Vorbericht – Metal Embrace

Metal Embrace 2017

Nachdem die großen Festivals des Sommers bereits hinter uns liegen wollen wir zum Ende der Saison noch einmal unseren Blick auf ein ganz besonderes kleines Underground-Festival werfen. Das Metal Embrace Festival in Barleben bei Magdeburg steht seit über zehn Jahren für eine gemütliche Atmosphäre, engagierte Bands und faire Preise. Und auch im Jahr 2017 hat man wieder den ein oder anderen musikalischen Leckerbissen dabei.

Freunde alter Sachen von Rage, Annihilator oder Metal Church werden bei den italienischen Power- und Speed-Workaholics von Alltheniko voll auf die Kosten kommen. Die im Juli 2002 gegründete Truppe überzeugt mit eingängigen, sauberen Refrains, klassischen Gitarrensoli und jeder Menge Spaß. Echten, dunklen und handfesten Death Metal gibt es bei Arroganz. Abseits von Wellen und Trends bahnt sich das Trio aus Cottbus seit nunmehr neun Jahren seinen eigenen Weg durch den Untergrund. Und dabei machen sie keine Gefangenen, auch nicht auf dem Metal Embrace. Beatray repräsentieren Thrash Metal der alten Schule in einem modernen Gewand, ohne dabei an Authentizität einzubüßen. Die Songs bestechen durch raffinierte Gitarren, die eine perfekte Balance zwischen der harten Rhythmussektion und dem melodischen, markanten Gesang bilden. Dabei verstehen es die Jungs aufs Beste, eine unheimliche Atmosphäre aufzubauen und auch auf großen Bühnen das geliebte „Club-Feeling“ zum Leben zu erwecken.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 hat die Death-Doom-Band Decembre Noir schon so einige Höhen und Tiefen erlebt. Ging es zunächst als Zwei-Mann-Combo an den Start, so folgten bald neue Gesichter, die den Stil der Band entscheidend mitprägten. Nach diversen Besetzungswechseln ist die Truppe aus Erfurt mittlerweile als Quintett unterwegs. Mit wuchtigen Melodien, einer anständigen Portion Melancholie und harten Death-Metal-Einflüssen weiß Decembre Noir zu überzeugen. So auch sicher auf dem Metal Embrace. Über Dew Scented muss man nicht mehr viel sagen. Fest im extremen Metal verankert hat sich die Band in den 25 Jahren ihres Bestehens einen herausragenden Ruf in der Szene erarbeitet. Als einer der Fackelträger des Thrash Metal hat die Band das Genre maßgeblich mitgeprägt und hat sich dabei stets dem Ausloten brutaler Grenzen verschrieben. Und auch anno 2017 stehen die Mannen um Frontröhre Leif Jensen voll im Saft und sind bereit, mit euch eine derbe Party zu feiern. Ein weiteres Urgestein des diesjährigen Billings ist die 1990 gegründete Death-Metal-Kapelle Disbelief. In den Jahren ihres Schaffens hat die Band bereits etliche starke Veröffentlichungen auf den Markt gebracht. Beispielhaft sei hier das 2001er Machwerk „Worst Enemy“ genannt, das in der Fachpresse durchweg Höchstwertungen bekam. Dabei überzeugt die Band vor allem durch den sehr variablen Gesang von Sänger Karsten Jäger, der einen großen Teil der Emotionalität der Songs von Disbelief ausmacht.

