt man weiter durch die Gegend und liefert mit „Dominance By Acquisition“ einen weiteren ähnlich gestrickten Song ab. Auch der Titeltrack hebt sich nicht sonderlich vom Rest der Platte ab. Grundsätzlich machen die Tracks Spaß und lassen sich sehr gut hören. Auch die Nackenmuskulatur fängt an den dafür vorgesehenen Stellen an zu zucken. Aber im Großen und Ganzen sind die Tracks bislang recht ähnlich: Doublebass, mal schnelleres, treibendes Riffing, mal etwas kantiger und hier und da eine Prise Synthesizer. „Black Slithering Mass“ und „Rite Of The Blood Eagle“ sind allesamt Tracks im gleichen Fahrwasser der Platte: Man greift hier immer wieder auf das gewohnte Songwriting zurück. Auf die Zielgerade geht es mit „The Canonical Rights“ und mit dem abschließenden „Confession Before Slaughter“, welches in einem atmosphärischem Outro mündet, beschließen die Holländer „Syncretism“.

Am Ende hat man ein Album, welches sich zwar von Anfang bis Ende gut anhören lässt, im Endeffekt jedoch wenig Highlights präsentiert und sich aufgrund der ähnlichen Songs nicht sonderlich im Langzeitgedächtnis festsetzt. Schade eigentlich. Man geht sehr auf Nummer sicher und vermittelt nicht zwingend den Eindruck einer hungrigen, sich entwickelnden Band. Eine Empfehlung für Freunde und Anhänger niederländischer Todeskunst besteht jedoch in jedem Fall. Wir reden nicht von einem Totalausfall, sondern von einem gut produzierten Statement einer alteingesessenen Band, die jedoch die richtig großen Taten bereits hinter sich hat.

Tracklist:

1. Neurophobic
2. Convulsion Of Christ
3. Blood Soaked Domain
4. Dominance By Acquisition
5. Syncretism
6. Black Slithering Mass
7. Rite Of The Blood Eagle
8. The Canonical Rights
9. Confession Before Slaughter

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