Stockrock Festival 2017 –
1. Festivaltag

Stockrock 2017

Hagen ohne Stockrock ist wie Bratwurst ohne Senf. Keine Frage, dass das Stockrock Festival aus der Kulturlandschaft des Osnabrücker Umlands nicht mehr wegzudenken ist. Man trifft sich hier nicht nur wegen der Musik, sondern vor allem aufgrund der zwanglosen Geselligkeit und den kühlen Getränken. Sollte man es ein Jahr nicht dorthin schaffen, geht man halt im nächsten Jahr wieder hin. Seit einigen Jahren wird das Festival von dem eigens dafür gegründeten Verein „Stockrock e.V.“ organisiert. Ursprünglich noch mit einem anderen Namen versehen, präsentiert sich das Festival nunmehr in der 13. Auflage.

Den Festivalfreitag eröffnete die Visbeker Band Einsturz mit deutschsprachigem Punk Rock. Bereits seit 10 Jahren polieren Sie mit ihren Turnschuhen die Bühnenbretter. Dabei wirkten sie keinesfalls ranzig, sondern punkrockkonform konfrontativ, auch wenn das Hagener Publikum noch reichlich Abstand hielt. Das war aber eher der Lautstärke geschuldet, die jedes Jahr beim Stockrock mörderisch ist. Mit dem Abschlusslied „Laut und schmutzig soll es sein“ war das Publikum dann standesgemäß warm gespielt.

Ganz anders war es dann bei Lizardmen. Da rückte das Publikum bis zum Bühnenrand vor und es fragte mich tatsächlich jemand, ob man für Lizardmen denn ganz nach vorne gehen muss. Was für eine Frage! Liebe ohne Leiden ist keine Liebe. Wer noch nicht mitbekommen hat, dass Lizardmen eine hervorragende Liveband ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Doch war ich zunächst ganz verunsichert, weil da nicht der Tore das Schlagwerk bediente. Später klärte mich der Niklas auf, dass der Tore in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt ist und dort nun in einer anderen Band spielt. Trotzdem überzeugten Lizardmen mit ihrem druckvollen Stoner Rock, der zuweilen auch hypnotische Wirkung hatte. Die Zuhörer waren so begeistert, dass sie noch eine zusätzliche Zugabe herauskitzelten.

Die Band Mojo Jazz Mob gehört schon fast zum Inventar des Stockrock. Vor 12 Jahren spielten sie hier das erste Mal und haben seitdem schon mehrfach für genügend Härte im Billing gesorgt. Die Umbauphase für die beiden Schlagzeuge dauerte schon recht lange, aber das Mikrofon, welches unter Strom stand, war dann nicht nur für den Sänger eine kribbelige Angelegenheit. Nach den elektrisierenden Herausforderungen legten Mojo Jazz Mob eine energiegeladene Show hin. Keine Frage, dass es laut war, aber aus meiner Sicht der bisher beste Auftritt, den ich von der Band gesehen habe. Mit der Begeisterung war ich nicht alleine. „Inkasso Markus“ dölmerte dann in reinster Ekstase so auf der Bühne herum, dass er zusammen mit dem Bassverstärker umkippte. Somit war erst einmal die Technik des Bassisten im Ar***. Bevor dann ein neues Gitarrenkabel besorgt war, musste der Bassist mit Trockenübungen vorlieb nehmen. Nach dem Auftritt musste man gehörig Luft holen und die Ohren lüften.

Mountain Witch aus Hamburg kamen dann vergleichsweise ruhig daher, obwohl der Schlagzeuger, der auch für den Leadgesang zuständig war, sehr dominant in den Vordergrund gemischt war. Die Gitarren waren deshalb wenig aussagekräftig, was dazu führte, dass ich es persönlich irgendwann eintönig empfand. Durch den späten Beginn um 21 Uhr und die längeren Umbaupausen war der Zeiger inzwischen schon an ein Uhr vorbeigerauscht, so dass ich mich dann auf den Heimweg machte. Mountain Witch hatten dann noch bis 1:30 Uhr gespielt, gefolgt von der DJ-Party.

Und so endete ein guter, wenn auch lauter erster Festivaltag. Beim nächsten Mal darf aber bitte gerne etwas früher begonnen werden, da im Osnabrücker Landkreis ab 24:00 Uhr die Landflucht beginnt.

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