Mr. Hurley und die Pulveraffen
Aggroshanty-Tour 2016

Leinen los und Segel setzen heißt es am heutigen Abend im Rosenhof, denn Mr. Hurley und die Pulveraffen laden zum großen Tourabschluss ein. Bereits deutlich vor dem offiziellen Beginn bildet sich eine lange Schlange von Hobbypiraten und sündigen Dirnen vor dem Ort des Geschehens und begehrt Einlass in den ausverkauften Konzertsaal. Dabei stimmen sich die Fans schon mal mit lautstarken „Ach Ja – Komm ma her“ Rufen auf das Konzert ein.

Um etwa zehn nach acht betritt die Band dann die Bühne und begrüßt das Osnabrücker Publikum, welches die Band seinerseits mit Jubel und Klatschen willkommen heißt. Zunächst nur als Trio sorgt die Piratentruppe mit Songs wie „Schrumpfkopf im Rumtopf“, „Komm zur Marine“ und „Mit‘n Schwert“ für ordentlich Stimmung und Bewegung im Pit. Ganz besonders letzteres Lied macht so richtig Spaß und wird laut mitgeklatscht. Sound und Licht sind gut abgestimmt und die kurzweiligen Ansagen von Oberpirat Mr. Hurley lassen die Show wie im Fluge vergehen. Beim „Plankentanz“ erhält die Band dann weibliche Unterstützung in Form von Ms. Ivy Cox und Pegleg Peggy. Die beiden schütteln kräftig ihr Achterdeck und heizen den Fans so ordentlich ein. Ein erster Höhepunkt des Konzerts ist dann das ungefähr zweiminütige Pöbelsolo von Buckteeth Bannock bei „Ach ja!?“. Hier zeigen sich die Osnabrücker Hobbypiraten und -piratinnen im Übrigen auch sehr textsicher und grölen den Refrain immer wieder laut mit. Weiter geht es mit dem als Shanty angekündigten Lied „Der Haifisch“, welches vom weißen Hai und den bunten Fischen handelt und dabei unerwartet tiefgründig das aktuelle Weltgeschehen widerspiegelt. Bei „Die Legende von Daisy Jones“ holt man sich dann noch drei zusätzliche Musiker auf die Bühne, die dem Stück mit Trompete, Posaune und Saxophon einen ganz besonderen Touch geben. Außerdem scheinen die drei Bläser auch unheimlichen Spaß zu haben und lassen sich von der famosen Stimmung mitreißen. Zum Ende des regulären Sets zaubern die Pulveraffen ihren Fans mit dem an Oktoberfest-Klamauk erinnernden „Nüchtern“ ein breites Grinsen ins Gesicht. Dann verabschiedet sich die Band und beschließt die Show vorläufig mit „Booty Island“.

Im Zugabenblock lässt die Band mit „Totgelacht“ und dem Band-Überhit „Blau wie das Meer“ dann noch einmal so richtig die Puppen tanzen. Die Osnabrücker danken den Pulveraffen, indem sie laut mitsingen, klatschen und das Achterdeck schütteln. Mit dem „Abschiedslied“ geht die Piratenparty dann würdig zu Ende.

Doch noch soll der Konzertabend nicht zu Ende sein. Nach einer kurzen Umbaupause geht es mit Versengold schwungvoll weiter. Das Septett aus Bremen weiß mit seinen folkigen Songs zu überzeugen und sorgt von Anfang an für Stimmung vor der Bühne. Im Gegensatz zu den Pulveraffen ist hier auch deutlich mehr Bewegung auf der Bühne, was beim Publikum bestens ankommt. Auch bei Versengold sind Sound und Licht wieder super ausgesteuert, was bestens zu einem ungetrübten Konzerterlebnis beiträgt. Sehr positiv ist auch zu bewerten, dass die meisten Besucher vor der Bühne stehen geblieben sind und nach den Pulveraffen jetzt auch Versengold zujubeln.

Bei der Auswahl der Stücke hat die Band den Schwerpunkt erwartungsgemäß auf ihr aktuelles Album „Zeitlos“ gelegt, vergisst dabei aber nicht alte Klassiker wie „Im Namen des Folkes“, welches laut mitgesungen wird oder „Wem? Uns!“ nicht. Die leichte Schandmaul Attitüde der Band kommt sehr gut an und macht den Leuten vor der Bühne offensichtlich richtig viel Spaß. Die zum Teil sozialkritischen Texte kommen authentisch rüber und klingen bei Weitem nicht so platt, wie bei einigen Gernekollegen in jüngerer Vergangenheit. Das liegt aber nicht zuletzt an den Musikern, die dem Publikum derbe einheizen und toll interagieren. Die Bühnenpräsenz der Band ist sehr lobenswert. Und so vergeht auch der Versengold Auftritt wie im Fluge. Eh man sich versieht, spielt die Band dann schon ihre letzte Zugabe und verabschiedet sich von der Bühne. Sie lässt jedoch ein rundum zufriedenes Publikum zurück, welches nun noch die Möglichkeit hat, beide Bands des Abends am Merchandise Stand zu treffen. Dort werden dann noch CDs signiert, Fotos gemacht und weiter Nettigkeiten ausgetauscht.

Damit geht dann ein sehr schöner Konzertabend gemütlich und standesgemäß zu Ende. Zwei tolle Bands, die für richtig Stimmung gesorgt haben, musikalisch zu überzeugen wussten und auch nach dem Konzert für ihre Fans da sind. So etwas kann es ruhig häufiger geben.

Setlist Mr. Hurley und die Pulveraffen

  1. Intro/Leinen los
  2. Schrumpfkopf im Rumtopf
  3. Komm zur Marine
  4. All!
  5. Etwas vom Faden
  6. Mit’n Schwert
  7. Plankentanz
  8. Der Haifisch
  9. Ach ja!?
  10. Die Legende von Daisy Jones
  11. Nüchtern
  12. Booty Island

Zugabe

  1. Totgelacht
  2. Blau wie das Meer
  3. Abschiedslied

 

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Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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