Auch Power Metal hat das Metal Embrace in diesem Jahr zu bieten. Dafür sorgen die Hessen Dragonsfire. Im Jahr 2005 von Peter Kalabis (Gesang), Thassilo Herbert (Gesang, Bass), Matthias Bludau (Gitarre), Thorsten Brand (Gitarre) und Jan Müller (Schlagzeug) gegründet, wurde schnell das erste Demo „Burning For Metal“ veröffentlicht. Im Jahr 2008 folgte dann der erste Plattenvertrag. Seither sind fünf weitere Scheiben hinzugekommen, die Band sitzt sicher im Sattel und weiß mit ihrer an eine Mischung aus Manowar, Iron Maiden, Motörhead und Grave Digger erinnernden Musik zu überzeugen. Holt also schon mal die Spandexhosen aus dem Schrank und übt die Pommesgabel! Dvalin sind sieben passionierte Musikerseelen aus Würzburg, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, Vision und Tradition miteinander zu verbinden. Was dabei herauskommt ist progressiver Pagan/Folk Metal mit technisch anspruchsvollen und drückenden Gitarrenriffs, kombiniert mit traditionellen Folk-Metal-Instrumenten wie Dudelsack und Drehleier. Dazu gesellt sich ein markanter, vielschichtiger Gesang, der euch auf jeden Fall mitreißen wird. Authentischen und dennoch zeitgemäßen Thrash Metal liefern die vier Jungs von Eradicator ab. Bereits 2004 von den beiden Brüdern Sebastian und Jan-Peter Stöber sowie Schulfreund Sebastian Zoppe im Alter zwischen 14 und 16 Jahren gegründet, komplettierte später Robert Wied das Quartett. Nach ihrem Full-Length-Debüt „The Atomic Blast“ (2009), dem darauf folgenden „Madness Is My Name“ (2012) und der selbstorganisierten „Thrashed and Alive“-Deutschlandtour (2013),  entstand im Jubiläumsjahr 2014 das dritte und wohl ausgewogenste Album der Band: „Slavery“. Hier trifft brachiale Kompromisslosigkeit auf durchdachte Melodien, was den neuen Longplayer zu einer wahren metallischen Offenbarung macht.

Frigoris ist eine Post-Black-Metal-Band aus dem Herzen des Ruhrgebiets. Die Kombination von Black-Metal-Riffing und einem postmodernen Zugang zu Atmosphäre und Lyrics formen eine Synthese, die in langen, atmosphärischen aber melodiösen Stücken resultiert. Die Isolation und Depression in der modernen Gesellschaft, die Schönheit der Natur und ein letzter purer Schimmer von Hoffnung sind alles Bilder, welche in den Songs zu fühlen und lesen sind. Die ausgetretenen Pfade des Black Metal werden zurückgelassen, um eine neue Identität jenseits von Parnass zu finden. Kambrium stehen für Death Metal kombiniert mit melodischen Orchestrationen, vielseitigem Gesang, schneidenden Gitarren und donnernden Drums, womit die Band ein gewaltiges Epos kreiert. Das aktuelle Album „The Elders‘ Realm“ zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie Härte und Harmonie zu einer fantastischen Einheit werden. Live entfesseln Kambrium ihre ganze Macht, und ein musikalisches Feuerwerk wird auf die Zuschauer losgelassen! Auch Kinnara aus Wolfsburg haben sich dem Death Metal verschrieben. Die Bandmitglieder sind sozusagen alte Hasen und waren schon vor ihrer Zeit bei Kinnara in verschiedenen Bands aktiv. Mitte 2007 gegründet ging es von Anfang an darum, sowohl klassischen Death Metal zu spielen, als auch moderne Einflüsse in die Songs einfließen zu lassen. Dabei versucht die Band, alle Varianten und Spielweisen von Death Metal auszuprobieren und dabei songdienlich Groove, Melodie und die nötige Schnelligkeit in einer Melange brutal zu vereinen. Krater wurde 2004 gegründet und steht für kompromisslosen, rasenden Black Metal. Mit ihrem zweiten Album „Nocebo“ haben sie 2011 überschwängliche Reaktionen durch Presse und Medien erhalten. Aufgrund notwendiger Besetzungsänderungen konnten Krater 2015 nur eine kleine Anzahl ausgewählter Gigs spielen. 2016 kehrten sie jedoch mit Eisenwald als starkes Label im Rücken und ihrem neuen Langspieler „Urere“ zurück.

