Deserted Fear – Drowned by Humanity Tour 2019 17.03.2019 - Osnabrück, Bastard Club

Deserted Fear Tour 2019

Thüringer Klöß….Death Metal nach Hausmacherart. Deserted Fear spielen im Bastard Club auf. Sympathischer Thüringer Dialekt trifft auf brachialen Death Metal.

Aber zuerst dürfen Hierophant aus Ravenna ran. Sie spielen hart an der Kante zum Black Metal, was auch ihre Bühnenoptik darstellt. In der Mitte steht ein Kreuz mit drei Querstreben und einem Schädel an der Spitze. Hier fühle ich mich etwas an Mercyful Fate erinnert. Dazu leistet die Nebelmaschine gewaltige Überstunden. Teilweise sind nur die Schemen der Musiker zu erkennen. Die drei Italiener sind dazu mit schwarzer Farbe im Gesicht und an den Armen zugeschmiert. Ansagen gibt es fast keine und jeder Song wird mit Gitarrenbrummen eröffnet. Das ist grundsätzlich ganz gute Musik, auch wenn die Stimmung hier ein krasser Gegensatz zu den eher kumpeligen Thüringern ist.

Die Belgier von Carnation sind dann schon eher auf der Frequenz des Headliners. Ihr Frontmann kommt mit blutverschmiertem Gesicht in Lederjacke und mit zwei überkreuzenden Ketten über den Schultern auf die Bühne. Sein böses Äußeres wird aber durch den etwas sinnlosen Mikrofonüberzug, wie man ihn von z.B. Pressekonferenzen oder etlichen Fernsehsendern kennt, etwas gedämpft. dennoch spielen die fünf Jungs ein ordentliches Brett, und Songs mit Namen wie “Chapel Of Abhorrence” können ja wohl nicht scheiße sein. Auch hier wird ordentlich eingenebelt. Zwei Nebelboxen werden am Bühnenrand postiert, und da die Decke im Bastard Club eher niedrig ist, werden die steil nach oben geschossenen Rauchschwaden ordentlich im Raum verteilt.

Was “Doctor Doctor” von UFO für Iron Maiden und “The Final Countdown” von Europe für Sabaton, ist “You Give Love A Bad Name” von Bon Jovi für Deserted Fear. Mit “The Battalion Of Insanities” steigt man dann in den Set ein. Bevor wir im breitesten Thüringer Dialekt begrüßt werden und uns Fronter Manne erklärt, dass sie beim letzten Gastspiel in Osnabrück im Heide Park (er meint den Hyde Park) gespielt haben und er bisher auch nichts davon wusste, dass dies heute eine Matinee Show (Beginn war um 16:00 Uhr) sei. Ihre kumpelige Art macht es manchmal doch schwer, ihnen diese Musik wirklich abzukaufen, aber da sind sie auch nicht die Einzigen in diesem Genre. Mit “Welcome To Reality” und “The Final Chapter” spielen sie zwei Songs vom neunen Dreher “Drowned By Humanity”. Ich bewundere Gitarrist Fabi dafür, dass er mit seinen arschlangen Haaren nicht in den Saiten seiner Gitarre hängen bleibt, denn beim Biertrinken stellt er sich damit etwas ungeschickter an. Bei “Field Of Death” kommt endlich wieder die Luftschutzsirene zum Einsatz, denn jeder, der meine Reviews schon länger verfolgt, weiß, dass ich auf die Dinger stehe und kein Death-Metal-Konzert ist vollkommen ohne den Einsatz einer Luftschutzsirene. Übrigens wird auch hier überproportional oft der Nebelwerfer angeschmissen. Mit “The Carnage” und “All Will Fall” beendet man den Set bevor man sich doch noch für eine Zugabe in Form von “Bury Your Dead” breitschlagen lässt. Dann ist aber Schicht im Schacht. Die Jungs müssen noch 9 Stunden Bus fahren.

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