Exenemy – The Choir Of The Martyrs

Exenemy – The Choir Of The Martyrs

Release: 11.11.2016
Genre: Power/Speed/Heavy Metal
Label: Eigenproduktion

Homepage:  https://www.facebook.com/Exenemy

Zugegeben, wenn man Bangladesch hört, denkt man wohl als letztes an Musik, geschweige denn an Heavy Metal. Doch auch diese kleine asiatische Republik beheimatet eine ganze Menge junger, engagierter Metalbands. Eine davon ist Exenemy, welche im November 2016 ihr Debütalbum „The Choir Of The Martyrs“ veröffentlicht haben.

Mit knallenden Kanonenschüssen und einem messerscharfen Gitarrenriff startet Exenemy in das knapp 60-minütige Powermetal-Gewitter von „The Choir Of The Martyrs“. Schon der erste Song „MIA“, was für „Missing In Action“ steht, lädt zum heftigen Kopfnicken ein und geht mächtig ab. Auch bei dem dann folgenden „Rusty Wings“ halten die Jungs das Tempo hoch und erinnern damit ein wenig an Bands wie Skull Fist oder Enforcer. Und dabei muss sich Exenemy auf keinen Fall vor seinen Genre-Kollegen verstecken, denn die Songs sind gut durchdacht, sauber gespielt und fett produziert.

Außerdem schafft es die Band auch immer wieder neuere musikalische Elemente aus dem Thrash-,  Industrial- und Metalcore-Genre mit einzuarbeiten und schlägt damit gekonnt einen Bogen vom klassichen Heavy Metal der 80er Jahre bis in die heutige Zeit. Ganz gut deutlich wird das bei „Bibhishikha“.  Doch Exenemy kann nicht nur Volldampf, sondern lässt es auch mal etwas ruhiger angehen. „The Unnamed Soldier“ kommt beispielsweise als stilvolle Ballade mit leichtem Gesang und Pianospiel ausgesprochen ansprechend daher und lässt den Hörer auch mal kurz etwas zur Ruhe kommen. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „When Angels Sin“.

Zum Ende des Albums nehmen die Jungs etwas das Tempo raus und präsentieren sich zumeist düster und böse, gleichzeitig jedoch sehr druckvoll. Und über allem schwebt weiterhin die klare Stimme von Sänger Emram Hassan, der sowieso auf dem ganzen Album einen sehr guten Job macht. Der letzte Song der Platte, welcher auch der Titelsong des Albums ist, beginnt mit Gefechtsfeuer, einer leicht gezupften Gitarre und leisen Chören. Auch der weitere Verlauf des Stücks bleibt sehr ruhig und wird einmal mehr von Emram Hassans schöner Stimme dominiert. Insgesamt erinnert das Stück an Alternative Rock Bands wie Skunk Anansie oder Placebo und steht damit im krassen Gegensatz zum Anfang des Albums. Es zeigt aber auch die Vielseitigkeit der Band.

Mit „Choir Of The Martyrs“ haben Exenemy ein tolles Debüt abgeliefert, das sich durchaus mit aktuellen Veröffentlichungen aus der westlichen Welt messen kann. Die Jungs beherrschen ihre Instrumente, die Produktion ist sehr gelungen und vor allem der Gesang ist lobenswert. Fans von klassischem Heavy Metal sollten hier auf jeden Fall mal reinhören. Netterweise hat die Band das komplette Album dafür gleich mal bei Youtube hochgeladen.

Tracklist:

  1. MIA
  2. Rusty Wings
  3. Bibhishikha
  4. Victory Serenade
  5. The Unnamed Soldier
  6. Twisted Saints
  7. When Angels Sin
  8. Thunder of Lust
  9. Ongkaar
  10. The Choir Of The Martyrs

 

Über Erle 103 Artikel
Bunt is das Dasein. Und Granatenstark. Volle Kanne Hoschi.

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