Als sei sie der Feder des englischen Dramatikers William Shakespeare entsprungen, liest sich die Biografie der 1985 in Erfurt gegründeten Band Macbeth. Wie beim Namensgeber der Band liegen auch hier Ruhm und Tragik dicht beieinander. Zu Beginn der 80er Jahre war Macbeth eine der ersten Metal-Bands der damaligen DDR und tourte wie besessen durch die Lande. Die zu Hunderten anreisenden Fans bereiteten der DDR-Obrigkeit schon bald ernsthafte Kopfschmerzen. So wurde auf höchster Regierungsebene ein „Spielverbot auf unbestimmte Zeit“ verhängt. Der Feldzug gegen Macbeth endete erst mit dem Zusammenbruch der DDR. Doch auch danach sollte die Band nicht von tragischen Schicksalsschlägen verschont bleiben. Gebrochen von den traumatischen Erlebnissen während seiner DDR-Gefangenschaft erhängte sich Sänger Detlef Wittenburg im Dezember 1989. Vier Jahre später nahm sich auch Schlagzeuger Rico Sauermann das Leben. Die Band löste sich danach auf. Über ein Jahrzehnt verging, bevor Macbeth wieder live zu sehen war. Mit alten und neuen Songs im Gepäck konnten sie unter anderem als Support für In Extremo an alte Erfolge anknüpfen. Es folgten erfolgreiche Albumveröffentlichungen wie „Gotteskrieger“ (2009), „Wiedergänger“ (2012) und das aktuelle Album „Imperium“ aus dem Jahr 2015. Damit wissen die Jungs aus Erfurt vor allem auch live zu überzeugen.

Wenn im modernen, melodischen Death Metal eine junge, deutsche Band es schafft, von sich Reden zu machen, dann muss auch etwas dahinterstecken.“ attestiert der deutsche Metal Hammer Parasite Inc. zu ihrem offiziellen Debüt „Time Tears Down“ im August 2013 und unterstreicht damit einmal mehr das durchweg positive Echo von Presse und Fans zu den musikalischen Qualitäten, welche die 2007 gegründete Aalener Band auch live immer wieder erfolgreich unter Beweis stellt, getreu dem Motto: 666% auf alles – außer Klargesang. Dass guter Pagan-Metal nicht immer zwangsläufig aus dem hohen Norden kommen muss, zeigt die Band Thorondir. Die sechs Jungs aus Bayern gründeten ihre Band im Jahre 2007 und bekamen im Jahr darauf bereits einen Plattenvertrag bei dem österreichischen Label CCP-Records. Im Frühjahr 2009 brachten Thorondir ihr Debüt-Album „Düsterwald“ auf den nationalen und internationalen Markt und konnten damit gute bis sehr gute Kritiken einstreichen. Nach dem erfolgreichen Debüt veröffentlichte Thorondir nach zwei Jahren lautstark ihr zweites Werk „Aus jenen Tagen“ und setzte neue, unverkennbare Maßstäbe im deutschen Pagan Metal. Die Band zeigt sich von einer härteren, melodischeren und vollkommeneren Seite, jedoch bleibt sie dem Stil des Albums „Düsterwald“ treu. Musikalisch ist Thorondir seit dem ersten Album gewachsen und präsentiert sich noch vielseitiger als zuvor. Eine noch nie dagewesene Gestaltung tiefgründiger Texte aus altbayrischen Legenden und heidnischen Bräuchen unterstreichen sie mit einer gewaltigen und gekonnten Mischung aus Pagan und Black Metal. Die Vollkommenheit erlangt das Werk durch die folkloristischen und harmonischen Klänge des Keyboards. Traitor sind eine Thrash-Metal-Band aus Balingen, gegründet im Jahr 2004 unter dem Namen Patricide. Erste Demos und Auftritte bestritten sie bis 2009 unter dem Namen Premature Burial bis sie sich 2009 auf den Namen Traitor einigten. Die Band hat es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, bei all dem Neueren, Schnelleren, Individuelleren und Spezielleren, auch die Tugenden und Vorzüge der alten Zeiten zu erinnern. Genauer gesagt möchte man den Geist der Blütezeit des Thrash Metal wieder aufblühen lassen und an diese Zeit erinnern. Natürlich wird das Ganze garniert mit neuen und frischen Ideen.

Darüber hinaus könnt ihr euch auf ein urgemütliches Festivalgelände mit campen direkt am Auto freuen. Die Bühne befindet sich in einer Halle, sodass ihr auch bei schlechtem Wetter trockenen Fußes eure Lieblingsbands schauen könnt. Also nicht lange überlegen, sondern Tickets bestellen!

Die Hardfacts:

  • Ort: Gelände des MC Iron Cruise Barleben (Buschweg 2, 39179 Barleben)
  • Datum: 08.09.2017 – 09.09.2017
  • Einlass auf das Festivalgelände: 08.09.2016, 13:00 Uhr
  •  Tickets: 25,00 € plus VVK-Gebühr

Weitere Infos auf www.metalembrace.de und auf Facebook

Über Erle 104 Artikel
Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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